Schlagwort: CommTech

  • European Communication Monitor 2022

    European Communication Monitor 2022

    Vielfalt und Inklusion sind nicht überall in der Kommunikationsbranche gefragt, aber empathische Führung ist auf dem Vormarsch

    Der European Communication Monitor 2022 hat Kommunikatorinnen und Kommunikatoren in 43 Ländern befragt und zeigt:

    • Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion prägen öffentliche Debatten weltweit – aber nur jeder zweite Kommunikationsprofi in Europa verfolgt die globalen Trends und Diskussionen in diesem Bereich
    • Ein empathischer Führungsstil von Führungskräften in Kommunikationsabteilungen und Agenturen hat einen signifikant positiven Einfluss auf Engagement, Einsatzbereitschaft und psychische Gesundheit der Teams
    • Nur sehr wenige Kommunikationsabteilungen sind fortgeschrittene Nutzer von CommTech zur Digitalisierung interner Arbeitsabläufe und Kommunikationsaktivitäten – das größte Hindernis für eine schnelle Transformation sind organisationsspezifische Strukturen und Prozesse
    • Qualität in der Kommunikationsberatung ist aus verschiedenen Gründen schwer erreichbar; entsprechende Standards für Berater:innen, Kunden oder beides werden von drei von vier Befragten befürwortet
    • Die Studie identifiziert signifikante Unterschiede zwischen den Ländern sowie zwischen Unternehmen und Non-Profit-Organisationen in Europa

    Die Studie untersucht, ob und wie sich zwei viel diskutierte Entwicklungen in Gesellschaft und Organisationen auf die Kommunikationsbranche auswirken: Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion sowie der Trend zu einem empathischen Führungsstil. Darüber hinaus werden die Digitalisierung von Kommunikationsabteilungen und -agenturen (CommTech) und Beratungsqualität in der Kommunikation beleuchtet. Die Gehaltsentwicklung in der Branche, strategische Themen sowie die Merkmale exzellenter Kommunikationsabteilungen werden mit einer detaillierten Analyse für 22 Länder analysiert. Eine strenge Auswahl der Studienteilnehmer, ein Forschungsdesign auf Grundlage etablierter Theorien sowie statistische Analysen nach wissenschaftlichen Standards sind die Kernmerkmale dieser Studie, die von einem Team renommierter Kommunikationsprofessorinnen und -professoren von Universitäten aus ganz Europa durchgeführt und unterstützt wurde.

    Professor Ansgar Zerfaß, Leiter der Studie und Inhaber des Lehrstuhls für Strategische Kommunikation an der Universität Leipzig, erklärt: „Europa steht an einem Wendepunkt. Vieles, was gestern noch als selbstverständlich galt, wird heute radikal in Frage gestellt: Die friedliche Koexistenz von Nationen und Menschen in unserer Region, die Rolle von Politik und Medien als integrative Kräfte in der Gesellschaft und die Fähigkeit von Volkswirtschaften, Innovation und nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Dies wirkt sich grundlegend auf unseren Bereich – das Management und die Durchführung professioneller Kommunikation für Organisationen – aus. Einige Trends sind sehr spezifisch, aber andere lassen sich in ganz Europa beobachten, wie diese Ausgabe des European Communication Monitor zeigt.“

    Diversität, Gleichstellung und Inklusion als Herausforderung für die Profession

    Die 16. Ausgabe des European Communication Monitor untersucht, ob und wie sich die öffentliche Debatte über Diversität, Gleichstellung und Inklusion in der täglichen Praxis des Kommunikationsmanagements in Europa niederschlägt. Die Ergebnisse zeigen, dass nur gerade einmal die Hälfte aller Kommunikatorinnen und Kommunikatoren die globalen Trends und Diskussionen verfolgt hat (50,7 %). Etwa die gleiche Anzahl der Befragten 2 bestätigt, dass das Thema in ihrem Land stark diskutiert wird (49,5 %). Deutschland und die Schweiz liegen bei der Intensität der öffentlichen Diskussion vergleichsweise weit vorne, das gilt aber nicht für das Berufsfeld selbst.

    Jede zweite Organisation berücksichtigt bei der Planung und Durchführung von Kommunikationsinitiativen das Alter, die ethnische Zugehörigkeit und das Geschlecht der Zielgruppen, während der soziokulturelle Status, Behinderungen, Weltanschauungen und politische oder spirituelle Überzeugungen weniger häufig beachtet werden. Die meisten Praktiker bestätigen, dass sich Diversität positiv auf das Vertrauen externer und interner Bezugsgruppen auswirken kann. Sie berücksichtigen deshalb Diversität bei der Erstellung von Inhalten für andere. Aber nur ein Drittel glaubt an einen Wandel in der Zusammensetzung der eigenen Kommunikationsteams in naher Zukunft.

    Empathische Führung in Kommunikationsteams

    In Krisenzeiten wie der COVID-19-Pandemie wurde beobachtet, dass viele Führungskräfte von Organisationen mit mehr Empathie kommunizieren. Die Studie untersucht dieses Phänomen sowie die Auswirkungen empathischer Führung auf die psychische Gesundheit, das Engagement und das Wohlbefinden im Kommunikationsbereich. Die Ergebnisse zeigen, dass drei von vier Befragte (73,3 %) ein empathisches Agieren von Führungskräften in der Kommunikation erlebt haben, wobei die Mehrheit (56,7 %) angab, dass dies im letzten Jahr zugenommen hat.

    Die Ergebnisse belegen auch, dass sich die Kommunikatoren auf allen Ebenen stark für ihre Organisationen engagieren. Ebenso sind die Befragten im Allgemeinen sehr motiviert bei ihrer Arbeit. Nur ein Prozent der Befragten sind akut von Burnout bedroht. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis ist, dass Fachleute, die für eine empathische Führungskraft in einer Kommunikationsabteilung oder -agentur arbeiten, deutlich engagierter und motivierter sind, eine bessere psychische Gesundheit aufweisen und weniger häufig den Job wechseln wollen. Dies ist ein starkes Argument für die Entwicklung von empathischen Führungskompetenzen und Teamkulturen.

    „Die Ergebnisse des diesjährigen European Communication Monitor verdeutlichen, dass sich Authentizität und Glaubwürdigkeit in der Kommunikation und im Handeln von Unternehmen zu absolut geschäftskritischen Erfolgsfaktoren entwickelt haben“, so Manuela Schreckenbach, Senior Director Insights bei Cision. „Sie spielen eine noch bedeutendere Rolle als bisher bei der Darstellung eigener Initiativen rund um Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion und sie sind wichtige Faktoren in Bezug auf empathische Führungsstile.“

    Empathische Führung macht den Unterschied: Deutlich mehr Einsatz, Commitment und bessere mentale Gesundheit, wenn man für empathische Führungskraft arbeitet

    Externe Beratung in der Kommunikation: Komplexität, Qualität und Trends

    Die Mehrheit der Kommunikationsfachleute in Europa ist der Ansicht, dass der Bedarf an externer Beratung zur Stakeholder-Kommunikation sowie zu Strukturen und Prozessen in der Kommunikation in Organisationen zunimmt. Gleichzeitig nehmen jedoch 63,9 % der Befragten wahr, dass die Beratungsbranche immer vielfältiger und komplexer wird, und 60,1 % geben an, dass es immer schwieriger wird, die Qualität von externer Beratung sicherzustellen.

    Als wichtigste Dimension zur Sicherung der Qualität von Beratungsprozessen nannten die Befragten das eingesetzte Personal und das Know-how von Kunden und Beratern (89,9 % wichtig oder sehr wichtig), gefolgt von der Projektkoordination zwischen beiden Seiten (87,7 %).

    Eine deutliche Mehrheit der Kommunikationsprofis in Europa unterstützt die Idee von Qualitätsstandards für die Kommunikationsberatung: 67,8 % stimmen der Aussage zu, dass der Berufsstand übergreifende Standards für Berater braucht, um die Qualität der Kommunikationsberatung zu bewerten und zu sichern, und 60,7% sind der Meinung, dass ebensolche Standards für Kunden benötigt werden.

    „Kommunikation hat sich als strategischer Erfolgsfaktor in Unternehmen etabliert“, sagt Alexandra Groß, Vorstandsvorsitzende bei Fink & Fuchs, dem Digitalpartner der Studie. „Zunehmende Komplexität beim Aufbau und der Umsetzung zielgerichteter Stakeholder Relations erhöht die Anforderungen an Kommunikation und den externen Beratungsbedarf. Dies erfordert auf beiden Seiten in Verständnis von Qualität der Kommunikationsberatung. Von einheitlichen Standards können Unternehmen und externe Beratung gleichermaßen profitieren. Ich bin überzeugt, dass die Qualität dadurch insgesamt kontinuierlich gesteigert wird.“

    Die meisten Kommunikatorinnen und Kommunikatoren wünschen sich Qualitätsstandards, sowohl für Berater:innen als auch für Kundinnen und Kunden; nur ein Viertel ist der Meinung, dass keine Standards notwendig sind

    CommTech und die digitale Transformation der Unternehmenskommunikation

    Ein überraschendes Ergebnis dieser Studie ist, dass nur ein Drittel (35,5 %) der Kommunikationsfachleute in ganz Europa die Debatte über die Nutzung von Software und Diensten zur Digitalisierung ihrer Funktion (CommTech) aufmerksam verfolgt hat. Nur eine kleine Mehrheit (bis zu 55,2 %) glaubt, dass diese Technologien den Kommunikationsberuf, die Kommunikationsabteilungen oder -agenturen, für die sie arbeiten, und die Art und Weise, wie sie persönlich arbeiten, verändern werden. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern, ohne dass eine klare regionale Tendenz erkennbar wäre. Bei der Bewertung der Risiken ist ein Drittel aller Befragten der Meinung, dass CommTech Nachteile für die Kommunikation mit den Stakeholdern, die Beratung des Top-Managements bzw. anderer interner Klienten oder für die eigenen Arbeitsabläufe mit sich bringt.

    Die Zurückhaltung auf der individuellen Ebene korrespondiert mit einem moderaten Digitalisierungsgrad auf der Mesoebene von Kommunikationsabteilungen und -agenturen. Nur sehr wenige (6,2 %) dieser Einheiten haben alle ihre Kernaktivitäten digitalisiert und berichten über eine sehr fortgeschrittene Nutzung von CommTech. Abgesehen von diesen Innovatoren hinken viele in der Praxis hinterher und werden von den Befragten als Außenseiter, Nachzügler oder Spätzünder eingestuft. Die größten Herausforderungen bei der Einführung von CommTech sind nicht technologische Fragen (z. B. die Leistungsfähigkeit der Software) oder menschliche Aspekte (z. B. fehlende digitale Kompetenzen der Kommunikatoren), sondern Faktoren, die auf Defizite innerhalb der jeweiligen Organisationen hinweisen. Oft sind die Kommunikationsaufgaben und -prozesse nicht auf die Digitalisierung vorbereitet (38,5 %). Als häufigste Hindernisse werden unflexible Strukturen und Kulturen, mangelnde Unterstützung durch IT-Abteilungen und ähnliche strukturelle Barrieren genannt (44,7 %).

    Der vollständige Ergebnisbericht steht kostenlos zur Verfügung auf communicationmonitor.eu >>



    Über den European Communication Monitor (ECM)

    Der European Communication Monitor (ECM) wird jährlich von der EUPRERA, dem europaweiten Verband der Kommunikations- und PR-Wissenschaftler (European Public Relations Education and Research Association) sowie dem EACD als internationalem Verband der Kommunikationsdirektoren (European Association of Communication Directors) durchgeführt. Unterstützt wird das akademische Forscherteam dabei von Cision, einem globalen Dienstleister für strategische Medienbeobachtung und Kommunikationsanalysen, sowie der Kommunikationsagentur Fink & Fuchs. Parallele Studien in Nordamerika, Lateinamerika und im Asiatisch-Pazifischen Raum machen die Studie zur weltweit größten, akademisch fundierten Studienreihe im Berufsfeld, die insgesamt mehr als 80 Länder erfasst.


    Veröffentlicht am 07.07.2022

  • CommsTech: GPRA veröffentlicht Whitepaper mit Definition und Wirkungsmodell

    CommsTech: GPRA veröffentlicht Whitepaper mit Definition und Wirkungsmodell

    • Detailliertes Wirkungsmodell veranschaulicht, wie Kommunikation konkret von datengetriebener Technologie profitieren kann.
    • CommsTech-Whitepaper steht ab sofort zum Download bereit.

    Berlin, 25.04.2022 – Der Verband der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland (GPRA e.V.) veröffentlicht heute eine Definition sowie ein umfassendes Wirkungsmodell für Technologie in der Kommunikation (CommsTech). Ziel ist es, der Kommunikationsbranche einen Grundsatz von CommsTech zur Verfügung zu stellen, der dabei hilft, die Potentiale von datengestützter Kommunikation zielgerichtet zu nutzen. Die ausführliche Darstellung in Form eines Whitepapers steht ab sofort zum Download bereit.

    „CommsTech bedeutet, bekannte Denkstrukturen bei der Einordnung und Funktionsweise von Kommunikation aufzubrechen und sich neuen Wegen bei der Betrachtung von Zielgruppen und Maßnahmen zu öffnen“, erklärt GPRA-Präsidiumsmitglied Matthias Wesselmann (Vorstand fischerAppelt). „Bislang herrscht beim Beratungsfeld CommsTech noch viel Unklarheit – richtig angewandt sind die Potentiale jedoch mannigfach. Uns ist es ein zentrales Anliegen, das Beratungsfeld CommsTech analog zu unserem Qualitätsanspruch nach vorne zu bringen und aufzuzeigen, welche individuellen Lösungsansätze sich hier künftig entfalten und nachhaltig wirken können.“

    CommsTech-Definition nach der GPRA

    CommsTech ermöglicht Kommunikatorinnen und Kommunikatoren, datengetriebene Technologien als einzigartige Chance zu nutzen, um die individuellen Informationsbedürfnisse ihrer Öffentlichkeiten in jeder Stufe des Wirkungsmodells erfassen, analysieren, testen und mit wirksamen Inhalten auf die nächste Stufe bringen zu können. Dabei verstehen sie die Bedürfnisse ihrer Öffentlichkeiten in einer Tiefe, die einen nachhaltigen Beziehungsaufbau ermöglicht und den Wertbeitrag ihrer Arbeit transparent werden lässt.

    Kommunikatorinnen und Kommunikatoren, die CommsTech erfolgreich nutzen, verbindet eine offene, agile, ergebnisorientierte Haltung, welche die immer komplexer werdende Kommunikationswelt als Chance begreift, um in Echtzeit Insights zu gewinnen, die das Erreichen von strategischen Kommunikationszielen erleichtern.

    CommsTech-Wirkungsmodell nach der GPRA

    Das Wirkungsmodell basiert auf drei Grundsäulen, die maßgeblich für ein erfolgreiches Zusammenspiel sind und eine praxisorientierte Umsetzung von CommsTech in der Kommunikation ermöglichen: (1) treibende Faktoren, (2) festgelegte, zu erreichende Ziele sowie (3) entscheidende kommunikative Leistungsindikatoren (KPIs). Alle drei Säulen untergliedern sich in einzelne Teilaspekte. So bestehen die treibenden Faktoren aus dem Channel-, Themen- und Daten-Management und die festgelegten Ziele umschließen sechs singuläre Stufen, denen jeweils relevante Leistungsindikatoren zugeschrieben sind. Damit können Messbarkeit und Praxisnähe entsprechend gewährleistet werden.

    Weitere Informationen zum CommsTech-Wirkungsmodell der GPRA finden Sie im dazugehörigen Whitepaper auf der GPRA Webseite.

    Maßgeblich an der Entwicklung des CommsTech-Ansatzes der GPRA beteiligt sind die Kommunikationsagenturen Faktenkontor, fischerAppelt, FleishmanHillard, impact und OSK.


    Über den GPRA e. V.

    Die GPRA ist seit 1974 der Verband der führenden Kommunikations- und PR-Agenturen Deutschlands und hat ihren Sitz in Berlin. Mit strengen Aufnahmekriterien und hohen Anforderungen an ihre Mitglieder setzt sie Standards in der PR-Branche und fördert den Austausch zwischen den Mitgliedern und Meinungsbildnern. Die GPRA repräsentiert 38 Agenturen mit circa 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Marktanteil von fast 50 Prozent.


    Pressekontakt

    GPRA e. V.
    Isabelle Hoyer
    Alt-Moabit 90
    10559 Berlin

    Tel. 030 40559938
    Mobil: 0171-2083827
    E-Mail: i.hoyer@gpra.de

    www.gpra.de


  • PR Report Camp 2021 – Resümee der Young Professionals

    PR Report Camp 2021 – Resümee der Young Professionals

    Die Speaker der drei GPRA-Masterclasses: v.l. Christoph Rosenberg (Fink & Fuchs), Lisa Heyn (ORCA van Loon Communications), Jörg Forthmann (Faktenkontor), Hagen Albers (Edelman), Loredana Schelper (FleishmanHillard), Malin Christ (Fink & Fuchs), Matthias Wesselmann (fischerAppelt), Dr. Wiebke Sick (komm.passion), Jelena Mirkovic (komm.passion), Taina Schraps (Faktor 3), Max Kastner (Advice Partners), Christian Moll (komm.passion), Caroline Ganzert (Communication Consultants)

    Auch in diesem Jahr hieß es wieder: Wir sehen uns online – beim PR Report Camp! Als Partner der Veranstaltung hat die GPRA mit Masterclasses an einem der wichtigsten Events für den PR-Nachwuchs mitgewirkt. Wir als Young Professionals durften erneut Einblicke in unseren Arbeitsalltag geben und unsere Erfahrungen teilen.

    In insgesamt drei Online-Sessions wurden die vielfältigen Jobprofile in Agenturen, die Vorteile und Rahmenbedingungen für ein gutes Traineeship sowie die Möglichkeiten der datenbasierten Kommunikation beleuchtet und rege diskutiert. Dabei konnten wir Young Professionals authentische Einblicke vermitteln, mit einigen Vorurteilen aufräumen und den Teilnehmenden spannende Insights bieten.

    Der Job der 1.000 Möglichkeiten! – Karrierewege in Agenturen

    Die Meinung, in Agenturen gäbe es nur klassische PR-Beraterinnen und -berater, ist längst überholt. Denn die Kommunikationsbranche bietet vielfältige Jobprofile und Spezialisierungsmöglichkeiten – ein Aspekt, der das Arbeiten in Agenturen so besonders und abwechslungsreich macht.

    Dieser Eindruck bestätigte sich in der ersten Masterclass der GPRA, in der Loredana Schelper (FleishmanHillard), Dr. Wiebke Sick (komm.passion), Lisa Heyn (ORCA van Loon Communications), Christoph Rosenberg (Fink & Fuchs) und Max Kastner (Advice Partners) unter der Moderation von Jelena Mirkovic (GPRA Präsidiumsmitglied, geschäftsführende Gesellschafterin bei komm.passion) einen Blick hinter die Kulissen ihres Arbeitsalltag gewährten. Die teilnehmenden Young Professionals deckten dabei ein breites Spektrum an Aufgabenbereichen ab, von Influencer Management, Medical Writing, PR und Unternehmenskommunikation über Videoproduktion bis hin zu Public Affairs. Somit bekamen die Teilnehmenden einen „schönen Überblick über die Vielfalt von Aufgaben und Themen in Agenturen – wobei noch lange nicht alles dabei war“, wie Christoph Rosenberg zusammenfasst. „So unterschiedlich die Jobprofile sind, sie alle zeichnen sich durch vielfältiges Arbeiten und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team aus“, ergänzt Dr. Wiebke Sick.

    Im Austausch mit den interessierten Teilnehmenden wurde nicht nur die Fülle von Möglichkeiten in Agenturen verdeutlicht, sondern auch schnell klar, dass neben eigenverantwortlichem Arbeiten, Teamwork im Agenturleben eine große und wichtige Rolle spielt. Der Weg in die Kommunikation lohnt sich also, meint auch Lisa Heyn:

    Neben den Eindrücken zu den Besonderheiten der Karrierewege in Agenturen hat die Session klar die Vorteile des Traineeships als Orientierungshilfe und Möglichkeit zur Weiterentwicklung herausgestellt, was Fokusthema der zweiten GPRA-Masterclass war. Diese stand unter dem Motto:

    Traineeship brauch ich nicht! Oder doch?

    Dazu diskutierten die Young Professionals Caroline Ganzert (Communication Consultants), Malin Christ (Fink & Fuchs) und Christian Moll (komm.passion) sowie Taina Schraps (Faktor 3) in einer offenen Runde, moderiert von Jelena Mirkovic (GPRA Präsidiumsmitglied, geschäftsführende Gesellschafterin bei komm.passion). Denn das Kommunikationsstudium vermittelt Berufseinsteigenden zwar theoretische Grundlagen und Tools für die Ausübung eines Berufs in der PR-Branche, in der Praxis fällt jedoch schnell auf, dass es weitaus mehr braucht, um ein „guter“ Berater oder eine „gute“ Beraterin zu sein und Kunden auf Augenhöhe strategisch zu führen – selbst, wenn man schon während des Studiums einige Praktika oder Werksstudententätigkeiten absolviert hat.

    Für die Session war es uns als Young Professionals wichtig, auch mit gängigen Mythen aufzuräumen und auf Basis unserer eigenen Erfahrungen zu verdeutlichen, welchen Mehrwert ein Traineeship oder Volontariat bietet. „Im Traineeship entwickelt man sich nicht nur fachlich extrem weiter, sondern vor allem auch persönlich. Durch den ständigen Kundenkontakt und die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Kolleginnen und Kollegen aus der Agentur sowie externen Dienstleistenden lernt man mit den unterschiedlichsten Personen umzugehen, aufeinander einzugehen und entwickelt ein starkes Selbstbewusstsein und Sicherheit im Auftreten. Zusätzlich habe ich Fähigkeiten wie Flexibilität und Stressresistenz ausgebaut“, sagt Caroline Ganzert rückblickend über ihr Traineeship. Ihr größtes Learning aus dieser Zeit: „Ab und zu ins kalte Wasser springen, ist zwar unangenehm, bringt einen aber enorm voran.“

    Masterclass 2: Traineeship brauch ich nicht! Oder doch?

    Abschließend brachte Taina Schraps (HR Managerin bei Faktor 3) ihre Perspektive als Personalverantwortliche ein. Sie erklärte, was ein gutes Traineeship ausmacht, woran man ein solches erkennt und was für die Bewerbung zu beachten ist. „Habt den Mut, Euch selbst zu präsentieren: Wer bin ich? Was interessiert mich? Wo will ich hin? Das kommt in Bewerbungsgesprächen immer gut an“, rät Taina Schraps den Zuhörenden. Mit ihr sprachen diese außerdem über Weiterbildungsmöglichkeiten während und nach dem Traineeship.

    Unser Fazit: Ein Traineeship lohnt sich, sowohl für die fachliche als auch die persönliche Weiterentwicklung hin zu einem kompetenten Berater bzw. einer kompetenten Beraterin. Allen, die sich für einen Berufseinstieg in Kommunikationsagenturen interessieren, empfehlen wir einen Blick in die aktuelle GPRA-Traineebroschüre zu werfen. Diese bietet einen umfassenden Einblick in die unterschiedlichen Einstiegsprogramme der GPRA-Mitgliedsagenturen sowie wissenswerte Informationen zum Trainee-Rahmenpapier, welches zudem den Kompetenzkreis enthält, an dem sich die Inhalte zur Weiterqualifizierung mit Schwerpunkt „Beratung“ orientieren.

    Data-Driven Communications: Wie Technologie Kommunikation aufs nächste Level hebt

    Seit geraumer Zeit erleben Bereiche wie Marketing und Vertrieb einen großen Digitalisierungsschub. Zunehmenden beginnen auch Kommunikationsabteilungen, Optimierungsmöglichkeiten der eigenen Prozesse, Strukturen und Denkweisen mithilfe von Technologisierung zu prüfen.

    In der dritten und letzten Masterclass der GPRA sprachen Matthias Wesselmann (GPRA Präsidiumsmitglied, Vorstandsmitglied bei fischerAppelt), Hagen Albers (Senior Paid Search Expert, Edelman) und Jörg Forthmann (geschäftsführender Gesellschafter bei Faktenkontor) über dieses topaktuelle Thema der Branche. Dabei diskutierten sie unter anderem, inwiefern sich die Rolle des Kommunikators respektive der Kommunikatorin aufgrund der aktuellen Trends verändert und welche Fähigkeiten zukünftig gefragt sind. Konkrete Cases lieferten spannende Einblicke in den Status Quo von Data-Driven Communications in Deutschland, zudem teilten die Beteiligten erste Hands-On-Tipps. Dabei wurde deutlich, dass das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine künftig definitiv entscheidend sein wird. Und, dass datengetriebene Kommunikation in der PR-Arbeit hilft, um schneller und effizienter zu kommunizieren sowie Erfolge klarer nachzuweisen.

    Masterclass 3: Data-Driven Communications: Wie Technologie Kommunikation aufs nächste Level hebt

    Matthias Wesselmann resümiert: „Wir stehen bei dem Thema noch ziemlich am Anfang und haben Großes vor uns. Aber mit der Zeit werden wir es nicht mehr missen wollen.“ Auch Jörg Forthmann zieht ein positives Fazit: „Da wächst eine Generation von PR-Fachkräften heran, die viel selbstverständlicher mit der Digitalisierung der PR umgeht“, hält er abschließend fest.

    Nach unserer Premiere beim PR Report Camp 2020 waren die Masterclasses auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Wir bedanken uns bei der GPRA für die Chance, die Sessions erneut mitzugestalten und freuen uns über den gelungenen Austausch mit Nachwuchstalenten der Kommunikationswelt, sowie die Insights, die wir für unseren eigenen beruflichen Alltag mitgenommen haben.