Schlagwort: Alexandra Groß

  • GPRA-Präsidium im Amt bestätigt

    GPRA-Präsidium im Amt bestätigt

    • Am 02. März 2023 fand in Hamburg die jährliche Mitgliederversammlung der GPRA statt.
    • Umfangreiches Programm für 2023/2024 verabschiedet.
    • Das bestehende Präsidium setzt seine Arbeit für zwei weitere Jahre fort.

    Berlin, 03.03.2023 – ­Am Donnerstag, den 02.03.2023 fand in Hamburg die Mitgliederversammlung des GPRA e.V., dem Branchenverband der führenden Kommunikationsagenturen in Deutschland, statt. Satzungsgemäß stand in diesem Jahr die Wahl des Präsidiums auf dem Programm. Das bestehende Präsidium mit der Vorsitzenden Alexandra Groß (Fink & Fuchs), Hanning Kempe (FleishmanHillard), Jelena Mirkovic (komm.passion), Matthias Wesselmann (fischerAppelt) und Peter Heinrich (Heinrich Kommunikation) kandidierte unverändert für eine weitere Amtszeit und wurde einstimmig für zwei weitere Jahre gewählt. Hanning Kempe übernimmt weiterhin den stellvertretenden Vorsitz.

    „Ich freue mich über das Vertrauen unserer Mitglieder in unsere Arbeit und das Engagement der Mitgliedsagenturen bei den zahlreichen Projekten des Verbandes. Unser Ziel, das Vertrauen in unsere Branche mit dem Setzen von nachvollziehbaren Qualitätsstandards weiter zu stärken, erreichen wir nur gemeinsam“, sagt Alexandra Groß.

    Arbeitsprogramm 2023/2024: Nachwuchsförderung, Qualität und Nachhaltigkeit im Fokus

    GPRA Präsidium: von links: Peter Heinrich, matthias Wesselmann, Jelena Mirkovic, Hannign Kempe, vorne mittig: Vorsitzende Alexandra Groß
    Das GPRA-Präsidium: v.l. Peter Heinrich, Matthias Wesselmann, Jelena Mirkovic, Hanning Kempe; vorne: Alexandra Groß

    Das Arbeitsprogramm für die nächsten zwei Jahre widmet sich der Förderung des Branchennachwuchs, einem Framework für hochwertige Kommunikationsberatung sowie Maßnahmen für mehr Orientierung und Transparenz im Markt. Die einzelnen Arbeitsgruppen haben separate Aktionspläne vorgelegt.

    So arbeitet die Gruppe „Nachhaltiges Handeln“ an einem Branchenleitfaden und Best Practice Toolkit für Agenturen; die Arbeitsgruppe HR an einem exklusiven Trainingsangebot für Berufseinsteiger. Bestehende Initiativen wie das GPRA Stipendium, Forschungsprojekte zu Qualitätsmaßstäben in der Kommunikationsberatung, der Podcast „Kommunikationscafé“ der Young Professionals-Gruppe, die Event-Reihe „Neuland“ gemeinsam mit den Verbänden in Österreich und der Schweiz werden weitergeführt.

    Die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden bleibt ein wichtiger Anker des Verbandes. Im Mittelpunkt steht dabei gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Public Relations (DPRG) und dem Bundesverband der Kommunikatoren (BdKom) im Deutschen Rat für PR die Wahrung der Ethik-Standards in der Branche.


    Über den GPRA e.V.

    Die GPRA ist seit 1974 der Verband der führenden Kommunikations- und PR-Agenturen Deutschlands und hat ihren Sitz in Berlin. Mit strengen Aufnahmekriterien und hohen Anforderungen an ihre Mitglieder setzt sie Standards in der PR-Branche und fördert den Austausch zwischen den Mitgliedern und Meinungsbildnern. Die GPRA repräsentiert 38 Agenturen mit circa 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Marktanteil von fast 50 Prozent.


    Pressekontakt

    GPRA e. V.
    Isabelle Hoyer
    Alt-Moabit 90
    10559 Berlin
    Tel. 030 405599-38
    Mobil: 0171-2083827
    E-Mail: i.hoyer@gpra.de

    www.gpra.de

  • GPRA: „Mitarbeiterbindung ist kein Nebenjob!“

    GPRA: „Mitarbeiterbindung ist kein Nebenjob!“

    Agenturen müssen die Qualitätsstandards fürs Personalmanagement hochsetzen, sagt die Präsidentin der Gesellschaft Public Relations Agenturen GPRA im Gastbeitrag für W&V.

    Wer die Schlagzeilen der letzten Tage verfolgt, der mag sich wundern: Ach, jetzt haben auch wir Fachkräftemangel. Zwei aktuelle Untersuchungen belegen das eindrücklich mit Zahlen. Richtig gefragt und addiert, kommt man da auch auf besorgniserregende Prognosen.

    Der Nachwuchs ist da!

    Alexandra Groß
    Alexandra Groß

    Nüchtern betrachtet ist es tatsächlich so, dass der Arbeitsmarkt in allen Branchen stärker in Bewegung gekommen ist. Das gilt natürlich auch für uns. Kaum eine Agentur oder ein Unternehmen, das nicht Fachleute an den Markt abgeben musste. Spannend wäre es aber auch mal zu sehen, wie viele Stellen im letzten Jahr besetzt wurden. Irgendwo sind die meisten Kommunikationsexperten ja hin gewechselt.

    Gleichzeitig war das Angebot an Aus- und Qualifizierungsmöglichkeiten für den Kommunikationsberuf nie größer. Weit über 350 Studienangebote gibt es im Zusammenhang mit Kommunikation und Medien, Nachbardisziplinen – die vielseitig einsetzbare Betriebswirtschaft noch gar nicht eingerechnet. Die Studiengänge sind in der Regel alle gut besucht. Auch der Wechsel zwischen den Branchen, zum Beispiel Journalisten, die auf Agentur- oder Unternehmensseite wechseln, findet regelmäßig statt.

    Worum geht es wirklich?

    Ich frage mich schon lange, ob der viel zitierte Fachkräftemangel die eigentlichen Fragestellungen in der Kommunikationsbranche übertünchen soll.

    Gerade Agenturen kennen die Notwendigkeit der schnellen Stellenbesetzung, wenn ein neues Groß-Mandat gewonnen wurde, in der Agentur gut ausgebildete Kommunikationsfachleute zum Unternehmen wechseln, zum Wettbewerber gehen oder gar was ganz Neues machen.

    Der Kreis der Personaler in der GPRA hat diese Herausforderung bei jedem Treffen auf der Agenda – und das seit vielen Jahren. Das Recruiting neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist in jedem Gespräch zwischen Agentur-Personalern präsent. Das liegt in der Natur der Sache: Das People’s Business ist davon geprägt, sich kontinuierlich um neues Personal zu bemühen.

    Das Problem liegt viel tiefer.

    Vor allem Agenturen sind gefordert, konsequent an ihrer Arbeitgebermarke zu arbeiten, ihr Engagement, mit dem Nachwuchs frühzeitig in Kontakt zu kommen, zu steigern, ihre Personalarbeit zu professionalisieren, und dort in Personal-Fachkräfte zu investieren, die diese Aufgaben lösen.

    Es braucht eine bessere Personalarbeit

    Dazu zählt nicht nur das Recruiting, sondern auch Entwicklungspläne für Mitarbeitende zu bauen, Perspektiven aufzuzeigen, wie man in Agenturen auch Fachkarrieren machen kann und über Potenzialanalysen künftige Management-Nachfolger zu finden und aufzubauen.

    Wenn Agenturen mit eigenen Experten neue Wege finden, ihre Mitarbeitenden zu binden, ist die Recruiting-Aufgabe dann auch nicht mehr ganz so groß. Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg. Wer in Fachkräfte für Personalarbeit investiert und für die vielfältigen Aufgaben jeweils auf Experten setzt – ein Recruiter ist etwas anderes als ein Personalentwickler –, hat einen entscheidenden Schritt getan.

    Geschäftsführer oder Kommunikationsexperten mit Interesse an Personalarbeit können dies nur im Nebenjob erledigen. Das wird der Mammutaufgabe in keinem Fall gerecht. Denn diese Arbeit braucht Know-how, Netzwerk und Zeit.

    Anstatt über den Dauerbrenner Fachkräftemangel zu klagen, sollten wir den Professionalisierungsgrad der Personalbereiche von Agenturen regelmäßig bewerten. Mit der Einführung des Consultancy Management Qualitätsstandards für Kommunikationsagenturen haben wir einen ersten Schritt in ein Benchmarking getan. Die Zertifizierung betrachtet ausführlich das Personalmanagement in Agenturen und zwingt uns, hier kontinuierlich besser zu werden.


    Erschienen am 13.01.2022 als Gastbeitrag in der W&V+.

  • Fink & Fuchs übernimmt Kommunikation für den Unternehmensverbund Speyer & Grund, Friedrich Feldmann und Hygreen

    Fink & Fuchs übernimmt Kommunikation für den Unternehmensverbund Speyer & Grund, Friedrich Feldmann und Hygreen

    Wiesbaden, 08.11.2021 – Fink & Fuchs hat den Zuschlag für die umfassende Kommunikation des Unternehmensverbunds Speyer & Grund, Friedrich Feldmann und Hygreen erhalten. Die Wiesbadener Kommunikationsexperten betreuen die Medienarbeit für die Marken SURIG, FELDMANN Manufaktur und Hygreen.

    Fink & Fuchs übernimmt das komplette Management der Medienkommunikation sowie die Weiterentwicklung der Kommunikationsstrategie für alle drei Marken. Ein erster kommunikativer Meilenstein ist die Markteinführung des ersten deutschen Balsamico-Innovation mit Nutri-Score B und des Natur Apfelessigs Balsamo der FELDMANN Manufaktur.

    „Mit Fink & Fuchs haben wir einen erfahrenen Partner für die Weiterentwicklung unserer Kommunikationsarbeit an unserer Seite“, so Oliver Sladek, Geschäftsführer und zuständig für das Marketing der Marken SURIG und FELDMANN Manufaktur. „Besonders überzeugt haben uns das kreative Storytelling sowie die vielfältigen Ansätze für die Stakeholderansprache.“

    „Wir sind stolz darauf, die Kommunikation des Traditionsunternehmens Speyer & Grund mitzugestalten und die Kommunikation zu den vielfältigen Innovationen und neuen Marken aufzubauen“, sagt Alexandra Groß, Vorstandsvorsitzende der Fink & Fuchs AG. „Ganz besonders freut uns, dass Speyer & Grund einen Schwerpunkt bei Nachhaltigkeit und damit auf klimafreundliche Produkte und Produktionsprozesse legt.“


    Kurzprofil Unternehmensverbund Speyer & Grund, Friedrich Feldmann und Hygreen

    Speyer & Grund ist ein 1863 gegründetes Traditionsunternehmen, auf dessen Produkte Verbraucher:innen seit Generationen vertrauen. Es ist vor allem für seine Marke SURIG bekannt, die Essigessenz und Zitronensäure in höchster Lebensmittelqualität herstellt und seit Jahrzehnten Marktführer in diesem Bereich ist.

    Friedrich Feldmann ist der Spezialist für Gärungsessige. Die Marke FELDMANN Manufaktur steht für hochwertige Fruchtessige in Manufaktur-Qualität. Alle Essige zeichnen sich durch Zutaten in Bio-Qualität aus, die vorzugsweise aus regionaler Herstellung von ausgewählten Lieferanten stammen. Die Marke bringt zudem die erste deutsche Balsamico-Innovation mit Nutri-Score B auf den Markt.

    Im Jahr 2020 gründete sich das Unternehmen Hygreen mit der gleichnamigen Marke. Hygreen ist der Spezialist für nachhaltige und effektive Reinigungsmittel auf der Basis von Lebensmittelsäuren wie Essigessenz und Zitronensäure. Das Produkt ist die pflanzliche Alternative zu vielen Reinigungsmitteln im Haushalt.


    Kurzprofil Fink & Fuchs AG

    Als Spezialist für die Kommunikation von Veränderung und technologischem Wandel ist Fink & Fuchs seit über 30 Jahren der strategische Partner für Unternehmen, Verbände und öffentliche Auftraggeber. Die Kommunikationsagentur beschäftigt in Wiesbaden, München und Berlin 70 MitarbeiterInnen, zählt zu den drei am meisten empfohlenen Agenturen in Deutschland (brand eins, Statista-Ranking) und wurde dreimal als Agentur des Jahres (PR Report / Holmes Report) ausgezeichnet. Zu den über 50 Kunden gehören unter anderem Bundesverband der Hörgeräteindustrie (BVHI) Cisco Deutschland, Computacenter, Salesforce und Schott. Fink & Fuchs gestaltet im Präsidium des Agenturverbandes GPRA die Weiterentwicklung der Kommunikationsbranche mit. Weitere Informationen: » www.finkfuchs.de | » www.finkfuchs.de/blog | » twitter.com/finkfuchs

    Vorstand: Alexandra Groß (Vors.) | Stephan Fink | Martin Fuchs | Michael Grupe
    Vorsitzender des Aufsichtsrats: Steffen Mai; Amtsgericht Wiesbaden, HRB 7013


    Pressekontakt

    Alexandra Groß
    E-Mail: alexandra.gross@finkfuchs.de
    Telefon: 0611-741310


  • Ist Public Relations der bessere Journalismus?

    Ist Public Relations der bessere Journalismus?

    Autorinnenbeitrag von Alexandra Groß – veröffentlicht am 20.03.2020 im PR Journal

    Informationen, die von Unternehmen kommen, besitzen eine höhere Glaubwürdigkeit als Nachrichten aus traditionellen Medien. Das ist eines der Ergebnisse der jüngsten Sonder-Ausgabe des Edelman Trust Barometers. Auch wenn sich in der aktuellen Untersuchung die Ergebnisse primär auf die Corona–Krise beziehen, erhält dieses Ergebnis Unterstützung von wissenschaftlicher Seite.

    „Leser von Nachrichten im Internet haben PR-Texte im Internet als glaubwürdiger bewertet als Texte von Journalisten zum gleichen Thema“. So äußerte sich Professorin Romy Fröhlich im Rahmen einer Podiumsdiskussion, die die Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) anlässlich ihrer letzten Jahrestagung an der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt hat. Hintergrund ist eine Befragungsstudie, die unlängst am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung abgeschlossen wurde. Darin zeigt sich, dass Nutzer im Internet nur noch rudimentär zwischen journalistischen Inhalten und PR-Inhalten mit hohem journalistischen Simulationsgrad unterscheiden. Die PR-Texte – in der Studie wurden reale Inhalte getestet – wurden sogar als glaubwürdiger und interessanter bewertet als die journalistischen Texte zum gleichen Thema. Wow!

    Die Diskussion hat schnell ergeben, dass Unternehmen und Organisationen schon sehr lange hohe Qualitätsmaßstäbe an ihre kommunizierten Inhalte ansetzen. Mitarbeiter und Nachwuchskräfte schauen inzwischen genauer hin, für welche Organisation sie heute arbeiten – und wie die Haltung der Arbeitgeber zu seriöser Kommunikation mit den wichtigen Bezugsgruppen ist. Ein Großteil der PR-Agenturen liefert dazu schon sehr lange ihren Beitrag. Nicht erst seitdem viele Nachbardisziplinen auch gemerkt haben, dass „Content King ist“. Gemeinsam mit ihren Kunden haben PR-Agenturen die Qualität der Information kontinuierlich verbessert.

    Das liegt wohl auch unter anderem daran, dass in vielen PR-Agenturen inzwischen zahlreiche Journalisten arbeiten, die ihr Handwerk – neutrale und verständliche Informationsvermittlung – von der Pieke auf gelernt haben. In PR-Agenturen arbeiten sie allerdings weniger für die schnelle Schlagzeile, vielmehr stehen substanzielle Geschichten im Vordergrund. Natürlich machen auch Unternehmen und Organisationen Jagd auf Klicks, aber dabei geht es selten um die schiere Masse, sondern um Qualität und am Ende um den nächsten Kunden.

    Ich spüre täglich, wie in dieser angespannten Situation, in der sich der Fokus der Inhalte massiv verschiebt, der Informationsfluss in LinkedIn abnimmt. Gut so. Mit Resonanz braucht man in Zeiten, in denen sich die Relevanzmaßstäbe von Inhalten verschieben, eh nicht zu rechnen. Der Aufruf von Professor Thomas Pleil von der Darmstadt University of Applied Sciences über Twitter, die Werbeaktivitäten doch mal zu überdenken, kommt da gerade recht.

    Gleichzeitig kann man sich nur über die Schlagzeilen einiger Medien wundern, die die Öffentlichkeit mit Corona-Live-Tickern und immer wieder neuen und vermeintlich atemraubenden Schlagzeilen überziehen. Wie eine Droge sollen Leser im Web dazu verführt werden, jede einzelne Schlagzeile zu konsumieren. Dies, obwohl große, nationale wie internationale Medien festgestellt haben, dass eine Reduktion der Nachrichten im Web am Ende für mehr Leser sorgt.

    Wen wundert es da noch, dass bei solchem journalistischem Brachialvorgehen die Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleibt und man sich an PR-Texten orientiert. Dass PR die bessere Werbung ist, daran zweifelt inzwischen ja niemand mehr, aber dass PR zum besseren Journalismus mutiert, wäre eine bedenkliche Entwicklung. Dazu ist die Aufgabe der unabhängigen Medien als Korrektiv in einer demokratischen Gesellschaft viel zu wichtig. Was PR und Journalismus aber gemeinsam haben, ist die gestiegene Verantwortung bei der Informationsverbreitung. Mir wäre es am liebsten, wenn wir künftig gemeinsam den Qualitätsanspruch an gute Information noch weiter nach oben drehen.

    Über die Autorin: Alexandras Groß ist seit 2019 Vorstandsvorsitzende der Fink & Fuchs AG. In ihrer Rolle ist sie verantwortlich für die übergeordnete Gesamtleitung und die strategische Weiterentwicklung der Kommunikationsagentur. Seit Mai 2017 ist sie zudem stellvertretende Präsidentin der GPRA – Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland.

  • Eindrücke der DGPuK: Die Rolle der Kommunikatoren für Mensch, Medien und Gesellschaft

    Eindrücke der DGPuK: Die Rolle der Kommunikatoren für Mensch, Medien und Gesellschaft

    Alexandra Groß, Vorstandsvorsitzende bei Fink & Fuchs und Präsidiumsmitglied der GPRA war bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) vor Ort. Nachfolgend die Eindrücke zur diesjährigen Veranstaltung:

    Eine Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), jetzt, mit Corona überall? Ja, auch wenn sich die Veranstalter die Entscheidung nicht leicht gemacht haben. Die Diskussionen darüber zeigten aber auch deutlich, wie wichtig es ist, zu kommunizieren, sich auszutauschen.

    Mit dem Motto #Medien #Mensch #Gesellschaft wird auch klar, warum nicht nur durch Polarisierung, Ängste und Ausgrenzung in der Gesellschaft Medien, Kommunikatoren und der Wissenschaft eine wichtige Rolle zukommt. Die Panik rund um Corona zeigt ganz exemplarisch, wie wichtig diese Aufgaben sind – und wie groß die Herausforderung ist, Menschen zu erreichen, zu informieren und aufzuklären. Und nicht der klickheischenden Aufregung noch Futter zu geben.

    Unter diesen Vorzeichen hat die DGPuK begonnen – wenngleich mit ausgedünnten Reihen. Als einer der Sponsoren sind wir gern auch vor Ort beteiligt.

    Den Startimpuls gab Tech-Kritiker Evgeny Morozov in seiner Keynote Beyond the Big Tech: Small, Humane or Democratic Tech. Sein Thema: In der Debatte zu Gegenszenarien zu Big Tech bleiben die meisten Ansätze im gesetzten kapitalistischen Modell. Sowohl eine Stärkung des Staates als auch die Förderung vieler kleiner Startups statt einzelner großen Akteure wie Facebook oder Google würden einen entscheidenden Akteur außen vor lassen: die Bürgerinnen und Bürger.

    Momentan ginge es daher viel zu wenig darum, wie sie selbst oder auch NGOs und Institutionen zusammenarbeiten und gemeinsam Innovation schaffen könnten, statt nur als User und Konsumenten gesehen zu werden. Die Rolle des Staates dabei besteht für Morozov darin, sich dafür einzusetzen, dass sie Zugang zu Infrastruktur erhalten, ohne sich Sorgen über die Kosten machen zu müssen.

    Seine Hauptkritik an Big Tech als „hochentwickeltster Teil des Kapitalismus“: Unternehmen wie Uber werden als Erfolgsbeispiel gesehen, obwohl sie große Verluste machen und ihr Modell nicht nachhaltig sei: Würden sie sich durchsetzen, würden Preise steigen oder Fahrer ihren Job verlieren. Würden sie sich nicht durchsetzen, sei das Geld aller Investoren, zu denen auch Pensionsfonds zählen, verbrannt. Gefragt seien stattdessen dezentrale Strukturen, die Bürgerinnen und Bürger ermächtigen. Einen Fahrplan für die Umsetzung hat Morozov allerdings nicht.

    Verschmelzen Journalismus und PR zukünftig?

    Nach diesem Denkimpuls starteten die Panels – und mit dem Panel zu Strategischer Kommunikation eines, das für Agenturen wie Medien zentrale Fragen behandelte.

    Es ging um die Rollen von Journalismus und PR – und die Gefahren, die in ihrem Verschwimmen liegen. Wenn aktuelle Studien ergeben, dass PR-Texte Lesern teilweise nicht nur besser gefallen, sondern sie sich auch besser informiert fühlen, was heißt das für die Kommunikation?

    Hanning Kempe (FleishmanHillard, GPRA) bekannte sich als Vertreter der Agenturen dabei klar zur Verantwortung: „PR ist nicht die Abkürzung für Propaganda“. Was PR aber offenbar in Teilen besser gelinge: Zielgruppen und deren Bedürfnisse adressieren und für diese arbeiten.

    Svenja Koch von Campact ging es darum, dass Medien für die Kommunikation ein wichtiger Kanal, aber eben nur einer neben anderen sind. Und dass Transparenz und Glaubwürdigkeit wichtig sind – es aber nicht die Aufgabe der Unternehmenskommunikation sei, Journalisten auf nicht gemachte Hausaufgaben hinzuweisen. Campact sei ohne Social Media und dessen Aussteuerungsmöglichkeiten nicht vorstellbar – mit Engagement-Werten im sechs- bis siebenstelligen Bereich sind die eigenen Kanäle hier auch reichweitenstärker als viele Medien.

    DGPuk Leute Foyer
    DGPuK Veranstaltung LMU München

    Objektive Berichterstattung und Medien als Earned Media spielen für Unternehmen wie Agenturen trotzdem eine große Rolle. Für Henriette Löwisch von der DJS folgt daraus auch, dass sie in Aktion treten müssten – und etwa nicht nur Journalistenpreise ausloben, sondern genauso viel Geld für die Ausbildung von Journalisten zur Verfügung stellen sollten.

    Im Rahmen der lebhaften Diskussion auf dem Panel wie auch mit dem Publikum zeigten sich naturgemäß unterschiedliche Sichtweisen – auf die jeweiligen Rollen, aber auch darauf, wer denn moderner arbeite, die diverseren Teams hat und wer neue Formate sinnvoll ausprobiert. Eine gesunde Reibung, die im Zusammenspiel der Akteure auch wichtig ist. Denn die unterschiedlichen Rollen sind notwendig.

    Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Vertrauen sind dabei das, was alle Panelisten bei Medien und auch der eigenen Arbeit für zentral halten. Der Weg aus dem Klickwahnsinn und immer schneller drehenden Rädern wäre für Kempe einer, in dem man sich gemeinsam einen Tick zurücknimmt und mehr auf die eigene Sprache achtet. Auch Medienkompetenz spielt eine große Rolle – was bedeutet, dass deren Förderung ein gemeinsames Anliegen sein sollte.

    Der Artikel wurde am 11.03.2020 auf dem Fink & Fuchs Blog veröffentlicht.

  • GPRA-Roadshow: Aha-Erlebnisse auf beiden Seiten markieren notwendige Aufklärungsarbeit

    GPRA-Roadshow: Aha-Erlebnisse auf beiden Seiten markieren notwendige Aufklärungsarbeit

    Wiesbaden 6. September 2019 – Am 11. Dezember findet die letzte Diskussionsrunde der vom „PR-Journal“ initiierten Roadshow statt, bei der die GPRA im Laufe des Jahres 2019 die wichtigsten Studenten-Initiativen besucht. Gastgeber sind dann die Leipziger Public Relations Studenten (LPRS). Bereits fünf Stopps gab es bei den Studierenden in Hannover, Münster, Hohenheim, Lingen und Mainz/Darmstadt. So divers wie die Kommunikationsausbildung inzwischen ist, so waren auch die einzelnen, immer wieder unterschiedlich zusammengesetzten Debattenrunden. Als stellvertretende Präsidentin der GPRA möchte ich ein Zwischenfazit ziehen.

    Was schnell klar wurde: Das Roadshow-Format muss mehreren Anforderungen auf einmal genügen – die Fragen der Studenten beantworten, Informationen zum Berufseinstieg in Agenturen liefern, den Mehrwert von Traineeprogrammen klar machen, Karrieremöglichkeiten in Agenturen aufzeigen und über die sich wandelnden Agenturstrukturen und -modelle aufklären.

    Letztlich führte das breite Themenspektrum zu einer sachlichen Auseinandersetzung, die den viel geforderten Aspekt der Wertschätzung in unterschiedlichen Zusammenhängen beleuchtete. Jede Debatte hat für die Agenturen und die GPRA dabei mit neuen Erkenntnissen versorgt. Allen hat die Roadshow verdeutlicht, dass das Traineeship für den Nachwuchs eine Black Box ist, die von tradierten Vorstellungen umgeben ist.

    Das Traineeship hat die Beraterpersönlichkeit und Führungskompetenzen im Fokus

    Alle Young Professionals aus den Agenturen konnten mit Vorurteilen wie „billige Arbeitskräfte“, „im Traineeship wird nicht richtig gearbeitet“, „Traineeship bietet doch keine echte Herausforderung“ oder „nicht noch ne Ausbildung!“ aufräumen. Klar wurde aber auch, dass es beim Traineeship weniger um eine Grundausbildung geht, als um eine Weiterqualifizierung für den Berater-Job. Als Berufseinsteiger treffe ich hier die erste Karriere-Entscheidung: Will ich Berater werden oder doch eher Spezialist in einem Kommunikationsbereich – zum Beispiel Social-Media-Manager oder Redakteur.

    Die Absolventen sind top-ausgebildete Fachexperten, die im ersten Job das Handwerk verfeinern und sich Routine erarbeiten. Die Rolle des Beraters verlangt inzwischen aber mehr, als ein Kommunikationsexperte zu sein und das Handwerk zu beherrschen. Es braucht die intensive Auseinandersetzung mit der Rolle des Beraters, der vom Kunden als „Trusted Advisor“ akzeptiert und geschätzt wird. Deshalb blicken Agenturen bei der Anschlussqualifizierung zum Berater auf Persönlichkeits- und Sozialkompetenzen sowie Führungskompetenz. Und das macht das Traineeship in Agenturen schon ziemlich einzigartig. Schließlich geht es bei allem immer um Verantwortung und Führung: für sich selbst in der Beraterrolle, in Bezug auf die persönliche Weiterentwicklung, in der Beziehung zum Kunden und seinem Budget. Die Liste lässt sich weiter fortsetzen. Agenturen brauchen Beraterpersönlichkeiten, und die werden erst im Job entwickelt.

    Mentoring erleichtert die Übernahme von Verantwortung

    Dies erklärt auch, warum die GPRA-Agenturen dem Mentoring einen hohen Stellenwert beimessen. Dabei treffen sie auch den Nerv der Studenten: der Ruf nach Verantwortung war genauso laut wie der nach einem Mentor. Die Frage nach Mentoring-Programmen wurde entsprechend auch häufiger gestellt. Letztlich ruft die Übernahme von Verantwortung in einem Kundenmandat auch mal kritische Situationen hervor oder braucht Entscheidungen, die man als Einsteiger kaum alleine treffen kann und am Ende auch will. Budgets und die eigene Arbeit zu verteidigen, erfordert einiges an Leadership – und im ersten Jahr des Berufseinstiegs vor allem ein Auffangnetz. Der Weg zur Beraterpersönlichkeit ist nicht in drei Monaten gegangen, das braucht Sparring, Zeit, Training-on-the-Job und weitere Qualifizierung. Die Hochschulausbildung kann und soll dies nicht leisten. Zumal es auch keine echten Studiengänge für „Beratung“ gibt. Als Werkstudent und Praktikant lernt man zwar viel über das Kommunikationshandwerk und verfeinert seine Fachkompetenzen. Das ist aber nur ein Teil dessen, was in Agenturen an Kompetenzen benötigt wird. Und das unterscheidet zumindest die Traineeprogramme der GPRA-Agenturen von denen in Unternehmen.

    Bei den bisher rund 80 Teilnehmern der Roadshow gab es dazu einige Aha-Erlebnisse. Um diese „Ahas“ einem größeren Kreis zur Verfügung zu stellen, haben wir bei über 30 GPRA-Agenturen umfangreiche Informationen zu den jeweiligen Traineeprogrammen und Volontariaten zusammengetragen. Mit dem Relaunch der neuen Verbandswebseite werden sämtliche Informationen sukzessive in den Karrierebereich übertragen. Dazu zählt auch das notwendige Kompetenzset für Berater.

    Die GPRA gibt Empfehlung an ihre Agenturen und den Studenten Orientierung

    Was ein Verband tatsächlich leisten kann, war in diesem Zusammenhang ebenfalls ein Diskussionspunkt – die GPRA bietet mit Arbeitskreisen zum Thema Nachwuchs und Berufseinstieg und auch dem „Professoren-Roundtable“ Plattformen für Agenturen und Hochschulen, um Schnittstellen bei der Nachwuchsarbeit zu identifizieren, zu diskutieren und diese weiterzuentwickeln. Die Aha-Erlebnisse der GPRA sind direkt in diese Austauschrunden eingeflossen und münden in Informationskampagnen und Empfehlungen für Agenturen bei der Arbeit mit dem Kommunikationsnachwuchs.

    Auf der GPRA-Agenda stehen daher auch Themen wie „Individualisierte Einstiege in Kommunikationsagenturen“ und „Vielfältige Job-Profile und Spurwechsel“. Für die Agenturen gehört das inzwischen zum Tagesgeschäft, für die meisten Studierenden war das absolut neu. Dennoch braucht es auch von Seiten der Agenturen immer mehr Flexibilität bei der Gestaltung von Trainee- und Einstiegsprogrammen. Verstärkt wird diese Dynamik durch die zahlreichen Job-Profile für Kommunikatoren, die in Agenturen inzwischen zu finden sind. Die klassische, vertikale Beraterlaufbahn wird ergänzt durch Spezialisten-Karrieren. Gerade deshalb bieten Agenturen flexibel und unproblematisch einen Spurwechsel an – teilweise auch innerhalb von Traineeprogrammen. Daher sind Traineeprogramme eine gute Orientierung für Berufseinsteiger, um ihre tatsächlichen Stärken und Neigungen im Job-Umfeld zu entdecken.

    Echter Nachholbedarf – Vergütungsmodelle werden angepasst und flexibel gestaltet

    Im Kern ging es auch immer um die Vergütung von Trainees, die letztlich dazu geführt hat, dass die GPRA die Mindeststandards zum Traineeprogramm in eine Art „Rahmenvereinbarung“ für die Agenturen überführt und den Agenturen inzwischen eine neue Empfehlung in Sachen Trainee-Gehalt gibt. Einige Agenturen haben bereits ihre Einstiegsgehälter für Trainees nach oben angepasst. Die Entwicklung und die Diskussionen gehen auch hier weiter und brauchen eine kontinuierliche Auseinandersetzung. Was leider viel zu häufig unter den Tisch fällt: Agenturen bieten dem Nachwuchs auch deshalb die Weiterqualifizierung über ein Traineeship an, um ihren jeweils individuellen und speziellen Anforderungen an Berater Rechnung zu tragen. Zumindest die GPRA-Agenturen betrachten die Weiterqualifizierung als gutes und lohnendes Investment, hinter dem viel Zeitaufwand, harte Kosten und Innovationsarbeit steht.

    Letztlich bringt die öffentliche Debatte mehr Achtsamkeit für die Nachwuchsarbeit in den Agenturen hervor und räumt mit einigen hartnäckigen Vorurteilen systematisch auf. Die Roadshow ist der Anfang einer längst überfälligen Debatte mit den Agenturen, Hochschulen und Studenten und ist für die GPRA der Startpunkt einer umfassenderen Kommunikation zu den Angeboten für Berufseinsteiger und Karrieremöglichkeiten in Agenturen. Mit dem sukzessiven Ausbau des Karrierebereichs auf der neu gestalteten Verbandswebseite gpra.de soll ein Informationshub entstehen, das auch die aktuellen Debatten widerspiegelt – sie aber nicht ersetzt.

    Über die Autorin: Alexandras Groß ist seit 2019 Vorstandsvorsitzende der Fink & Fuchs AG. In ihrer Rolle ist sie verantwortlich für die übergeordnete Gesamtleitung und die strategische Weiterentwicklung der Kommunikationsagentur. Seit Mai 2017 ist sie zudem stellvertretende Präsidentin der GPRA – Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland.

    Erschienen: PR-Journal