Kategorie: YPs | #Neuland

  • Daten als Treiber effektiver Kommunikation

    Daten als Treiber effektiver Kommunikation

    Datengetriebene Kommunikation hat die Spielregeln in der PR-Branche neu definiert. Wie Unternehmen Daten gewinnbringend nutzen, gab unser Neuland-Event preis.

    In der modernen PR- und Kommunikationsarbeit sind Daten viel mehr als „nur Zahlen“. Sie tragen maßgeblich zum Erfolg strategischer Entscheidungen und wirkungsstarker Kommunikationsmaßnahmen bei. Welches Potenzial Daten für Unternehmen eröffnen, welche Fallstricke zu beachten sind und wie Key Performance Indicators (KPIs) definiert werden, diskutierten drei Expert:innen aus der DACH-Region bei unserem Neuland-Event am Dienstag, 21. Januar 2025: Maximilian Freissler, Head of Research bei pressrelations Österreich, Hagen Albers, Measurement Lead EMEA bei Edelman DXI, und Katia Murmann, Founder und Co-CEO WolfPak.

    Analytics trifft PR

    Bereits zu Beginn der Veranstaltung waren sich die Speaker:innen einig: Daten sind aus der PR-Branche nicht wegzudenken. Maximilian Freissler betonte, wie effektiv Daten dabei helfen, Kommunikation messbar zu machen und belastbare Orientierung für Unternehmen zu bieten. Katia Murmann wies darauf hin, dass die Datenanalyse besonders dann wirkungsvoll funktioniert, wenn Kommunikationsverantwortliche sich darüber bewusst sind, welche Daten sie in den Blick nehmen möchten und welche Ziele sie damit anstreben. Zudem spielen das Monitoring und die regelmäßige Anpassung der Analysestrategie eine wichtige Rolle. Hagen Albers grenzte die heutige datengetriebene Kommunikation klar von früheren Kreativprozessen ab, die in der Regel eher auf Bauchgefühl und/oder Recherchen basierten. Darüber hinaus prognostizierte er: „Wir sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. Es wird immer neue Möglichkeiten geben, um Kommunikation datengetrieben zu analysieren.“

    KI als Gamechanger

    Dass die datengetriebene Kommunikation sich stetig weiterentwickelt, ist unter anderem dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zu verdanken. So zeige die KI neue Wege auf, um Daten beispielsweise zu aggregieren und zu verarbeiten, wie Hagen Albers berichtete. Katia Murmann ergänzte: „Ich sehe sowohl Potenzial für die quantitative als auch für die qualitative Datenuntersuchung. Das gilt unter anderem für die Sentiment-Analyse, für die Personalisierung von Front Pages und für Distributionsstrategien. Hier stehen wir erst am Anfang unserer Möglichkeiten.“ Maximilian Freissler erkannte die enorme Zeitersparnis durch KI an und schätzte deren Fähigkeit, Daten explorativ, deskriptiv und prognostisch zu bearbeiten.

    Welche KPIs zählen?

    So weit, so gut. Doch welche Kennzahlen sind in der großen Flut von Daten besonders relevant? Freissler erklärte, dass dies stark vom jeweiligen Unternehmen, dessen Zielsetzungen und dessen Branchenumfeld abhänge. Er stufte etwa die Reichweite, die Tonalität und die erreichten Stakeholder:innen als situativ entscheidende Datenpunkte ein. Neben den erreichten Personen als wichtigster KPI hob Murmann das Engagement hervor: „Es ist leicht, Reichweite zu boosten. Wenn sich aber niemand mit dem Inhalt auseinandersetzt, ist diese Reichweite bedeutungslos.“ Albers beobachtet am Markt derzeit eine zunehmende Nachfrage nach dem Return on Investment (ROI). Zudem merkte er an, dass wichtige Metriken immer abhängig vom jeweiligen Kanal zu betrachten seien.

    Herausforderungen der Datenanalyse

    Wer gemeinsam mit Kunden KPIs erarbeitet, dürfe selbstverständlich nicht das Thema Datenschutz vernachlässigen, erinnerte Max Freissler. Denn dieser setze Grenzen bei der öffentlichen Datenverfügbarkeit. Katia Murmann sah dahingegen die schiere Datenmenge als Herausforderung: „Die große Kunst ist es, herauszufinden, aus welchen Daten sich Insights ableiten lassen, die das Unternehmen wirklich voranbringen. Es ist immer am schwersten, Dinge einfach zu machen. Das gilt auch für Daten.“ Hagen Albers benannte die Auswahl der „richtigen“ Daten, die Zusammenführung verschiedener Datentypen und deren Integration in technischer Hinsicht als Herausforderung.

    Mehrwert für alle Seiten

    Kennen Kommunikationsverantwortliche erst einmal alle Fallstricke und wissen damit umzugehen, entstehen Projekte, die nachhaltigen Erfolg bringen: Katia Murmann berichtete von der Personalisierung einer Schweizer Nachrichtenseite, die eine 25-prozentige Verbesserung der fokussierten KPIs brachte. Hagen Albers nannte SEO (Search Engine Optimization)-Maßnahmen als beispielgebend für gelungene datengetriebene Kommunikation. Denn damit ließen sich Besucherzahlen auf der Website signifikant steigern und gute Rankings langfristig halten. Max Freissler gab den Young Professionals abschließend mit auf den Weg: „Wer datengetriebene Kommunikation nutzen möchte, muss sich so damit auseinandersetzen, dass er oder sie Freude an dem Thema findet und die Vorteile erkennt. Am Ende des Tages geht es darum, Erfolge messbar zu machen. Das hilft nicht nur Unternehmen, sondern auch jeder:m von uns als Berater:in. Und KI erleichtert die Arbeit mit Daten enorm. Was will man mehr?“

    Das gesamte Neuland-Event ist hier zu sehen:

    Über #Neuland

    Gemeinsam knöpfen sich die PRVA Newcomers, Young LSA und die GPRA Young Professionals ab jetzt regelmäßig die Trendthemen der Branche in der Veranstaltungsreihe „Neuland“ vor. Denn: Was für manche noch immer ein Buch mit sieben Siegeln ist, wurde für sie schon längst ein zweites Zuhause. Werdet mit ihnen vom Digital Immigrant zum Digital Native! Auf unseren Social Media-Kanälen (LinkedIn) weisen wir regelmäßig auf die kommenden #Neuland-Veranstaltungen hin. Folgt uns und stay tuned!


    Veröffentlicht am 07.02.2025

    Autorin: Annika Hörl, Junior Consultant bei Publik. Agentur für Kommunikation GmbH

    Weitere Beiträge zu diesem Thema:

  • Digitale Demokratie 2024:

    Digitale Demokratie 2024:

    Fake News, Deepfakes und der Kampf um Glaubwürdigkeit

    Im digitalen Zeitalter stehen politische Kommunikation und Demokratie unter Druck. Unser Neuland-Event zeigt, wie Kommunikationsprofis durch ethische Standards und kluge Strategien der Gefahr von Desinformation und Deepfakes begegnen können.

    Im Superwahljahr 2024 stehen nicht nur politische Akteur:innen, sondern auch Kommunikator:innen vor großen Herausforderungen. Fake News, Desinformation und der zunehmende Einsatz von Deepfakes drohen, den öffentlichen Diskurs nachhaltig zu beeinflussen. Wie können Kommunikationsexpert:innen in einem solch kritischen Umfeld ihre Glaubwürdigkeit bewahren? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des jüngsten Neuland-Events Anfang September 2024.

    Diskussionsgäste waren Birand Bingül, Geschäftsführer bei fischerAppelt advisors, Dr. Emma Hoes, Postdoktorandin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich, und Eva Wackenreuther, Journalistin und Leiterin der Fact-Checking-Redaktion bei der Nachrichtenagentur AFP (Agence France Presse). Sie brachten wertvolle Perspektiven zu den Herausforderungen der politischen Kommunikation im digitalen Zeitalter ein.

    Wer dominiert den Diskurs in Zeiten von Social Media?

    Ein zentrales Thema war die zunehmende Dominanz von Fake News und Desinformation in sozialen Medien. Birand Bingül betonte, dass Social Media-Plattformen heute eine wichtige Rolle in der Meinungsbildung spielen – gleichzeitig seien sie aber auch Austragungsorte von Konflikten, da sie sich als unfähig erwiesen hätten, Desinformationen wirksam einzudämmen.

    Bingül, Autor des Buches „Alles Propaganda! Wie Manipulation unsere Demokratie gefährdet“, sieht die Gefahr, dass politische Akteur:innen mit radikalen Botschaften die digitalen Kanäle erfolgreicher besetzen. Als Beispiel nannte er die AfD in Deutschland. Im Vergleich zu anderen Parteien investiere sie weitaus mehr Ressourcen in soziale Medien und übe damit einen überproportionalen Einfluss aus.

    Fake News und ihre Wirkung auf die Meinungsbildung

    Während Bingül den strategischen Einsatz von Social Media beleuchtete, ging Dr. Emma Hoes tiefer auf die wissenschaftlichen Aspekte von Fake News ein. Dr. Emma Hoes, die sich in ihrer Forschung mit Falschinformationen, Algorithmen und deren Auswirkungen auf die Meinungsbildung beschäftigt, betonte, dass der tatsächliche Einfluss von Fake News oft überschätzt werde. Denn Fake News würden bestehende Meinungen in der Regel eher verstärken, statt sie zu verändern. Für Menschen, die politisch weniger interessiert sind oder keine starken Überzeugungen haben, stellten Fake News eine größere Gefahr dar.

    Hoes erklärte, dass zwar nur ein kleiner Teil der Nachrichten, die Menschen online konsumieren, Fake News seien, aber auch kleine Mengen große Auswirkungen haben könnten – insbesondere dann, wenn sie von einflussreichen Personen geteilt würden.

    Deepfakes und die Bedrohung der Glaubwürdigkeit

    Mit Blick auf die technologischen Dimensionen von Desinformation richtete sich der Fokus der Diskussion auf Deepfakes. Hier gab Eva Wackenreuther, Journalistin und Fact-Checkerin bei der AFP, wertvolle Einblicke in die wachsende Bedrohung durch manipulierte Medieninhalte. Auch wenn ausgeklügelte Deepfakes derzeit noch die Ausnahme seien, warnte Wackenreuther davor, dass die generelle Verunsicherung durch Deepfakes das Vertrauen in Medien und Institutionen langfristig beschädigen könne.

    Wackenreuther betonte die Bedeutung von Fact-Checking-Initiativen, die einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung von Desinformation leisten. Dabei sei es wichtig, nicht nur reaktiv, sondern auch präventiv tätig zu handeln. Medien und Unternehmen sollten verstärkt auf vorbeugende Maßnahmen setzen, um Desinformationen bereits im Vorfeld zu entkräften.

    Maßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Diskurses und der Demokratie

    Die Diskussion mündete schließlich in der Frage, welche Maßnahmen notwendig sind, um den öffentlichen Diskurs und die Demokratie zu stärken. Bingül betonte die zentrale Rolle von Kommunikationsstrategien. Er unterstrich, dass sich Parteien und Unternehmen stärker in den relevanten Kanälen positionieren und den Diskurs aktiv gestalten müssten. Es reiche nicht aus, nur auf Krisen zu reagieren – vielmehr müssten die Akteur:innen die Kontrolle über ihre Narrative behalten und glaubwürdig bleiben.

    Diesen Punkt unterstützte auch Hoes, die zusätzlich unterstrich, dass Medienkompetenz hierbei eine Schlüsselrolle spiele. Sie betonte, dass sowohl die Gesellschaft als auch die Akteur:innen in Politik und Wirtschaft lernen müssten, vertrauenswürdige Informationen zu erkennen und kritisch zu bewerten. Nur so könne langfristig eine informierte und mündige Gesellschaft gefördert werden.

    Krisenfest durch Authentizität und Transparenz

    Eva Wackenreuther wies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Authentizität und Transparenz hin. Ihrer Meinung nach seien diese beiden Faktoren entscheidend, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu bewahren. Unternehmen und politische Akteur:innen sollten nicht zögern, Fehler offen zu kommunizieren und den Dialog mit der Öffentlichkeit zu suchen.

    Wackenreuther riet zu einer proaktiven Rolle in der Kommunikation. Nur so könnten die Akteur:innen die Kontrolle über die Narrative behalten und potenzielle Krisen besser bewältigen.

    Chancen und Risiken der digitalen Demokratie

    Die Diskussion machte deutlich, dass die digitale Demokratie enorme Chancen bietet, da über Social Media und digitale Plattformen mehr Menschen erreicht werden können. Gleichzeitig stehen Kommunikator:innen vor der Herausforderung, Fake News und Desinformation wirksam zu bekämpfen. Die Expert:innen waren sich einig: Glaubwürdigkeit, Transparenz und ethische Prinzipien müssen in der Kommunikation stets an erster Stelle stehen, um Vertrauen zu schaffen und demokratische Prozesse zu schützen.

    Ihr seid an einer tiefergehenden Diskussion über digitale Demokratie und den Umgang mit Fake News interessiert? Seht euch die vollständige Aufzeichnung unseres Neuland-Events hier an:

    Über #Neuland

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    Veröffentlicht am 30.09.2024

  • Krisenkommunikation bei einer Cyberattacke – aber wie?

    Krisenkommunikation bei einer Cyberattacke – aber wie?

    Cyberattacken können jede:n treffen. Wie sich Kommunikator:innen zielgerichtet für den Krisenfall wappnen, offenbart unser Neuland-Event.

    Zweifelsohne: Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet zahlreiche Chancen für Unternehmen. Gleichzeitig birgt sie aber auch neue, weitreichende Risiken. Seit Jahren nimmt organisierte Kriminalität im Cyberspace deutlich zu, die Angriffe werden zudem immer raffinierter und unberechenbarer. Die Frage nach dem „Ob“ einer Cyberattacke stellt sich daher für Unternehmen kaum mehr; vielmehr rücken das „Wann“ und das „Wie“ in den Fokus. Welche Kommunikationsstrategien helfen im Ernstfall? Welche Akteur:innen braucht es, um eine solche Krise zu bewältigen? Und welche rechtlichen Anforderungen spielen dabei eine Rolle?

    Um möglichst präzise Antworten auf diese Fragen zu erhalten, luden wir drei echte Themenexperten zu unserem Neuland-Event am Dienstag, 5. März 2024, ein: Nino Tlapak, Partner bei DORDA Rechtsanwälte GmbH, Volker Pulskamp, Head of Corporate Communications & Crisis Lead Germany bei FleishmanHillard, und Vince Lehmann, CEO bei Unico Data AG.

    Schnell, korrekt und transparent kommunizieren

    Nino Tlapak ließ die rund 60 Teilnehmer:innen zu Beginn des Events durch seine juristische Brille blicken: Einen starken Anstieg beobachtet er derzeit bei Ransomware-Attacken, DDoS-Attacken und Social Engineering. Die Gemeinsamkeit dieser Angriffe: Sie starten meist mit einer erfolgreichen Phishing-Attacke und entpuppen sich als besonders tückisch, da Angreifer:innen oft mehrere Monate unbemerkt auf das System zugreifen und sich dort von User:in zu User:in hangeln. Zu ihren Motiven zählen beispielsweise die Erpressung von Lösegeld und politische Hintergründe. Auf was es aus kommunikativer Sicht konkret im Fall einer Cyberattacke ankommt, erklärte Volker Pulskamp: „Erfolgsfaktoren in der Krise sind Schnelligkeit, Richtigkeit und Transparenz. Zudem fallen je nach Situation unterschiedliche Aspekte bei der Auslegung der Kommunikationsstrategie ins Gewicht: Ist das betroffene System komplett oder nur teilweise verschlüsselt? Ist der Vorfall schon öffentlich bekannt? Wie schnell merken Kund:innen, dass etwas nicht stimmt? Gibt es vertragliche Verpflichtungen?“

    Gute Vorbereitung ist nicht alles

    Vince Lehmann hat mit seinem Unternehmen einen Ransomware-Angriff bereits erlebt – und bewältigt. Daher weiß er: Cyberkriminalität lässt sich auch mit einer durchdachten Vorbereitung nicht vollumfänglich ausschließen. Korrekte und effiziente Prozesse, Zertifizierungen sowie wiederkehrende Schulungen für Mitarbeitende seien zwar hilfreich, dennoch können Schwachstellen beispielsweise bei Kund:innen, Partner:innen oder Zuliefer:innen liegen, erklärte Vince Lehmann. Deshalb sei es enorm wichtig, sich konkrete Lösungsstrategien für den Ernstfall zurechtzulegen. Volker Pulskamp ergänzte: „Krücken für die Kommunikation sind vorgefertigte Textbausteine, wie Kundenstatements, Handzettel für Mitarbeitende und Pressemitteilungen, und ein Krisenstab aus erfahrenen Spezialist:innen. Dazu gehören Entscheider:innen, IT- und Kommunikationsverantwortliche, Legal-Expert:innen sowie interne oder externe Forensiker:innen und Datenschutzverantwortliche.“ Nino Tlapak empfahl zudem, die vorbereiteten Muster regelmäßig auf Aktualität zu prüfen. Dabei sei eine enge Abstimmung mit Ansprechpartner:innen aus HR, IT sowie der Kommunikations- und Rechtsabteilung von zentraler Bedeutung.

    Zusätzlich legte Volker Pulskamp den Anwesenden die Simulation eines Cyberangriffs ans Herz. In dieser spielen die Beteiligten innerhalb von vier Stunden drei Tage einer Cyberattacke durch und meistern dabei im Viertelstundentakt verschiedene Extremsituationen. Denkbare Trigger seien Medienanfragen, die Kundenansprache oder unterschiedliche Eskalationsstufen.

    Was tun im Krisenfall?

    Doch was passiert, wenn der Ernstfall tatsächlich eintritt? Unico Data machte als betroffenes Unternehmen eines Cyberangriffs vier Kommunikationsphasen durch, wie Vince Lehmann verriet. Zu Beginn sind in der „Major-Incident-Phase“ verschiedene externe Kommunikationskanäle, wie SMS, die Startseite der Webseite und eine Bandansage auf dem Anrufbeantworter zu bespielen. Im zweiten Schritt gilt es, die eigenen Mitarbeitenden zielgerichtet zu informieren, um negative Emotionen und Spekulationen zu vermeiden. Zudem sollten Richtlinien sowie Verantwortlichkeiten für die Kundenkommunikation weit oben auf der Agenda stehen. „Bei der Kundenansprache ist der persönliche Kontakt entscheidend. Hier lohnt es sich, das Telefon in die Hand zu nehmen, um Nähe zu vermitteln und das Vertrauen zu fördern“, riet Vince Lehmann. Die Kommunikation mit Behörden, der Polizei und einem nationalen Zentrum für Cybersicherheit haben ebenfalls hohe Priorität. Dasselbe gilt für Stellungnahmen in Form von Pressemitteilungen oder auf einer Pressekonferenz.

    Die anschließende Wiederaufbauphase lebt von täglichen Statusreports, persönlicher Kommunikation mit Kund:innen und deren individueller Beratung. Mindestens genauso fundamental ist im Nachgang die Aufarbeitung der Cyberattacke durch eine Stellungnahme, in der strategische und operative Maßnahmen transparent nach außen kommuniziert werden. Dass dies ein echter Drahtseilakt werden kann, offenbarte Vince Lehmann: „Die Herausforderung besteht darin, Kund:innen kontinuierlich mit neuen Informationen zu versorgen – selbst wenn sich noch keine weiteren Entwicklungen ergeben haben. Transparenz und der Schutz von sensiblen Details kollidieren hier schnell miteinander. Das stellt nicht nur organisatorisch und kommunikativ, sondern auch nervlich eine echte Herausforderung dar.“ Dennoch sei Transparenz ein elementarer Faktor, wie Volker Pulskamp betonte: „Wer offen kommuniziert, wird erfahrungsgemäß viel Verständnis erfahren. Ich rate dringend von einer Salami-Taktik ab, bei der Verantwortliche immer nur unter Zugzwang Informationen preisgeben. Das schadet letztendlich der Reputation. Zielführender ist es, eine aktive Rolle im ‚Driver-Seat‘ einzunehmen, um das Geschehen rund um den Cyberangriff so gut wie möglich zu steuern.“

    Keine Krisenbewältigung ohne Eigeninitiative

    Unabhängig davon betreffen derartige Attacken in der Regel personenbezogene Daten, sodass die Meldefrist von 72 Stunden nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) unbedingt zu beachten ist. Das sei gerade dann herausfordernd, wenn die Angriffe wie üblich Freitag über Nacht starten, ergänzte Nino Tlapak. Abseits der gesetzlichen Vorgaben seien vertragliche Verpflichtungen und Obliegenheiten genauestens unter die Lupe zu nehmen. Das treffe nicht nur auf Cyberversicherungen zu, wie der Experte fortführte: „Wann muss ich die Versicherungsverantwortlichen über welchen Kanal informieren? Was habe ich mit meinen Kund:innen, Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen rund um die Geheimhaltung vereinbart? Gibt es dort Pönalen oder vergleichbare Vertragsstrafen? Eine saubere Vorbereitung und Dokumentation in der Präventionsphase wappnet Betroffene hierbei bestmöglich für den Krisenfall.“ Vince Lehmann schloss ab: „Versicherungen sind gewiss ein wichtiges Puzzleteil zur Krisenbewältigung. Am Ende des Tages helfen sie allerdings nur dabei, die Existenz der Betroffenen zu sichern und lösen nicht das eigentliche Problem. Wir als Kommunikator:innen müssen bereit sein, die Krise selbst zu meistern – durch gute Vorbereitung, zielgerichtete Lösungen, Bereitschaft und Willenskraft.“ Die gute Nachricht: Die Kommunikation bietet hierfür in jedem Fall vielfältige Lösungsansätze.

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    Veröffentlicht am 28.03.2024

  • Mehr als griffige Werbeslogans: Authentisches Employer Branding als Schlüssel zu mehr Diversität und Inklusion?

    Mehr als griffige Werbeslogans: Authentisches Employer Branding als Schlüssel zu mehr Diversität und Inklusion?

    Ob aus Sicht von Bewerber:innen, Unternehmen oder Services: Inklusion und Diversität prägen den Arbeitsmarkt maßgeblich. Unser Neuland-Event hat die Konzepte mithilfe von Expert:innen greifbar gemacht.

    Diversität und Inklusion sind aus der heutigen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Ganz im Gegenteil: Sie haben sich in den vergangenen Jahren zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Employer Brands entwickelt. Doch wie definieren sich die beiden Begriffe? Wie lassen sie sich am besten systematisch erfassen? Und welche Rolle spielt die Unternehmenskommunikation in diesem Kontext?

    Diese Fragen haben wir bei unserem Neuland-Event am Dienstag, 14. November, gleich aus drei Perspektiven beleuchtet: Die Speaker:innen Ueli Streit, Leiter Diversität und Inklusion bei Health & Medical Services AG, Johanna Kuhfeldt, Consultant bei Komm.passion, und Manisha Joshi, Business Director und Head of DEI bei Ketchum Publico, teilten ihre Erfahrungen und ihr Expertenwissen zu Inklusion und Diversität mit rund 50 Teilnehmer:innen.

    „Diversität ist eine Chance, und Inklusion bedeutet, sie zu nutzen“

    Zu Beginn des Events schafften die drei Expert:innen ein konkretes Verständnis für die Schlagworte des Abends. Johanna Kuhfeldt betonte: „Diversität und Inklusion sind weitaus mehr als eine Quote, die Unternehmen erfüllen müssen. Es geht darum, die eigene Unternehmenskultur im Hinblick auf Diversität zu begreifen und gemeinsame Wertvorstellungen zu etablieren, die Diversität erlebbar machen und Inklusion fördern.“ Ueli Streit erklärte den Zusammenhang zwischen den beiden Begriffen: „Diversität ist eine Chance für Unternehmen, und Inklusion bedeutet, sie zu nutzen – und zwar so, dass sich alle Mitarbeiter:innen mit jeglichen Diversitätsmerkmalen inkludiert fühlen.“ Manisha Joshi ergänzte, dass Inklusion einen Raum eröffne, in dem alle Menschen so sein können, wie sie möchten. Die Worte der Expert:innen machten schnell klar, dass die beiden Konzepte unmittelbar miteinander korrelieren und deshalb sowohl auf Unternehmens- als auch auf Agenturseite immer zusammengedacht werden müssen.

    Potenzial vollumfänglich ausschöpfen

    Dabei ist es essenziell, die Entwicklungen in den Bereichen Diversität und Inklusion am Arbeitsmarkt genau zu kennen. Manisha Joshi berichtete: „Diversität beschränkt sich längst nicht mehr auf das Empowerment von Frauen. Inzwischen gewinnen LGBTQ+-Rechte immer mehr an Bedeutung, auch außerhalb des Pride Months.“ Zudem werde Neurodiversität zunehmend wichtig, die beispielsweise Autismus, eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder Legasthenie umfasse – und damit circa 15 Prozent der Talente auf dem Arbeitsmarkt betreffe. Hier lohnt es sich, mehr auf diese Zielgruppe einzugehen, wie Manisha Joshi offenlegte: „Neurodiverse Menschen sehen oft die Arbeitswelt anders, da sie meist spezifische Fähigkeiten besitzen, die Unternehmen voranbringen können. Es zeigt sich wieder: Umso vielfältiger ein Team aufgestellt ist, desto erfolgreicher ist es. Das sehen auch wir in unserer täglichen Arbeit.“

    Neue Impulse für Unternehmen

    So viel zur Theorie. Doch wie lassen sich Diversität und Inklusion in Organisationen in der Praxis messen? Um die Konzepte für Entscheider:innen greifbarer zu machen, hat Ueli Streit vor etwa fünf Jahren das Pilotprojekt „Incluscope“ gestartet. Entstanden ist ein Tool, das einen genaueren Einblick in den Status Quo von Inklusion und Diversität in Unternehmen gewährt. Die Analyse basiert auf einer anonymen Befragung von Mitarbeiter:innen, die das individuelle „Inclusion-Klima“ anhand der vier Ebenen Chancengleichheit, Perspektivenvielfalt, Authentizität und Zugehörigkeit in Unternehmen erfasst. „Allein durch die Beantwortung der Fragen wird die Sensibilität der Mitarbeiter:innen für Inklusion und Diversität gefördert“, erläuterte Ueli Streit. „Zudem zeigt sich, dass ein hoher Inklusionsindex mit einer besseren körperlichen und mentalen Gesundheit einhergeht und sich dadurch positiv auf die Motivation und die Leistung der Mitarbeiter:innen auswirkt.“ Dennoch habe das Format aufgrund der Subjektivität und der Anzahl der Teilnehmer:innen seine Grenzen. Deswegen erfassen die Verantwortlichen ergänzend objektive Werte wie Absenzen- und Leistungsdaten.

    Authentizität zählt!

    Haben sich Unternehmen intern mit den Themen Diversität und Inklusion auseinandergesetzt, stellt sich automatisch die Frage nach einer zielführenden Kommunikation nach außen zur Anwerbung neuer Mitarbeiter:innen. Johanna Kuhfeldt riet davon ab, zu voreilig die Regenbogenflagge zu hissen: „Werte, die nicht fest in der DNA eines Unternehmens verankert sind, lassen sich nicht authentisch nach außen tragen. Unternehmen sollten zuerst hinterfragen: Welche Werte leben wir intern, und wie wollen wir diese nach außen kommunizieren? Was möchten wir mit der Kommunikation erreichen? Und welche Zielgruppe möchten wir erreichen?“ Manisha Joshi warnte davor, das Thema Diversität im deutschsprachigen Raum hervorzuheben, jedoch die Kommunikation in anderen Ländern aufgrund kultureller Hintergründe zu vermeiden. Weiterhin sei es zentral, dass Diversität und Inklusion auf allen Unternehmensebenen mitgetragen werden. „Das macht vielen Mitarbeiter:innen Angst, da es bedeutet, Privilegien zu teilen“, bemerkte die Expertin.

    Mut zur Veränderung

    Deswegen brauche es auf Seite von Berater:innen vor allem eins, um Unternehmen auf dem Weg zu authentischem Employer Branding zu begleiten: Mut. Manisha Joshi appellierte: „Traut euch, euch selbst und eure Kund:innen immer wieder herauszufordern und bestehende Strukturen zu hinterfragen.“ Zusätzlich seien Offenheit, Empathie und ein regelmäßiger Austausch zwischen verschiedenen Generationen zielführend, bekräftigte Johanna Kuhfeldt. Ueli Streit schloss ab: „Diversität und Inklusion sind langfristige Aufgaben mit großem Potenzial für den Arbeitsmarkt. Ich bin überzeugt davon, dass uns in beiden Bereichen in den kommenden Jahren einige Veränderungen erwarten, und dass Diversität und Inklusion sowohl unsere Wirtschaft als auch unsere Gesellschaft positiv beeinflussen werden.“

    Ihr wollt mehr zu diesem Thema erfahren? Hier findet ihr unsere Aufzeichnung der Session:


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    Veröffentlicht am 30.11.2023

  • Thought Leadership: Die neue Lösung für nachhaltig wirksame PR?

    Thought Leadership: Die neue Lösung für nachhaltig wirksame PR?

    Informativ, nahbar, meinungsstark: Thought Leadership prägt das digitale Zeitalter mehr denn je. Auf unserem Neuland-Event setzten Fachexperten spannende Impulse zur modernen Kommunikationsstrategie.

    Die digitale Welt eröffnet neuen Raum für Autorität, Expertise und Reichweite und schafft damit die Grundvoraussetzungen für Thought Leadership. Doch was verbirgt sich hinter der Kommunikationsstrategie? Welche Herausforderungen und Chancen bietet sie? Und ist Thought Leadership tatsächlich die neue Lösung für nachhaltig wirksame PR?

    Auf unserem Neuland-Event am Montagabend, den 12. Juni, beantworteten unsere Gastspeaker Florian Haas, Head of Brand, Marketing & Communications bei EY Österreich, und Heiko Geibig, PR Director bei MSL in Deutschland, diese Fragen exklusiv für rund 50 Gäste, und gaben zusätzlich wertvolle Insights aus Unternehmens- und Agenturperspektive.

    „Thought Leader entstehen nicht über Nacht“

    Branchen-Experten im Gespräch mit den Young Professionals aus der DACH-Region

    Zum Auftakt der Veranstaltung sorgten die Experten für ein gemeinsames Verständnis von Thought Leadership. Hierbei handelt es sich um eine Kommunikationsstrategie, bei der Verantwortliche ein bestimmtes Thema mit ihrer Expertise besetzen. Sie geht Hand in Hand mit Autorität und Reichweite – andernfalls gelingt es nicht, nachhaltig im Gedächtnis des Zielpublikums zu bleiben. Das reicht allerdings noch nicht aus, wie Heiko Geibig betont: „Thought Leader entstehen nicht über Nacht. Es geht vor allem um Persönlichkeit und Konsistenz. Selbstbeweihräucherung und einmalige Initiativen sind hier fehl am Platz.“ Worauf es zudem ankommt: „Ausdauer und Commitment. Darüber hinaus ist eine gefestigte Haltung erforderlich, um Diskussionen souveräner zu bewältigen. Denn Thought Leadership lebt vom offenen Dialog“, ergänzt Florian Haas.

    Ohne Empowerment kein Erfolg

    So viel zur Theorie. Die praktische Umsetzung gestaltet sich allerdings nicht so simpel, wie es zu Beginn scheint. Die erste Herausforderung besteht darin, eine Nische zu finden, die sich mit Expertenwissen füllen lässt. „Entscheidend dabei sind die Interessen der eigenen Zielgruppe, ebenso die Frage, welches Know-how und welchen Mehrwert Thought Leader bieten können“, erklärt Heiko Geibig. „Das ist Chance und Herausforderung zugleich. Denn ohne Empowerment und Freiheit für Beteiligte, selbstständig zu agieren, geht das Konzept nicht auf.“ Arbeitgebende sind demnach am Zug, Ressourcen zur Verfügung zu stellen und ein Stück Verantwortung abzugeben. Sind die idealen Rahmenbedingungen geschaffen, gilt es, in Orientierung an den Persönlichkeitseigenschaften des Thought Leaders die passenden Kanäle und Formate auszuwählen.

    Strategie räumt Hindernisse aus dem Weg

    Die Möglichkeiten, die die sozialen Medien für Thought Leader bereithalten, sind enorm – und dabei Fluch und Segen zugleich. Denn Gegenwind bleibt bei dieser Kommunikationsstrategie oft nicht aus. „Mit der richtigen Vorbereitung haben Verantwortliche jedoch die Möglichkeit, Shitstorms präventiv entgegenzuwirken“, erläutert Heiko Geibig. „Deshalb sollte immer davor klar sein: Stehen Thought Leader mit voller Überzeugung hinter dem, was sie kommunizieren? Sind die Informationen fundiert? Außerdem lohnt es sich, im Vorfeld zu antizipieren, auf welche Resonanz ein Thema bei der eigenen Community stößt, und auf Basis dessen eine Strategie auszufeilen.“ Bei dieser spielt zudem Authentizität eine wichtige Rolle, weswegen Paid Content sparsam einzusetzen ist. „Ist es Verantwortlichen gelungen, die Aufmerksamkeit des eigenen Zielpublikums durch Thought Leadership zu fesseln, hat sie großes Potenzial, sich zum Türöffner für Erstgespräche zu entwickeln – vor allem im B2B-Bereich“, berichtet Florian Haas aus eigener Erfahrung.

    Action Leadership statt Thought Leadership?

    Am Ende bleibt eine Frage offen: Ist Thought Leadership die neue Lösung für nachhaltig wirksame PR? „Über ‚neu‘ lässt sich diskutieren. Tatsache ist: „Thought Leadership ist ein mächtiges Werkzeug, wenn es richtig eingesetzt wird, und ein Bumerang bei unüberlegter Ausübung“, konstatiert Florian Haas. Die Herausforderungen sollten Marktführende dennoch nicht davon abhalten, diesen Weg einzuschlagen. Mittlerweile gelte Thought Leadership hier sogar als Voraussetzung. Die abschließende These von Heiko Geibig regt zum Nachdenken an: „Mehr Wirkung erzeugt es, wenn Verantwortliche zuerst handeln und im Anschluss darüber sprechen. Kurz gesagt: Wir brauchen in Zukunft mehr Action Leadership als Thought Leadership.“

    Ihr wollt mehr zu diesem Thema erfahren? Hier findet ihr unsere Aufzeichnung der Session:


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    Veröffentlicht am 19.06.2023

  • Metaverse: Was steckt hinter dem Hype?

    Metaverse: Was steckt hinter dem Hype?

    Das Metaverse ist derzeit in aller Munde – besonders in der Kommunikationsbranche. Mark Zuckerberg spricht von der „neuen Generation des Internets“ und taufte seinen Konzern Facebook passend in Meta um. Woher stammt diese Begeisterung? Welche Potenziale und Risiken gibt es für die PR-Branche? Und wie können Agenturen Unternehmen beim Gang ins Metaverse unterstützen? In der vierten Neuland-Eventreihe der GPRA Young Professionals tauchten wir tief ein ins Metaverse.

    Während Bekleidungsunternehmen digitale Mode präsentieren und Spieleentwickler fantasievolle Welten erschaffen, ist das Metaverse für andere Branchen noch eine Blackbox. Über das Marktpotenzial für beratende Kommunikationsagenturen sprachen vor rund 50 Young Professionals Michael Waning, Strategy Director bei der deutschen Kreativagentur Achtung!, und Content-Experte bei der Schweizer Digital-Agentur Kuble AG, Felix Schulz.

    Es gibt kein Metaverse

    Michael Waning hob in seinem Impulsvortrag hervor, dass es noch nicht das „eine“ Metaverse gibt. Erstmals beschrieb Science-Fiction-Autor Neal Stephenson den Begriff 1992 als virtuelle Erlebniswelt in seinem Roman „Snow Crash“. Heute verstehen wir darunter viele dreidimensionale Realitäten, die als ein großes, dezentrales Universum verbunden sind, in dem Menschen sich mittels Avatare treffen, spielen oder einkaufen können.

    Nach dieser Definition existiert das Metaverse noch nicht: Erste ähnliche Umgebungen gibt es bei Onlinespielen wie „The Sandbox“, „Decentraland“ oder „Fortnite“. „Da die virtuellen Spielewelten immense Rechenleistung benötigen, sind sie meist auf kleine Metaversen mit wenigen Teilnehmenden beschränkt und unverbunden“, löste Michael Waning seine Eingangsthese auf. Trotzdem kommen weitere Informationsebenen zum heutigen Verständnis des Web 2.0 hinzu wie Bewegung und Interaktion in 2D- und 3D-Welten mit virtueller Realität.

    Ist das Metaverse doch da?

    In welche Richtung das gehen kann, zeigte uns Felix Schulz anhand von Metas Meeting-Plattform „Horizon Workrooms“. Mittels Virtual-Reality-Brille trifft sich sein Team als Avatare in der eigens kreierten Büroumgebung. Für Kundinnen und Kunden richtet die Agentur solche Besprechungsräume nach deren Bedürfnissen ein.

    Ein weiteres Anwendungsbeispiel liefert die BMW Group. Das Unternehmen simuliert via Metaverse reale Fabriken, um vor dem Bau Fehler in der Konstruktion vorherzusagen und auszumerzen. Spieleentwickler wie Roblox werkeln ebenfalls am Metaverse: User kreieren hier 3D-Welten, erwerben mittels eigener Kryptowährung virtuelle Grundstücke oder Kleidung von Gucci, Nike und Vans.

    Das Metaverse wird erst kommen

    Große Potenziale für das Metaverse sieht Felix Schulz im E-Commerce, Entertainment, Marketing, aber auch im Gesundheits- und Bildungsbereich. Trotz dieser Möglichkeiten hält Michael Waning den Hype der vergangenen Monate für überzogen: Unternehmen würden viele Dinge wie den Jugendschutz nicht hinterfragen, nur um den Anschluss nicht zu verpassen. Das gilt es künftig zu beachten.

    Spannend war die These, dass niemand weiß, wie das Metaverse der Zukunft aussieht. Seine Entwicklung steht erst am Anfang, genauso wie die Nutzerzahlen – so die Referenten. Unternehmen müssen ihre Zielgruppen aber auch in virtuellen Welten abholen. Agenturen können sie durch ihre Expertise im Content Marketing darin unterstützen – dessen Spielregeln gelten dort ebenso. Ein guter Tipp kam von Felix Schulz: „Das Metaverse lässt sich besser zeigen als erklären.“ Das geht über Influencer, durch geschaltete Anzeigen in bereits genutzten Medien oder indem Schnittstellen zwischen physischer und virtueller Realität geschaffen werden.

    Ihr wollt mehr über dieses aktuelle und spannende Thema wissen? Hier findet ihr unsere Aufzeichnung der Session:


    Über #Neuland

    Gemeinsam knöpfen sich die PRVA Newcomers, Young LSA und die GPRA Young Professionals ab jetzt regelmäßig die Trendthemen der Branche in der Veranstaltungsreihe „Neuland“ vor. Denn: Was für manche noch immer ein Buch mit sieben Siegeln ist, wurde für sie schon längst ein zweites Zuhause. Werdet mit ihnen vom Digital Immigrant zum Digital Native! Auf unseren Social Media-Kanälen (LinkedIn) weisen wir regelmäßig auf die kommenden #Neuland-Veranstaltungen hin. Folgt uns und stay tuned!


    Veröffentlicht am: 01.08.2022

  • Umweltkommunikation im 21. Jahrhundert

    Umweltkommunikation im 21. Jahrhundert

    Bei der letzten Neuland-Eventreihe der GPRA Young Professionals sind wir dem Thema Umweltkommunikation auf den Grund gegangen. Die überwältigende Teilnahme von über 70 Zuhörerinnen und Zuhörern belegte die Aktualität des Themas und den Wissensdurst junger Kommunikatorinnen und Kommunikatoren.

    Nachhaltigkeit war nach Digitalisierung das Buzzword des vergangenen Jahres. Mit neuen Richtlinien und Anforderungen an Unternehmen im europäischen Raum erreicht das Thema nun auch die Kommunikationsabteilungen der großen Unternehmen. Unternehmen stehen vor neuen Herausforderungen und so auch die sie beratenden Kommunikationsagenturen. Doch wie kommunizieren und vor allem mit wem?

    Bei der letzten Neuland-Eventreihe sind wir genau diesem Thema auf den Grund gegangen. Und die überwältigende Teilnahme von über 70 Zuhörerinnen und Zuhörern belegte die Aktualität des Themas und den Wissensdurst junger Kommunikatorinnen und Kommunikatoren.

    Offene Kommunikation & Transparenz

    Online-Event #Neuland

    Mit Agenturgeschäftsführer Juergen Gangoly, Journalistin Stephanie Hess sowie Unternehmenskommunikator Thorsten Sperlich durften wir tiefer in das Thema einsteigen und die verschiedenen Perspektiven beleuchten.
    Deutlich wurde dabei, wie sehr offene Kommunikation und Transparenz nun gefragt sind, auch wenn man noch nicht die ultimative Lösung gefunden hat.

    Und außerdem: Vieles muss erst noch erklärt werden – nicht nur für den Leser, sondern auch für den Journalisten, dessen Arbeit in den vergangenen Jahren stressiger und kurzweiliger geworden ist.

    Umweltkommunikation hält viele Kommunikationsbereiche parat – nicht immer ist der externe Blick des Journalisten schon angebracht. Thorsten Sperlich macht deutlich, dass Unternehmen vor allem intern alle Unternehmensbereiche mitnehmen müssen. Gerade global agierende Konzerne stehen vor der Herausforderung, die verschiedenen Wissens- und Bedeutungsebenen von Umwelt und Nachhaltigkeit zu vereinen. Hier gibt es viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

    Greenwashing adé

    Spannend war die These, dass die Angst vor Greenwashing so langsam der Vergangenheit angehört. Die medial bekannten Fälle sind durch die neuen gesetzlichen Richtlinien und Verpflichtungen für Unternehmen keine Option mehr. Denn Transformationsprozesse müssen nun auf einer globalen Ebene vorangetrieben werden, Augenwischerei hilft hier niemandem. Gerade Innovationen wie Cradle-to-Cradle sind tiefgreifende unternehmerische Prozesse, die sowohl der Umwelt zugutekommen als auch unternehmerische Kehrtwenden aufzeigen. Hierzu zählen auch grundsätzliche Veränderungen in den Unternehmen wie etwa die Anpassung der Produktpalette, sei es zur Reduzierung von Zucker oder das Ende von tierischen Produkten.

    Herausforderungen im Bereich Nachhaltigkeit

    Jürgen Gangoly brachte es auf den Punkt: Oft werden Familientraditionen aufgebrochen und neue Wege beschritten, das ist nicht immer leicht.
    Und dennoch gibt es Produkte, die nicht nachhaltig produziert werden können bzw. nicht nachhaltig sind. Ein wichtiges und kontroverses Thema, welchem sich die Speaker gestellt haben. Hier wurde deutlich: Wir befinden uns mitten im Prozess und nicht jeder Schritt ist jetzt schon klar definiert. Aber auch die Dimensionen sind nun nicht mehr nur auf das eigene Land beschränkt. Eine Verschiebung des Problems raus aus Europa hilft uns auf lange Sicht gesehen nicht mehr.

    Erfahrt mehr über dieses spannende und wichtige Thema und hört Euch die Argumente der Speaker im Recording der Session an:


    Über #Neuland

    Gemeinsam knöpfen sich die PRVA Newcomers, Young LSA und die GPRA Young Professionals ab jetzt regelmäßig die Trendthemen der Branche in der Veranstaltungsreihe „Neuland“ vor. Denn: Was für manche noch immer ein Buch mit sieben Siegeln ist, wurde für sie schon längst ein zweites Zuhause. Werdet mit ihnen vom Digital Immigrant zum Digital Native! Auf unseren Social Media-Kanälen (LinkedIn) weisen wir regelmäßig auf die kommenden #Neuland-Veranstaltungen hin. Folgt uns und stay tuned!


    Veröffentlicht am: 31.03.2022

  • #Neuland – KI für den Menschen!

    #Neuland – KI für den Menschen!

    Künstliche Intelligenz gilt als ein zentrales Thema in der Kommunikation – teilweise bereits heute, umso mehr aber in Zukunft. Welche Chancen und Herausforderungen kommen dabei auf uns zu? Welches sind relevante KI-Entwicklungen für die Kommunikationsbranche? Was müssen Kommunikationsprofis von morgen mitbringen? Diesen Fragen haben wir uns in der zweiten Episode unserer #Neuland-Reihe am 11. März gemeinsam mit den PRVA Newcomers aus Österreich und den Young LSA (YLSA) aus der Schweiz gewidmet. Unsere Gäste Reinhard Karger vom Deutschen Forschungszentrum für KI (DFKI) und Rainer W. Maassen, Geschäftsführer der Convento GmbH, haben mit den Zuhörerinnen und Zuhörern die Potentiale der Technologie für die PR-Branche diskutiert.

    Künstliche Intelligenz als Werkzeug verstehen und nutzen

    Reinhard Karger hob in seinem Eröffnungsstatement den Faktor Mensch hervor und warb für einen selbstbewussten und offenen Umgang mit der Technologie. Im Vordergrund sollte das Verständnis von KI als Werkzeug für den Menschen stehen. „Künstliche Intelligenz ist die Digitalisierung menschlicher Wissensfähigkeiten“, hat er als Definition von KI mitgebracht. Dazu zählt im Grunde alles von Rechnen, Schreiben, Bewegen bis hin zum Binden eines Schnürsenkels. Wird KI den Menschen überflüssig machen? Wohl kaum, denn auch wenn KI in der Verarbeitung von Wissen in Form von Daten überlegen ist (kognitiv), liegt der Mensch sensomotorisch, sozial und emotional um Längen vorne. Ob Roboter etwa jemals in der Lage sein werden, gleichzeitig Fahrrad zu fahren und einen Hemdknopf zu schließen, steht in den Sternen.

    Übersetzungs-KI kann nur nutzen, wer die Sprache beherrscht

    Dass KI eine Ergänzung ist, menschliche Kompetenz jedoch nicht ersetzt, zeigt sich am Beispiel von Übersetzungsdiensten. Der Anwender muss die Kompetenz haben, das Ergebnis beurteilen zu können. Hat er sie nicht, läuft er Gefahr, sich mit Übersetzungsfehlern aufgrund grammatikalischer Mehrdeutigkeiten oder Redewendungen der Lächerlichkeit preiszugeben. Die KI entbindet den Menschen somit nicht davon Sprachen zu lernen, ermöglicht es ihm aber, viel größere Textmengen in kürzerer Zeit zu verarbeiten.

    Big Data und KI in der Kommunikation

    Rainer W. Maassen, Geschäftsführer der Convento GmbH, zeigt, wie KI dabei unterstützen kann, Journalist:innen und Influencer zielgenau anzusprechen. Mittels Auswertung aller veröffentlichten Artikel entsteht eine Datenbank, in der Medienkontakte mittels Machine Learning nach Interessen und Themengebieten geclustert werden. So können Journalist:innen Inhalte zu den Themen erhalten, an denen sie tatsächlich interessiert sind. Das „Bauchgefühl“ von PR-Professionals wird dadurch nicht ersetzt – Stichwort soziale und emotionale Komponente – aber sie erhalten ein technologisches Hilfsmittel, mit dem sie ihre Arbeit auf datengestützte Fakten stützen können.

    Für die PR-Branche geben die Experten klare Empfehlungen:

    1. Entwicklung konkreter Probleme und daraus abgeleitete klare Anforderungen an KI-Lösungen. Generische Vorstellungen helfen bei der Entwicklung nicht weiter.
    2. Deep Learning ist datenhungrig! Deshalb ist Daten-Anamnese der nächste unverzichtbare Schritt. Welche Daten fallen an? Welche werden gehortet, aber nicht geteilt?
    3. Interessiert bleiben und jedes kostenfreie KI-Angebot ausprobieren. Denn Neugier ist die kleine Schwester der guten Idee.

    Kann KI eigenständige Entscheidungen treffen?

    Auf diese Frage einer Zuhörerin hat Karger eine klare Antwort: „Bei KI sprechen wir nicht von Entscheidungen, sondern von Entscheidungsunterstützung.“ Die Technologie kann schon lange triviale Entscheidungen treffen. Navigationssysteme umfahren beispielsweise Sperrungen auf Basis von Verkehrsdaten. Bei komplexen Entscheidungen – etwa in der Medizin – können KI-Werkzeuge unterstützend eingesetzt werden. Auswertungen von CT- und Röntgenbildern und Patientendaten sind eine Unterstützung bei der Therapieplanung und helfen dabei menschliche Fehler zu vermeiden. Auch das Beispiel der Medizin zeigt sehr deutlich, dass der Entscheider jederzeit nachvollziehen können muss, aus welchen Gründen die Entscheidungsunterstützung angeboten wird.

    Dass Roboter uns beherrschen, passiert allenfalls in der Phantasie von Hollywood. Am Ende kommt es eben doch auf den Menschen an!


    Über #Neuland

    Gemeinsam knöpfen sich die PRVA Newcomers und die #GPRA Young Professionals ab jetzt regelmäßig die Trendthemen der Branche in der Veranstaltungsreihe „Neuland“ vor. Denn: Was für manche noch immer ein Buch mit sieben Siegeln ist, wurde für sie schon längst ein zweites Zuhause. Werdet mit ihnen vom Digital Immigrant zum Digital Native! Auf unseren Social Media-Kanälen (LinkedIn) weisen wir regelmäßig auf die kommenden #Neuland-Veranstaltungen hin. Folgt uns und stay tuned!


    Autor: Samuel Gönner
    Veröffentlicht am: 25.03.2021


    Die neuesten Beiträge der Young Professionals:

    • Kommunikationsverbände: Branchennachwuchs kooperiert ab sofort im gesamten DACH-Raum

      Kommunikationsverbände: Branchennachwuchs kooperiert ab sofort im gesamten DACH-Raum

      Die verbands- und länderübergreifende Kooperation der PRVA Newcomers aus Österreich und der GPRA Young Professionals aus Deutschland bekommt Zuwachs: Mit dem Young LSA (YLSA) aus der Schweiz wird die Zusammenarbeit ab sofort auf die gesamte DACH-Region ausgedehnt und die länderübergreifende Vernetzung des Branchennachwuchses gestärkt. Gemeinsam führen sie die virtuelle Eventreihe “Neuland” fort. Der Schwerpunkt der ersten gemeinsamen Session wird Künstliche Intelligenz sein.

      Das Arbeiten von morgen

      Zürich/Wien/Berlin, 03.03.2021 – Schwerpunkt der Eventreihe „Neuland“ bilden Innovationen in der professionellen Kommunikation, die gemeinsam mit Expertinnen und Experten von Agentur- und Unternehmensseite diskutiert werden. Künstliche Intelligenz sowie Virtual und Augmented Reality sind zentrale Themen in der Kommunikation – teilweise bereits heute, umso mehr aber in Zukunft. In der zweiten NeulandVeranstaltung am 11. März 2021 gehen die Verbände daher mit den beiden TopSpeakern Christine Dingler und Reinhard Karger diesen Fragen nach: Welche Möglichkeiten, Chancen und Herausforderungen kommen dabei auf uns zu? Welches sind relevante KI-Entwicklungen für die Kommunikationsbranche? Was müssen Kommunikationsprofis von morgen mitbringen?

      Christine Dingler ist Beraterin für Innovationskommunikation bei BCW Germany und CoFounderin der Initiative „Zukunftsnarrative”, die das Ziel verfolgt, die Chancen der Digitalisierung aufzuzeigen. Reinhard Karger, der Unternehmenssprecher des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, bereichert die digitale Veranstaltung mit seiner Fachexpertise rund um Künstliche Intelligenz.

      Kooperation auf DACH-Region ausgeweitet

      Seit Anfang 2021 umfasst die Kooperation mit dem neu beigetretenen LSA aus der Schweiz nun die gesamte DACH-Region. „Wir haben uns vor Kurzem neu formiert. Seit mehreren Jahren sind wir bereits im Austausch mit Österreich und Deutschland. Dieser wird nun intensiviert. Vom trinationalen Wissenstransfer profitieren die Mitglieder aller drei Verbände“, freut sich Stefanie Probst vom Young LSA.

      „Erfolgreiche Kommunikation überwindet das Denken in Disziplinen. Auch bei unserer DACH-weiten Kooperation möchten wir Grenzen überwinden und damit den internationalen Know-how-Austausch forcieren”, so Bettina Loidhold aus dem Führungsteam der PRVA Newcomers aus Österreich.

      „Durch unsere Kooperation bieten wir die wohl größte Plattform für Wissenstransfer für Young Professionals im DACH-Bereich – und verlieren dabei die Eigenschaften unserer Länder nicht aus dem Auge. Darauf sind wir stolz, arbeiten aber auch in Zukunft daran, Synergien in unseren Märkten zu erkennen und zu nutzen”, ergänzt Benita Daube von den GPRA Young Professionals.


      Veranstaltung:
      „Unternehmenskommunikation: Wie verändert Künstliche Intelligenz das Arbeiten von morgen?“

      Datum: Donnerstag, 11. März 2021
      Zeit: 17.00 Uhr
      Ort: via Zoom
      Anmeldung zur Veranstaltung


      Über die GPRA e. V. und die GPRA Young Professionals

      Die GPRA e.V. ist seit 1974 der Verband der führenden Kommunikations- und PR-Agenturen Deutschlands und hat ihren Sitz in Berlin. Mit strengen Aufnahmekriterien und hohen Anforderungen an ihre Mitglieder setzt sie Standards in der PR-Branche und fördert den Austausch zwischen den Mitgliedern und Meinungsbildnern. Die GPRA repräsentiert 36 Agenturen mit circa 2.800 Mitarbeitern und einem Marktanteil von fast 50 Prozent. Im Rahmen der im Februar 2020 gegründeten Nachwuchsinitiative der GPRA Young Professionals engagiert sich der Branchennachwuchs führender deutscher PR- und Kommunikationsagenturen mit dem Ziel, durch eigene Themen die Weiterentwicklung des Kommunikationsmarktes voranzutreiben. Gleichzeitig bietet die Initiative eine Plattform zur aktiven Vernetzung des Nachwuchses innerhalb des Verbandes. Mehr unter www.gpra.de/gpra-young-professionals/

      Über den PRVA und die PRVA Newcomers

      Der Public Relations Verband Austria ist der unabhängige, auf Freiwilligkeit basierende Verband der Kommunikationsexpertinnen und -experten in Unternehmen, Agenturen und Organisationen in Österreich. Die PRVA Newcomers sind die Nachwuchsorganisation des PRVA und der österreichische Leitverband für PR-Einsteiger und -Professionals bis 30 Jahren. Mehr unter www.prva-newcomers.at

      Über den LSA und den Young LSA

      LEADING SWISS AGENCIES ist die zentrale Drehscheibe der führenden Kommunikationsagenturen der Schweiz. Der Verband unterstützt seine Mitgliedsagenturen dabei, ihre führende Position im Markt auszubauen, den gebotenen Mehrwert für Kunden, Mitarbeitende und Konsumenten weiter zu optimieren sowie gemeinsam die Schweizer Kommunikationslandschaft nachhaltig zu prägen und spürbar voranzutreiben. Der Young LSA ist die Nachwuchsplattform des LSA. Mehr unter www.leadingswissagencies.ch

      Logo


      Die neuesten Beiträge der GPRA Young Professionals:

      • Let’s explore #Neuland – 10 Takeaways von der TikTok-Session mit Lisa Girard und Adil Sbai

        Let’s explore #Neuland – 10 Takeaways von der TikTok-Session mit Lisa Girard und Adil Sbai

        Authentisch, bunt und reichweitenstark: So lässt sich die in 2020 am meisten heruntergeladene App TikTok am besten beschreiben. In einer Websession im Oktober diesen Jahres, die wir im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Neuland” zusammen mit den PRVA Newcomers gehosted haben, sind wir dem Phänomen TikTok auf den Grund gegangen.
        Unsere geladenen Experten: Lisa Girard, Consumer Communication Specialist bei TikTok und Adil Sbai, TikTok-Experte, CEO der Community Marketingagentur weCreate und influData.com und Autor der TikTok Bibel. In einem kurzen Vortrag von Lisa Girard haben wir einen Einblick in die Funktionsweise des Kanals und seines Algorithmus bekommen. Außerdem hatte sie einige Highlight Cases dabei, die die Vielfalt der Möglichkeiten deutlich machten. Mit Adil Sbai tauschten wir uns zu seinen Erfahrungen mit TikTok aus. So entfaltete sich eine rege Unterhaltung, in der auch Fragen der Zuhörenden beantwortet wurden.

        Unsere zehn größten Takeaways haben wir hier für euch festgehalten:

        1. Content ist King. Auf TikTok können User allein mit guten Inhalten eine immens hohe organische Reichweite generieren.

        Das liegt vor allem an dem „For you“-Feed, der nicht nur nach individuellen Präferenzen filtert, sondern auch Vorschläge auf Basis des Mehrwerts für die Community ausspielt. Er steht getrennt vom Feed mit Inhalten der Creators, denen User folgen – und lässt TikTok-Fans immer wieder neue Accounts entdecken, unabhängig von deren Follower-Anzahl. Auf diese Weise können auch Videos von bisher unbekannten Creators viral gehen. Mehr Informationen, wie der „For you“-Feed funktioniert, bekommt ihr hier.

        2. TikTok ist der Host, das Herz der Plattform sind die Creators.

        Und die haben ihre ganz eigene Sprache, die Marken und Unternehmen erst einmal lernen müssen. Ein Beispiel: Männliche Creators, die ein Handtuch auf dem Kopf tragen, stellen eine Frau dar.
        Tipp für Newbies: Im „Entdecken“-Feed lassen sich die neuesten Trends sowie die aktuell angesagten Sounds schnell identifizieren, außerdem bietet die App einen einfachen Überblick über die aktuell angesagten Hashtags.

        3. Auf TikTok tummelt sich noch immer vorrangig die Generation Z. Die Plattform wird aber auch für andere Zielgruppen zunehmen interessant. Daher eignet sich der Channel für Produkt-PR, Content Marketing, Employer Branding und vieles mehr. Je nach Zielsetzung kann der Kanal für B2C- als auch für B2B-Unternehmen interessant sein.

        Neben Themen wie #pride, #blacklivesmatter, Hunde- und Katzenvideos, Nachhaltigkeit und vielem mehr können auch Unternehmen ihre Botschaften und Produkte auf dem Kanal platzieren – so lange sie es kreativ tun und mit ihren Videos aktuelle Trends authentisch und sinnvoll umsetzen.

        4. Interaktion und Eingehen auf die Community ist für Marken unverzichtbar.

        Wie? Indem sie auf kreative Weise Inhalte und Trends auf der Plattform aufgreifen, einen Mehrwert für die Community schaffen (Unterhaltung, Inspiration und Information) – und sich manchmal selbst nicht so ernst nehmen. Fail Videos, in denen sich die Protagonisten z.B. den Kopf stoßen, oder Storytelling in Alltagssituationen machen Marken menschlich, wie auch „Behind the Scenes“-Momente. Eine weitere gute Option ist es, mit Content Pieces die Kommentare, Fragen und Anregungen der Crowd aufzugreifen.

        5. Für den Start der Markenplattform empfiehlt sich die Kooperation mit bekannten Creators.

        Denn diese wissen, was der Community gefällt und sprechen deren Sprache. “Don’t make Ads, make TikToks” ist daher der Claim der TikTok-Marketingabteilung. Die Kosten für Kooperationen mit Creators variieren je nach Bekanntheitsgrad.
        Aber wie bereits erwähnt, können Videos durch den “For you” Feed zum viralen Hit werden. Einige Corporate präsentieren sich schon sehr kreativ, wie die Volksbank Mittelhessen (@vbmittelhessen).

        6. Marken und Corporates müssen für owned TikTok-Content weder ein pralles Budget haben, noch müssen sie in professionelles Equipment für die Content-Kreation investieren.

        Denn die Maßstäbe für Qualität werden von der Community selbst bestimmt. Und die sind nicht zwingend die, die wir PR-Professionals für eine Videoproduktion für andere Kanäle veranschlagen würden. Das Unternehmensprofil auf der Plattform ist komplett kostenlos. Hier lassen sich auch umsonst Statistiken zu Nutzerzahlen und Verweildauer auswerten.
        Trotzdem sollten Marken Budget und Zeit für die Pflege des Accounts und – ganz wichtig – für kreative neue Ideen einplanen.
        Natürlich lassen sich auf TikTok aber auch verschiedene Formen von Ads schalten, die mit einem Call-to-Action Button versehen werden können. Auch hier empfiehlt es sich, mit Creators zusammenzuarbeiten, um Markenbotschaften auf möglichst kreative Weise zu pushen.
        Ein weiterer Anreiz für den unternehmenseigenen TikTok-Account: Der Deutsche Preis für Online-Kommunikation hat schon eine Sonderkategorie für TikTok etabliert.

        7. Auch bei bekannten Accounts ist nicht garantiert, dass die Beiträge gut performen.

        Der Haken und gleichzeitig auch der Treiber der Plattform: Qualität ist das, was der Endverbraucher als Qualität empfindet. Erst wenn die für die Community stimmt, performt ein Content Piece gut. Man muss sich also mit jedem neuen Post anstrengen und kreative Ideen liefern, die nicht nur den eigenen Chef oder die eigene Chefin begeistern.
        Aber: Content braucht manchmal auch einfach Zeit. Es gibt Videos, die nach zwei Monaten plötzlich überraschend viral gehen, weil der verwendete Sound stärker genutzt wird oder weil ein Creator mit einem Duett reagiert.

        8. TikTok ist eine reine Spaß-Plattform? Weit gefehlt.

        TikTok scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, diverse Inhalte spaßig zu verpacken und gleichzeitig soziale Verantwortung zu übernehmen. Mit der Initiative „TikTok for good“ fördert TikTok NGOs, zum Beispiel die Felix Burda Stiftung, die sich in kurzen Videos für Darmkrebs-Vorsorge stark macht. Eine weitere edukative Aktion ist unter dem Hashtag #LernenMitTikTok präsent.

        9. Angst vor Copyrights? Null Problemo.

        Sounds werden über die Sound Library auf der Plattform selbst ausgewählt. Die ist für Unternehmen leider nicht ganz so umfangreich, allerdings sind die Copyrights durch Verträge mit allen Major Labels gesichert. So kann der TikTok-Content zum Beispiel auch bei Instagram problemlos verwendet werden.

        10. TikTok bemüht sich um Sicherheit von jungen Menschen.

        TikTok ist für Personen ab 13 Jahren vorgesehen. Die Möglichkeit, Direktnachrichten zu senden und zu empfangen, besteht erst für registrierte Konten ab 16 Jahren. Außerdem hat TikTok den “begleiteten Modus” eingeführt: Hier wird das TikTok-Konto eines Elternteils mit dem Konto des Teenagers verknüpft. Das Elternteil kann die Handlungen des Teenagers verfolgen, sobald er oder sie in der App aktiv ist. So kann beispielsweise eingeschränkt werden, wie viel Zeit in der App verbracht werden darf, wer Nachrichten senden kann und welche Inhalte ausgespielt werden.


        Über #Neuland

        Gemeinsam knöpfen sich die PRVA Newcomers und die #GPRA Young Professionals ab jetzt regelmäßig die Trendthemen der Branche in der Veranstaltungsreihe „Neuland“ vor. Denn: Was für manche noch immer ein Buch mit sieben Siegeln ist, wurde für sie schon längst ein zweites Zuhause. Werdet mit ihnen vom Digital Immigrant zum Digital Native! Auf unseren Social Media-Kanälen weisen wir regelmäßig auf die kommenden #Neuland-Veranstaltungen hin. Folgt uns und stay tuned!