Nachfolgend für alle (GPRA-)Agenturen eine Übersicht wichtiger Informationsquellen, Dokumente wie auch expliziter Hilfestellungen, um Anträge und notwendige Finanzierungsmaßnahmen abzuwickeln.
Um gemeinsam und bestmöglich Unterstützung für die Branche zu mobilisieren, kooperieren die Verbände aktiv zusammen. Die Verbandsallianz hat ihre Vorschläge und Aktivitäten entsprechend auf einer gemeinsamen Webseite, www.die-kommunikationswirtschaft.de, zusammengestellt. Die gebündelte Service-Plattform für die Kommunikationswirtschaft enthält alle erarbeiteten Forderungen und Positionen wie auch wichtige Informationsquellen.
Eine Auswahl ist unten als PDF-Download zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen werden auf dieser Seite künftig aktualisiert und geteilt.
Bei Fragen & Anmerkungen kann auch jederzeit gerne Kontakt zur Geschäftsstelle aufgenommen werden: info@gpra.de
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BASIS-DOKUMENTE & LINKS:
Mitgliederinformation seitens der Verbandsallianz zu den aktuellen Unterstützungsmaßnahmen von der Politik (10.06.2020): 1) Die Zusammenlegung der Steuerjahre 2019 und 2020 2) Erstattung der Betriebskosten für größere Umsatzrückgänge 3) Die Absenkung der Mehrwertsteuer auf 16 bzw. 5 Prozent ab Juli bis Jahresende. Nähere Details hier im Download:
Corona trifft KMU deutlich härter als gedacht, dennoch betrachtet die Mehrheit der Unternehmen die Arbeit der Politik als gut
Hamburg, 30. April 2020 – Der Ausnahmezustand hält an. Die Corona-Krise hat den Mittelstand in den letzten Wochen besonders hart getroffen und eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht. Nach einer Blitz-Umfrage Anfang März hat Visable jetzt erneut rund 300 KMU aus der DACH-Region nach den Folgen durch Corona gefragt*. Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich: Die Situation hat sich dramatischer entwickelt als noch zu Beginn der Krise angenommen. Umsatzeinbußen und Kurzarbeit bestimmen den Arbeitsalltag der Befragten. Jedes fünfte Unternehmen sieht sich in naher Zukunft von der Möglichkeit der Insolvenz bedroht. Das Krisenmanagement der Politik in den letzten Wochen wird übereinstimmend mit einer 3+ bewertet.
Die Umfrage zeigt, wie enorm die wirtschaftlichen Einbußen sind. Jedes fünfte Unternehmen sieht seine Existenz unmittelbar bedroht: Neun Prozent sagen, dass sie bei noch längerem Lockdown insolvent sind, weitere 13 Prozent wissen nicht, wie lange sie ihr Geschäft noch aufrecht erhalten können. Immerhin ein Viertel der Unternehmen (26 Prozent) setzt auf staatliche Unterstützung und hofft die Existenz nur durch die Inanspruchnahme von staatlichen Hilfsmitteln sichern zu können. Dem stehen 40 Prozent der Betriebe gegenüber, die glauben, mit einem blauen Auge davon zu kommen und nach der Krise weiter bestehen zu können.
Vermehrt Kurzarbeit und Produktionsstillstand Die erneute Befragung macht auch deutlich, wie sehr sich die Situation für KMU in der DACHRegion seit Anfang März zugespitzt hat: Die Anzahl an Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, hat sich im Vergleich mehr als verdoppelt: 40 Prozent der Befragten gaben jetzt an, in deutlich reduzierter Form zu arbeiten. Anfang März waren es noch 19 Prozent. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) ist außerdem von der kompletten Schließung des Betriebs aufgrund behördlicher Anordnungen betroffen. In rund acht Prozent der befragten Unternehmen steht die Produktion still. Eine weitere Folge sind enorme Umsatzeinbußen. Diese verzeichnen inzwischen zwei Drittel der Befragten. Im März waren es noch weniger als die Hälfte (45 Prozent). In einigen Unternehmen herrscht trotz allem Arbeitsalltag: 22 Prozent der Unternehmen arbeiten mit Atemschutzmasken im Normalbetrieb. Vom Homeoffice aus arbeiten 27 Prozent – für viele eine völlig neue Erfahrung.
„Diese Zahlen zeigen einmal mehr, dass KMU jetzt handeln müssen, um ihre Existenzen zu sichern. Jetzt ist Flexibilität und Mut gefragt. Alte Strukturen müssen aufgebrochen, Lieferketten überprüft und neu aufgestellt werden“, kommentiert Peter F. Schmid, CEO von Visable die Studienergebnisse. „36 Prozent der Befragten verzeichnen Lieferschwierigkeiten bei der Materialbeschaffung. Diese Engpässe stellen enorme Einschnitte in der Produktion dar.“
Unternehmen suchen alternative Zulieferer, Krise ist Beschleuniger für Digitalisierung Als Experte für B2B-Marktplätze in Europa konnte Visable seit Beginn der Krise Anfang März deutlich höhere Zugriffszahlen auf seinen Plattformen EUROPAGES und „Wer liefert was“ verzeichnen. Der Traffic wuchs Woche um Woche um teilweise mehr als 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Viele sind gezwungen, ihre Beschaffungs-Strategie vollständig zu überdenken oder sind kurzfristig auf alternative Lieferquellen angewiesen, weil ihnen die etablierten Lieferketten wegbrechen. Auch rücken Anbieter aus den umliegenden Märkten mit kürzeren Lieferwegen wieder stärker in den Fokus“, erklärt Peter F. Schmid. Er sieht vor dem Hintergrund der aktuellen Krise große Chancen für Digitalisierung: „Der momentane Ausnahmezustand ist Beleg dafür, dass sich Einkauf, Beschaffung aber auch Marketing und Vertrieb langfristig völlig neu aufstellen und digitaler werden müssen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Visable ist mit seinen Plattformen EUROPAGES für ganz Europa und „Wer liefert was“ in der DACH-Region sowie mit ihren weiteren Digitalangeboten, Google Ads und Retargeting der führende digitale Partner für den Mittelstand.“
Krisenmanagement in Deutschland und Österreich bekommt eine 3+ Sowohl die deutschen als auch die österreichischen KMU beurteilen das Krisenmanagement ihrer jeweiligen Bundesregierung durchschnittlich mit einer 3+. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen sieht die Arbeit der Politik gut und vergibt ein sehr gut (zwölf Prozent) oder eine Zwei (41 Prozent). Mit einer Drei bewerten 27 Prozent der Befragten die Arbeit der deutschen Bundesregierung in den letzten Wochen. Gut 19 Prozent vergeben eine vier oder schlechter. In Österreich ist die Verteilung sehr ähnlich: 14 Prozent vergeben ein sehr gut, 40 Prozent eine zwei. Eine Drei vergeben genau ein Fünftel (20 Prozent), 25 Prozent eine vier oder schlechter. Insgeamt polarisiert die Politik in Österreich mehr. Denn fast zwölf Prozent der befragten bewerten die Arbeit der österreichischen Bundesregierung eine Sechs. Eine Aussage zur Schweiz konnte aufgrund der geringen Antworten zu dieser Frage nicht getroffen werden.
* Die Online-Befragung wurde vom 21. bis 26. April 2020 durchgeführt. Rund 300 Führungskräfte aus mittelständischen Unternehmen der DACH-Region wurden befragt.
Über Visable Visable unterstützt den industriellen Mittelstand, Produkte und Dienstleistungen für Einkäufer international zugänglich zu machen. Als speziell auf Geschäftskunden zugeschnittene Verbindung aus eigenen B2B-Marktplätzen und Online-Marketing-Services wie zum Beispiel Google Ads und Retargeting bietet das Unternehmen ein breit gefächertes digitales Portfolio zur Reichweiten-Steigerung im Internet. Zu den von der Visable GmbH betriebenen Marktplätzen gehören „Wer liefert was“ (wlw), heute der führende B2B-Marktplatz in der D-ACH-Region, sowie die europäische B2B-Plattform EUROPAGES. Zusammen erreichen die Marktplätze monatlich über 3,7 Millionen B2BEinkäufer, die nach detaillierten Unternehmens- und Produktinformationen suchen. Insgesamt sind über 3,6 Millionen Firmen auf beiden Plattformen registriert. Mit seinen Online-Marketing-Services bietet Visable Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten, ihre Reichweite im Internet zu erhöhen. Visable ist derzeit einziger Google Premium-Partner mit B2B-Schwerpunkt. Das Unternehmen Visable entstand als Antwort auf die Herausforderungen der Internationalisierung und Digitalisierung im B2BBereich. Visable unterhält Büros an den Standorten Hamburg, Berlin sowie Paris und beschäftigt heute über 380 Mitarbeiter. Als gemeinsames Dach für die Marken „Wer liefert was“ und EUROPAGES baut Visable seine Marktplätze und Online-Marketing-Services kontinuierlich aus. Weitere Artikel, Informationen, Pressemitteilungen und Downloads finden Sie unter www.visable.com/presse
Das Corona-Virus stellt Unternehmen weltweit vor Herausforderungen. Dabei kommt der Unternehmenskommunikation die zentrale Rolle zu, Ereignisse, Entwicklungen und Entscheidungen zu vermitteln und richtig einzuordnen. In diesen Zeiten und auch ganz generell gilt: In Krisensituationen ist eine schnelle faktenbasierte Kommunikation besonders wichtig. Wenn Unternehmen einige grundlegenden Regeln beachten, können sie die Krise sogar als Chance nutzen, um gestärkt daraus hervorzugehen.
Das Whitepaper „Krisenkommunikation: Gestärkt aus der Krise“ von consense communications zeigt, worauf es in Zeiten der Krise in den Bereichen Führung, mobilem Arbeiten und vorausschauendem Handeln ankommt.
Markenkommunikation in Zeiten des Coronavirus ist unberechenbar – es lassen sich jedoch Lehren aus Gesundheitskrisen der Vergangenheit und aus den Erfahrungen in den aktuell betroffenen Märkten ziehen.
Autorenartikel vonWolfgang Lünenbürger-Reidenbach, CEO and Market Leader Germany bei BCW Burson Cohn & Wolfe
Nahezu stündlich erreichen uns heutzutage Meldungen aus aller Welt rund um den Ausbruch des Coronavirus – sei es aus dem medizinischen Bereich, aus Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft. Viele Nachrichten sind erschreckend, viele machen Mut – Berichte beispielsweise über Nachbarschaftshilfe, über pragmatische Lösungen abseits der üblichen Bürokratie oder über erste Erfolgsmeldungen aus China, wo der Verlauf der Krankheit seinen Anfang nahm.
Vieles rund um das neue Virus Covid 19 ist noch im Unklaren: Wann der erste Impfstoff zur Verfügung steht. Wie erfolgreich die Pandemie verlangsamt werden kann. Und welche wirtschaftlichen Folgen sich aus der Krise ergeben. Diese Ungewissheit, gepaart mit der realen und potenziellen Belastung der Gesundheitssysteme weltweit, stellt alle Gesellschaften auf eine harte Probe.
Auch Unternehmen und Marken stehen vor immensen Herausforderungen, sowohl was die Sicherung ihres Geschäfts als auch was die Kommunikation in der Krise betrifft. Beides ist derzeit ein „Moving Target“ und lässt sich nicht mit letzter Sicherheit planen.
Eines können wir aber schon heute festhalten:
Wie bei SARS oder jeder anderen globalen Gesundheitskrise wird die Verbreitung des Coronavirus in drei Phasen verlaufen: 1. Akuter Ausbruch, 2. Erholung, 3. Rückkehr zur Normalität oder genauer – zu einer neuen Normalität.
Wie lange diese Phasen dauern bzw. wann ein gewisser Normalitätsgrad erreicht ist, lässt sich nicht vorhersagen. Fakt ist, dass sich Deutschland und die meisten Länder der Erde in Phase 1 befinden –der Phase des akuten Ausbruchs.
Phase 1: Unsicherheit dominiert – klare, ruhige und regelmäßige Kommunikation ist gefragt
Typisch hier: Es geht nicht einfach um die Anzahl der bestätigten Krankheitsfälle, sondern um die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Medien und um das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher. Eine in allen gesellschaftlichen Bereichen herrschende Unsicherheit ist das überwiegende Merkmal in diesem Zeitraum.
In einer Zeit, in der niemand eine klare Vorstellung davon hat, wie sich die Ereignisse entwickeln, und dennoch so viele eine (oft schlecht informierte) Meinung haben, wird die Notwendigkeit einer klaren, ruhigen und regelmäßigen Kommunikation von größter Bedeutung. Dabei lässt sich festhalten:
In Krisenzeiten tendieren Menschen zu Bewährtem und Vertrautem, und erwarten Transparenz und klare Worte.
Was wir aus der aktuellen Krise wissen ist:
Nicht alle Wirtschaftskategorien sind gleich stark betroffen.
Das Verhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher ändert sich schnell und signifikant; in China haben beispielsweise 84% der Verbraucherinnen und Verbraucher mindestens eine neue Dienstleistung zum ersten Mal ausprobiert.
Das Sicherheitsdenken nimmt massiv zu – bis weit über Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus hinaus.
Marken zeigen immer häufiger, wo und wie sie helfen.
Der Fokus von Marken liegt auf Produktsicherheit und Experience.
Der Medienkonsum verändert sich.
Einige Media Investments werden verschoben oder umgeleitet.
Spannende Fragen, die sich daraus ergeben, sind:
Verbraucherinnen und Verbraucher greifen zu Online-Angeboten, viele zum ersten Mal. Wie werden die Erfahrungen aus Quarantäne oder das zurückgezogene Smart Working in der Wohnung Katalysatoren für eine weitreichende Verhaltensänderung werden? Insbesondere mit Blick auf neue Technologien.
Achtsamkeit, Rücksicht und auch gegenteilige Erfahrungen haben gerade große Aufmerksamkeit. Der Blick richtet sich auf das Wesentliche: Die Gesundheit, die Gemeinschaft, Solidarität. Was bleibt, was wird auch nach der Krise prägend sein?
Viele Unternehmen und Marken können sich den Umständen nicht entziehen, beispielsweise im Lebensmitteleinzelhandel. Sie kommunizieren, setzen Zeichen, nehmen uns mit in ihren herausfordernden Alltag in dieser Zeit. Andere Unternehmen ziehen sich erschrocken zurück, finden keinen Weg, sich zu äußern. Wer wird nach der akuten Ausbruchphase leichter den Anschluss finden?
Schweigen ist Gold?
Sicher, die Zeit ist nicht angetan, sich mit Promotion oder konstruierten Geschichten ins Gespräch zu bringen. Es braucht Empathie und die Flexibilität, Kommunikation auf die Situation anzupassen. Wer das kann, hat die Chance, gemeinsam mit der Zielgruppe durch diese Zeit zu gehen und einen besonderen Bund zu schaffen.
Mit unseren Kundinnen und Kunden bewerten wir aktuell die Möglichkeiten, wie sie ihre Zielgruppen bzw. Stakeholder aktiv und sinnvoll unterstützen können – und analysieren gemeinsam diese vier Handlungsoptionen:
Business geht nicht wie normal weiter, welche Schritte ergreifen Unternehmen zum Schutz von Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Geschäftskontinuität?
Für Marken, die aus ihrer Positionierung und ihrem Markenkern heraus die „Erlaubnis“ haben: Eine Verstärkung der Botschaften zur Gesundheitsvorsorge – auf Basis von Empfehlungen nationaler oder lokaler Regierungen und öffentlicher Institutionen wie RKI oder WHO.
Helfen, durchzustehen – bei den alltäglichen menschlichen Bedürfnissen derer, die unter der Corona-Krise leiden. Mit Empathie ist hier wertvolle Kommunikation möglich – vor allem für Marken, die mit Botschaften rund um Gesundheit nicht punkten könnten.
Unterstützung der am stärksten vom Coronavirus Betroffenen – idealerweise als Teil einer langfristigen Strategie mit Blick auf diese Gemeinschaften.
Fazit: In der akuten Ausbruchsphase sollten sich Marken und Unternehmen nicht zurückziehen, sondern überlegen, wie sie ihre Stakeholder aktiv und sinnvoll unterstützen können. Sie haben die Aufgabe, Kommunikation zu nutzen, um einer Haltung von „achtsamer Ruhe“ zum Durchbruch zu verhelfen. Und dazu beizutragen, dass die Welt ein etwas besserer Ort wird.
In diesem Sinne: #zuhausebleiben – aber nicht den Kopf in den Sand stecken.
Weiterführende Informationen zum Thema gibt es auch hier: BCW Germany
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach ist CEO der Agentur BCW (Burson Cohn & Wolfe), die in Deutschland fünf Büros hat. Seine Herkunft sind die digitale Kommunikation und Social Media, heute beschäftigt er sich vor allem mit strategischer Markenführung und kommunikativer Resilienz.
Frankfurt, 24. März 2020 – Soziale Medien sind zu Zeiten von COVID-19 nach wie vor ein wichtiges Instrument des Kommunikations- und Marketing-Mixes. Um auch in der Krisensituation eine effektive Kommunikation zu gewährleisten, müssen Unternehmen die aktuellen gesellschaftlichen Umstände und Stimmungen fortlaufend bewerten und in der Planung entsprechend berücksichtigen. Idealerweise sollte die Social-Media-Planung und das Community Management täglich nach den folgenden drei Gesichtspunkten die aktuelle Situation analysieren und bewerten: Planung, Überprüfung und Reaktion.
Dabei gilt es zu beachten, dass diese drei Punkte keine statisch aufeinanderfolgenden Vorgänge, sondern oftmals voneinander abhängig sind. Unternehmen sollten alle Überlegungen innerhalb dieser drei Säulen prüfen, um festzustellen, welche Fragen und Bereiche am relevantesten sind und am unmittelbarsten berücksichtigt werden müssen.
Planung Schaffung von Plänen zum Umgang und Management von Social Media während der COVID-19-Pandemie.
Bestimmen Sie die Rolle der sozialen Kanäle– diese kann sich je nach den Bedürfnissen Ihres Unternehmens und der derzeitigen Nutzung möglicherweise verändern.
Bewerten Sie, wie Ihr Publikum derzeit mit Ihren Social-Media-Kanälen in Bezug auf COVID-19 umgeht und interagiert.
Sind aktuelle Kampagnen notwendig oder relevant? Sollten soziale Kanäle für Mitarbeiter- und/oder Community Relations genutzt werden?
Verändert sich Ihre Kernzielgruppe während der Krise? Jeder (Medien, Kunden, Mitarbeiter, Bewerber, Aktionäre, Analysten) beobachtet, wie sich jede einzelne Organisation äußert und positioniert.
Pflegen Sie den täglichen Kontakt mit Ihren Social-Media-Teams, damit sie über Ankündigungen, politische und geschäftliche Änderungen informiert sind, die sich auf Kampagnen und Postings auswirken könnten. Halten Sie tägliche Standup-Meetings (bei Bedarf auch öfter) mit den Community Managern, um sich zu Meldungen und Neuigkeiten abzustimmen.
Definieren oder passen Sie die Häufigkeit an, mit der Community Manager und Social-Media-Analysten Ihre sozialen Kanäle überwachen und alle ungewöhnlichen Interaktionen und Aktivitäten aus der Community kennzeichnen.
Definieren Sie Richtlinien für eine zeitnahe Reaktion – in dieser Situation ist es wichtig, schnell zu reagieren. Ebenso wichtig ist aber, die richtige Antwort zu geben und so Risiken vorab zu vermeiden. Community Manager sollten besonders vorsichtig sein, bevor sie etwas veröffentlichen oder auf eine Anfrage reagieren.
Überprüfung Prüfung aller Kampagnen (aktuelle und anstehende Inhalte) und der Herangehensweise des Community Managements hinsichtlich der aktuellen Herausforderungen am Markt und der Gesellschaft.
Sind aktuelle Social-Media-Kampagnen zu opportunistisch, insbesondere in Bereichen, die von COVID-19 betroffen sind oder damit in Verbindung stehen (etwa Seife, Reisen, etc.)?
Wie würde ein eher zynischer Kritiker reagieren, wenn Sie diesen Content in der aktuellen Gesundheitssituation veröffentlichen?
Bedenken Sie die Implikationen Ihres gesamten Social-Media-Contents, besonders die Postings, die Menschen zu Reisen oder der Teilnahme an Veranstaltungen aufrufen.
Überprüfen Sie zielgerichtete Kampagnen und lokale Anzeigenkäufe – laufen diese Kampagnen in Märkten, die besonders von COVID-19 betroffen sind? Kampagnen wie diese könnten aufgrund der allgemein veränderten öffentlichen Aufmerksamkeit weniger wirksam sein als vorgesehen oder je nach Art der Inhalte als unsensibel angesehen werden.
Wenn Sie sehen, dass die Lage in bestimmten Regionen besonders angespannt in Bezug auf COVID-19 ist, sollten Sie es ggf. sogar in Betracht ziehen, diese Regionen von den geplanten Maßnahmen auszuschließen. Alternativ kann Hypertargeting helfen, um auf spezifische Marktbedürfnisse einzugehen.
Stellen Sie sicher, dass Ihr Content nicht den Empfehlungen der Behörden vor Ort hinsichtlich des Umgangs mit COVID-19 widerspricht.
Gibt es Influencer-Programme oder anstehende Maßnahmen, die besonders beleuchtet werden müssen? Prüfen Sie, ob Influencer-Kampagnen fortgesetzt werden sollen und stellen Sie bei bereits laufenden Kampagnen sicher, dass den Influencern Q&As zur Verfügung gestellt werden, damit sie auf Fragen aus ihrer Community zum Umgang Ihres Unternehmens mit COVID-19 antworten können.
Reaktion Entwicklung von Social-Media-Leitlinien sowie Prozessen und Antworten, um eine zeitnahe, korrekte und effiziente Nutzung dieses Mediums in der aktuellen Situation zu ermöglichen.
Untersuchen und aktualisieren Sie Ihre Social-Listening-Taxonomien, um eine Diskussion über Ihre Marke, Ihren Sektor oder Ihre Kategorie und COVID-19 einzubeziehen.
Erstellen Sie COVID-19-Richtlinien und Entscheidungsabläufe für das Community Management, damit allen Beteiligten klar ist, wie auf Kommentare in sozialen Medien zu reagieren ist. Dies sollte auch bereits bestehende Pandemie-Erklärungen oder -Richtlinien Ihres Unternehmens umfassen.
Zusätzliche Überlegungen, die in die Richtlinien einfließen sollten:
Geschäftsabläufe, die direkt beeinflusst werden (z.B. Produktknappheit, Anlagenstilllegungen).
Ein Mitarbeiter ist an dem Virus erkrankt, könnte das Virus haben oder es wird bestätigt, dass er das Virus hat.
Eine Gemeinde, in dem sich ein Standort oder Geschäft Ihres Unternehmens befindet, ist von einem Einzelfall oder einem größeren Ausbruch betroffen.
Stellen Sie sicher, dass die Teams die Eskalationsrichtlinienkennen und den damit verbundenen geplanten Informationsfluss verstehen.
Entwickeln Sie gegebenenfalls spezifische COVID-19-Botschaften – z.B. welche Maßnahmen ein Unternehmen oder eine Marke umsetzt, um in ihren jeweiligen Märkten, Unternehmen oder Einrichtungen (Einzelhändler, Hersteller usw.) vor COVID-19 zu schützen.
Soziale Medien können in Krisenzeiten auch als Kanal in die Mitarbeiterkommunikation eingebunden werden, um die Mitarbeiter zu erreichen und zu informieren. Sie können zudem für Leadership-Kommunikation genutzt werden und Mitarbeitern die Möglichkeit geben, die Botschaften des Unternehmens zu teilen und zu vertreten. Ein aktuelles Beispiel sind die Trainer und Vorstände vieler Sportvereine, die Erklärungen auf sozialen Kanälen veröffentlicht haben – in dem Wissen, dass ihre Mitarbeiter diese sehen, darauf reagieren und sie wiederum teilen.
Überwachen, ändern oder stornieren Sie Social-Media-Anzeigenbuchungen und zielgerichtete Werbung, wenn sie in Konflikt mit der aktuellen Marktsituation und Ihrem Geschäft stehen. Lassen Sie sich von Partnern schriftlich bestätigen, wenn Buchungen ausgesetzt oder storniert werden müssen.
Entwicklung von Plänen zur Aufrechterhaltung des Social-Media-Teams, um sicherzustellen, dass geeignete Dokumentationen und Maßnahmen in die Wege geleitet werden. So sollen die Auswirkungen auf das Team minimiert werden, falls sich ein Teammitglied mit COVID-19 angesteckt hat.
Beispiel: Stellen Sie sicher, dass Passwörter und der Zugang zu Kanälen nicht auf eine einzelne Person beschränkt sind und dass bei Bedarf ein Fernzugriff möglich ist.
In einigen Branchen und Bereichen kann sich die Zahl der Diskussionen in sozialen Medien stark erhöhen – die Community-Management-Teams müssen möglicherweise in Betracht ziehen, das Personal aufzustocken oder einen Schichtbetrieb einzuführen.
Bleiben Sie über Neuigkeiten und Entwicklungen zu COVID-19 auf dem Laufenden.
Pressekontakt Anna-Lena Schildt, Senior PR- und Marketingmanagerin Deutschland Tel.: +49 (0)172 688 31-41, E-Mail: annalena.schildt@edelman.com Der Datenschutz ist uns wichtig, wenn Sie mehr darüber erfahren wollen klicken Sie hier: https://www.edelman.de/data-protection-statement Wenn Sie in Zukunft keine Presseinformationen mehr von Edelman erhalten wollen, geben Sie uns kurz formlos Bescheid.
Hamburg, 23. März 2020 – Die Corona-Krise stellt besonders KMU vor eine enorme Herausforderung. Doch wie sehr beeinträchtigt die aktuelle Situation bereits die Arbeit von Entscheidern in mittelständischen Unternehmen? Eine Blitz-Umfrage1 macht deutlich: Viele erleben eine starke Verunsicherung bei ihren Kunden. Die Nachfrage nach vielen Produkten sinkt um fast 50 Prozent. Wie groß die wirtschaftlichen Einschnitte sein werden, ist ungewiss. Visable hilft seinen Kunden auch in Krisen-Zeiten, Produkte und Dienstleistungen für Einkäufer international zugänglich zu machen und ist als Experte für B2B-Marktplätze und Online-Marketing-Services an ihrer Seite.
Visable hat rund 300 KMU in der DACH-Region nach den Folgen durch Corona gefragt. Auch wenn die Auswirkungen für Industrie und Handel noch unklar sind, zeigen die Umfrageergebnisse deutlich: Die weltweite Krise sorgt bereits jetzt bei mehr als der Hälfte der Befragten zu Umsatzeinbußen. 80 Prozent rechnen mit weiteren, teilweise starken, Verlusten.
Visable – Infografik zum Coronavirus
Sofortmaßnahmen führen zu Kurzarbeit und Einstellungsstopps Auch im Arbeitsalltag macht sich die Krise bemerkbar: 67 Prozent der Befragten gaben an, dass sie im Kundengespräch eine enorme Unsicherheit feststellen. Das sorgt für Stornierungen und Verzögerungen in der Auftragsvergabe. Jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) hat bereits auf Kurzarbeit umgestellt, da Lieferengpässe bei der Beschaffung zu Produktionsstopps führen. Rund 16 Prozent der KMU reagierten bereits mit Einstellungsstopps. Beschaffungsschwierigkeiten stellen bereits fast ein Drittel (28 Prozent) der Befragten fest. Diese spüren die Unternehmen vor allem bei Produkten aus Europa (23 Prozent). Jeder fünfte (21 Prozent) leidet bereits unter Engpässen bei Lieferungen aus China. Bei den USA oder anderen Regionen gibt es momentan noch keine Lieferschwierigkeiten.
Enorme Verluste auch durch Absagen von Messen Durch die Corona-Krise war das erste Quartal dieses Jahres durch Absagen von Messen und Konferenzen weltweit gekennzeichnet. Für viele Unternehmen fielen so wichtige Marketing- und Vertriebskanäle weg. Lösungen können hier digitale B2B-Marktplätze wie EUROPAGES und „Wer liefert was“ (wlw) bieten. „Wir stellen ein Netzwerk zur Verfügung, das die Suche nach Anbietern, Produkten und Gütern für Industrie und Gewerbe stark vereinfacht“, sagt Peter F. Schmid, CEO von Visable. „Dies ist besonders wichtig, da Veranstaltungen für den persönlichen Austausch weltweit weitgehend abgesagt wurden, darunter auch bedeutende Messen und Konferenzen“, erklärt Schmid. Hier könne Visable einen Beitrag leisten, um die aufkommenden Lücken zu schließen. Denn Visable biete verschiedene Möglichkeiten, um die Sichtbarkeit und die Vernetzung der Unternehmen über Online-Maßnahmen zu fördern.
Hohe Nachfrage nach Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken Die Corona-Krise spiegelt sich auch im Suchverhalten der Einkäufer auf der Plattform wlw, die zur Visable-Gruppe gehört, wider. Gehören sonst die Suchbegriffe „Maschinenbau“ und „CNC Fräsmaschinen“ zu den meistgesuchten Begriffen, wurden mit dem Bekanntwerden mehrerer Corona-Fälle in Deutschland Mitte Februar erstmals Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken besonders start nachgefragt – diese Produkte überstiegen im Verlauf der Krise sogar die Anfragen der sonst gängigen Topsuchen. „Wir verzeichnen seit einigen Tagen generell einen signifikanten Anstieg der Suchanfragen auf unseren Plattformen ‚Wer liefert was‘ und EUROPAGES. Viele Unternehmen müssen sich momentan nach neuen oder zusätzlichen Lieferanten umsehen. Visable unterstützt seine Kunden auch in diesen Zeiten mit digitalen Lösungen für Marketing und Vertrieb“, erklärt Peter F. Schmid, CEO von Visable. „Die genauen Folgen der Corona-Krise können auch wir nicht absehen. Doch klar ist bereits jetzt: Digitale Lösungen für industriell tätige Unternehmen waren noch nie so wichtig, wie heute.“
*Die Online-Befragung wurde vom 9. bis 18. März 2020 durchgeführt. Rund 300 führende Mitarbeiter aus mittelständischen Unternehmen der DACH-Region wurden befragt.
Über Visable Visable unterstützt den industriellen Mittelstand, Produkte und Dienstleistungen für Einkäufer international zugänglich zu machen. Als speziell auf Geschäftskunden zugeschnittene Verbindung aus eigenen B2B-Marktplätzen und Online-Marketing-Services wie zum Beispiel Google Ads und Retargeting bietet das Unternehmen ein breit gefächertes digitales Portfolio zur Reichweiten-Steigerung im Internet. Zu den von der Visable GmbH betriebenen Marktplätzen gehören „Wer liefert was“ (wlw), heute der führende B2B-Marktplatz in der D-ACH-Region, sowie die europäische B2B-Plattform EUROPAGES. Zusammen erreichen die Marktplätze monatlich über 3,7 Millionen B2BEinkäufer, die nach detaillierten Unternehmens- und Produktinformationen suchen. Insgesamt sind über 3,6 Millionen Firmen auf beiden Plattformen registriert. Mit seinen Online-Marketing-Services bietet Visable Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten, ihre Reichweite im Internet zu erhöhen. Visable ist derzeit einziger Google Premium-Partner mit B2B-Schwerpunkt. Das Unternehmen Visable entstand als Antwort auf die Herausforderungen der Internationalisierung und Digitalisierung im B2BBereich. Visable unterhält Büros an den Standorten Hamburg, Berlin sowie Paris und beschäftigt heute über 380 Mitarbeiter. Als gemeinsames Dach für die Marken „Wer liefert was“ und EUROPAGES baut Visable seine Marktplätze und Online-Marketing-Services kontinuierlich aus. Weitere Artikel, Informationen, Pressemitteilungen und Downloads finden Sie unter www.visable.com/presse
Ein Gastkommentar von GPRA-Chairman Uwe Kohrs erschienen im Management-Blog der WiWo am 11. März 2020.
Wieso bloß machen die Experten uns alle so irre, bis wir zwischen Apokalypse und Durchhalteparolen zerrieben sind, fragt sich Uwe Kohrs, Grandsigneur der Kommunikation und Chairman des Verbands GPRA
Deutschland ist im Krisenmodus. Das Coronavirus schleicht sich schrittweise in das Leben der Bundesbürger ein und wirkt sich immer stärker aus. Warum? Immer mehr Experten und Politiker drängen in die Öffentlichkeit, wollen nur das Beste und produzieren eine bedenkliche Tendenz zur Hysterie in weiten Teilen der Bevölkerung. Leergeräumte Läden, selbst verordnete Quarantäne, überlastete Telefon-Hotlines, Stornierungen und Absagen von Messen und Events, abstürzende Aktienkurse – das alles sind die Reaktionen auf die Appelle zum vernünftigen Umgang mit dem neuartigen Coronavirus, das ja eigentlich so etwas ähnliches wie die Grippe sein soll.
Medizinische Koryphäen als Kommunikationszwerge
Das Krisenmanagement geht gründlich schief. Die Kommunikation an der Schnittstelle zwischen dem wissenschaftlichem Kontext Substanz und der Laienkommunikation versagt. Da mutieren Wissenschafts- und Medizinriesen im öffentlichen Diskurs schnell zu Kommunikationszwergen, die mehr Unsicherheit und Angst produzieren als Wissen und Vertrauen zu schaffen. Was sie eigentlich sollten.
Oft stehen PR-Verantwortlichen in Instituten und Kliniken die Haare zu Berge, wenn sich ihre Granden anschicken, höchstpersönlich der Öffentlichkeit Wissenschaft zu erklären. Diese Experten jedoch empfinden kleinliche Verständnisbedenken häufig als Majestätsbeleidigung. Sie sind von ihrer eigenen gottgegebenen Unfehlbarkeit überzeugt.
„Bleiben Sie gesund“
Die Spirale setzt ein: Mit jedem Medienauftritt steigt die Reputation – und der Eitelkeit tut’s ja auch gut. Also rein in die Talkshows und vor die Fernsehkameras der Nation. Denn in jeder Krise steigt die Nachfrage nach Expertenrat kurzfristig extrem. Die Statements changieren dann zwischen Apokalypse, Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Durchhalteparolen. Aber die Zuschauer als Laien sind primär emotional bewegt, angesichts einer vermeintlich internationalen Bedrohungslage die ihnen via TV, Tablet oder Mobiltelefon immer näherkommt. Nebenbei bemerkt: Fallen Ihnen auch auf, wie viele Leute plötzlich Grußworte in Branchennewslettern oder Posts nach Pfarrer-von-der-Kanzel-Manier mit verbalen Schulterklopfern beschließen? Die aber eigentlich mit dem Thema Corona so gar nichts zu tun haben im Job? Am allerbesten kommt der sinnloseste Gruß von allen: „Bleiben Sie gesund.“
Verwirrung pur – von denen, die eigentlich erklären und informieren sollen
Hier Ratio – dort Emotion, das kann kommunikativ nicht funktionieren und bewirkt das Gegenteil von Beruhigung. All die Wissenschaftsexperten wollen sicher das Beste, verschärfen aber in Wirklichkeit nur die Probleme durch ihre Schwierigkeiten, mit Laien zu kommunizieren: sich verstehbar auszudrücken, zu relativieren wo nötig und vor allem einzuordnen. Manche liefern stattdessen Verwirrung pur: Bestes Beispiel in diesen Tagen im TV: Da sagt ein Experte, dass die Coronavirus-Epidemie schlimmer wird, als wir uns das vorstellen können. Und dann direkt im nächsten Satz, dass es keinen Grund zur Panik gibt. Wissenschaftskommunikation wie man sie sich wünscht, ein einziges Dilemma.
Derart widersprüchliche Aussagen und Aktionen werden mit Fortschreiten der Krise immer häufiger und befeuern erst die Ausbreitung von Panik. Zumal die Politiker massiv an der Dissonanz von Botschaften und Maßnahmen mitwirken, wenn sie etwa mal so eben raten, gleich ganz Nordrhein Westfalen von Detmold bis Aachen zu meiden – und nicht nur jene kleine Stadt namens Heinsberg, wo es die meisten Infizierten gibt.
Manche Experten gehören nicht vor Kameras
Einerseits reden Experten von einem relativ harmlosen Coronavirus – und andererseits von Quarantäne für Millionenstädte. Wer käme da nicht auf den Gedanken, dass offizielle Seiten da nicht die Wahrheit sagen? Um die Krise einzudämmen, sollten all die Krisenstäbe in der Republik Kommunikationsprofis an den Tisch holen und diesen auch zuzuhören. Um dann zielführend mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Redaktionen sollten zuerst einmal sicherstellen, dass nur Experten in den Medien auftreten, die vermitteln können und sich der Wirkung ihrer Botschaften auch bewusst sind.
Nur Tacheles reden erweckt Vertrauen
Dabei geht es nicht um Schönreden oder Verharmlosen, sondern um klare Kante, die dem Bedürfnis nach Vertrauen der Bevölkerung Rechnung trägt. Dass Krisen, ihre Verläufe und ihre Bewältigung extrem viel mit Psychologie und Emotionen zu tun haben, sollte doch eigentlich bekannt sein.
Arbeitergeber-Kommunikation hat Vertrauens-Vorschuss: Dem eigenen Arbeitgeber vertrauen die Menschen auf der Suche nach verlässlichen Informationen zu COVID-19 mehr als Regierung und Medien
Viele Quellen, wenig Vertrauen: Global sorgen sich 74 Prozent der Menschen um Fake-News und die Glaubwürdigkeit der Informationen rund um COVID-19
Partnerschaften: Menschen erwarten, dass Regierung und Wirtschaft zusammenarbeiten
Frankfurt, 17. März 2020 – Auf der Suche nach glaubwürdigen Informationen ist der eigene Arbeitgeber auch zu Zeiten von COVID-19 die vertrauenswürdigste Quelle. Dies zeigt der globale Edelman Trust Barometer 2020 Special Report: Trust und der Coronavirus. Vom 6. bis zum 10. März wurde die Zehn-Länder-Studie in Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Südafrika, Südkorea, Großbritannien und den USA durchgeführt. Wie es in Zeiten des Coronavirus um das Vertrauen der Menschen aussieht, zeigen die wichtigsten globalen Ergebnisse der Studie:
Kommunikation des eigenen Arbeitgebers ist am glaubwürdigsten: 63 Prozent der aktuell Befragten geben an, dass sie Informationen von ihrem Arbeitgeber rund um das Coronavirus nach ein- oder zweimaliger Kommunikation vertrauen. Zum Vergleich: Das sagen nur 58 Prozent über die Informationen einer Regierungswebsite und 51 Prozent über die der traditionellen Medien. Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, dass sie sozialen Medien niemals glauben würden, wenn sie ausschließlich hier Informationen zu dem Thema finden konnten (35 Prozent).
Etablierte Nachrichtenangebote sind die meist genutzte Informationsquelle: Die Hauptnachrichtenkanäle werden fast doppelt so stark genutzt, wie die Online-Seiten der globalen Gesundheitsorganisationen (z.B. WHO) oder nationaler Gesundheitsorganisationen (z.B. CDC). Ingesamt geben 74 Prozent an, dass sie sich um die Verbreitung gefälschter Nachrichten und Falsch-Informationen über das Virus sorgen.
Wissenschaftler und Mediziner sind die vertrauenswürdigsten Stimmen: 68 bis 83 Prozent der Befragten geben an, dass sie Wissenschaftler und Medizinern am meisten vertrauen. Einer Stimme “wie du und ich” vertrauen 63 Prozent der Befragten. Regierungsbeamte (48 Prozent) und Journalisten (43 Prozent) stehen dagegen mit weniger als 50 Prozent Vertrauen am unteren Ende der Rangliste. 85 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mehr Informationen von Wissenschaftlern und weniger von Politikern hören wollen. 58 Prozent der Befragten befürchten sogar, dass die Krise für politische Zwecke aufgebauscht wird. Der CEO des eigenen Arbeitgebers liegt mit 54 Prozent in der Mitte der Rangliste.
Menschen fordern regelmäßigen Informationsfluss: Sieben von zehn Befragten verfolgen die Nachrichtenlage über den Coronavirus in den Medien mindestens einmal am Tag. 33 Prozent gaben an, dass sie mehrmals am Tag nach Informationen suchen. Von den Arbeitgebern wird erwartet, dass sie die Informationen über COVID-19 regelmäßig aktualisieren. Dabei fordern 63 Prozent mindestens tägliche Aktualisierungen.
Der eigene Arbeitgeber ist besser auf COVID-19 vorbereitet als das Land an sich: In acht von zehn untersuchten Ländern wird der eigene Arbeitgeber als besser auf das Virus vorbereitet angesehen, als das Land an sich. 62 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Arbeitgeber effektiv und verantwortungsbewusst auf das Virus reagiert.
Regierung und Unternehmen müssen zusammenarbeiten: Weder den Unternehmen noch der Regierung wird es zugetraut, der Lage im Alleingang Herr zu werden. Das Vertrauen der Menschen verdoppelt sich, wenn Unternehmen und Regierung gemeinsam Anstrengungen bei der Bekämpfung des Virus unternehmen. (45 Prozent gegenüber 20 Prozent).
Hohe Erwartungen an Handlungsfähigkeit der Wirtschaft: 78 Prozent der Befragten erwarten, dass die Wirtschaft zum Schutz der Mitarbeiter und der örtlichen Gemeinschaft handelt. 79 Prozent sehen Arbeitgeber in der Pflicht, dass sie ihre Abläufe anpassen, Reglungen für die Arbeit außerhalb der Büroräume schaffen, nicht relevante Veranstaltungen absagen und Geschäftsreisen untersagen. Hinzukommt, dass 73 Prozent erwarten, dass die Personalpolitik anpasst und so u.a. bezahlter Krankenstand gewährt wird und gefährdete Mitarbeiter daran gehindert werden, zur Arbeit zu kommen.
Arbeitgeber müssen Informationen weitergeben: Die Mitarbeiter wollen Klarheit darüber, wie viele Kollegen sich mit dem Virus infiziert haben (57 Prozent) und sich dieser auf die Arbeitsfähigkeit des Unternehmens auswirkt (53 Prozent). Die Mitarbeiter wollen über die darüberhinausgehende Auswirkungen auf das Unternehmen ebenfalls informiert werden – einschließlich Ratschlägen für Reisen und was getan werden kann, um die Verbreitung des Virus zu stoppen. Die Informationen möchten sie per E-Mail oder Newsletter (48 Prozent), durch Veröffentlichungen auf der Website des Unternehmens (33 Prozent) und durch Telefon-/Videokonferenzen (23 Prozent) erhalten.
„Für Unternehmen ist diese Form der Verantwortung neu und von großer Bedeutung. Arbeitgeber müssen ihren Vertrauensvorschuss vor allem jetzt nutzen und mit zielgerichteter Kommunikation auf möglichst viele Unsicherheiten Antworten geben. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Bevölkerung vor allem in Krisensituationen keine Alleingänge erwartet, sondern die Institutionen partnerschaftlich zusammenarbeiten müssen, um agile Lösungen auf den Weg zu bringen und das Vertrauen zu steigern“, so Christiane Schulz, CEO von Edelman Deutschland. „Es ist dringend notwendig, dass Unternehmen faktenbasierte Entscheidungen ermöglichen und ihren Mitarbeitern das Gefühl geben, Teil einer breiten gesellschaftlichen Bewegung zur Bekämpfung des Virus zu sein.“
Über die Studie: Der Edelman Trust Barometer 2020 Special Report „Trust und der Coronavirus“ wurde vom 6. bis zum 10. März in den zehn Ländern Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Südafrika, Südkorea, Großbritannien und den USA durchgeführt. Insgesamt wurden 10.000 Menschen (1.000 pro Markt) befragt. Alle Daten sind auf nationaler Ebene repräsentativ, basierend auf Alter, Region und Geschlecht. Der Special Report ist eine Sonderausgabe des Edelman Trust Barometers. Das Edelman Trust Barometer ist eine jährliche Studie zu Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Wirtschaft und Medien, die in diesem Jahr zum 20. Mal von der Marktforschungsfirma Edelman Intelligence durchgeführt wurde. Weitere Informationen unter www.edelman.de/research/2020-edelman-trust-barometer
Über Edelman Deutschland Edelman ist eine globale Kommunikationsagentur, die Unternehmen und Organisationen dabei unterstützt, ihre Marken und deren Reputation zu entwickeln, zu fördern und zu schützen. In Deutschland liefern rund 300 Experten mit Büros in Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt am Main Kommunikationsstrategien, die es unseren Kunden ermöglichen, zu führen, mit Überzeugung zu handeln und das nachhaltige Vertrauen ihrer Zielgruppen und Stakeholder zu gewinnen. Weitere Informationen unter www.edelman.de
Pressekontakt Anna-Lena Schildt, Senior PR- und Marketingmanagerin Deutschland Tel.: +49 (0)172 688 31-41, E-Mail: annalena.schildt@edelman.com Der Datenschutz ist uns wichtig, wenn Sie mehr darüber erfahren wollen klicken Sie hier: https://www.edelman.de/data-protection-statement Wenn Sie in Zukunft keine Presseinformationen mehr von Edelman erhalten wollen, geben Sie uns kurz formlos Bescheid.
Von Tina und Rüdiger Straub, Geschäftsführer Straub & Straub, Hamburg/Stuttgart
Der Corona-Virus „Covid-19“ entwickelt in dieser Woche für viele Unternehmen eine besondere Dynamik. Neben dem betrieblichen Gesundheitsmanagement sind jetzt die Kommunikationsabteilungen gefordert: Umfassende, aktuelle Information und Aufklärung unterstützen das betriebliche Gesundheitsmanagement, die Kommunikation wird auf einen einleitenden Krisenmodus gestellt.
Für jedes Unternehmen gilt: Wer nach innen und außen notwendige Krisenmaßnahmen gut kommuniziert, behält die Informationshoheit. Mit dem Ausbruch des Virus in Italien, Österreich und in weiteren deutschen Bundesländern wachsen konkrete Bedenken und auch Ängste von Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Kunden, reale Bedrohungszustände und damit die Notwendigkeit einer internen und externen Krisenkommunikation.
Denn alle Vorhaben wie das Verbot von Mitarbeiter-Dienstreisen, die öffentliche Bekanntgabe von Lieferengpässen oder in der Zukunft möglicherweise notwendige Schließungen von Büros oder Fabriken müssen kommunikativ begleitet werden.
Tina und Rüdiger Straub, Geschäftsführer der auf Krisenkommunikation spezialisierten Agentur Straub & Straub (Hamburg und Stuttgart): „Als guter Arbeitgeber, verantwortungsvoll und professionell agierendes Unternehmen muss jetzt kommunikativ gehandelt werden. Dabei kommt es nicht auf die Größe des Unternehmens an – ob 10 oder 1000 Mitarbeiter, hier sind alle gefordert.“
10 Regeln von Straub & Straub für die Corona-Krisenkommunikation:
Gute Krisenkommunikation bedeutet, vorbereitet zu sein. Stellen Sie unmittelbar eine eigens für diesen Krisenfall agierende Task Force innerhalb des Unternehmens auf – bestehend aus GF, (Gesundheits-)Management, Kommunikation.
Die Corona-Task Force bewertet alle Informationen, entscheidet über notwendige operative und kommunikative Maßnahmen.
Erstellen Sie Krisenszenarien für Ihr Unternehmen: Was kann passieren, wie reagieren Sie operativ und kommunikativ? Ein möglicherweise bestehendes Krisenhandbuch wird spätestens jetzt ergänzt.
Bereiten Sie für die verschiedenen Szenarien Sprachregelungen vor – die Mitarbeiteraushänge, Intranet-Beiträge, Social Media-Posts, Kunden-Mailings usw.
Monitoren Sie Medien aufmerksam: Negative Nachrichten über Corona überschlagen sich. Reagieren Sie dennoch besonnen und sachlich – aber reagieren Sie. Teilen Sie mit, was die jeweils veränderte Gesamtsituation für Ihr Unternehmen bedeutet – oder eben nicht bedeutet. Achten Sie dabei darauf, dass jede interne Nachricht nach außen dringen kann und hier Rückfragen standhalten muss.
Eine gute interne Kommunikation verhindert die Ausweitung der Krise. Nichtwissen befördert falsche Entscheidungen.
Ein besonderes Augenmerk haben Sie auf Ihre Social Media. Hier laufen alle Informationen aus ihren Teams über Sie und von ihnen ausgehend zusammen. Hier kann effektiv Prävention betrieben werden, fundiert und faktenbasiert gegengesteuert werden – aber eben auch viel Ungutes geschürt werden.
Als großes Unternehmen suchen Sie sich in der Krise Experten für Eventualfälle: Einen Arzt, die Behörden, eine Agentur für Krisenkommunikation. Oft sind auch die Verbände gute Ansprechpartner.
Überprüfen Sie, welche Prozesse auch im absoluten Notfall verlässlich funktionieren müssen, um das Unternehmen auch bei einem mehrwöchigen Lock-down nicht aus der Bahn zu werfen.
In der Ruhe liegt die Kraft – auch in der Krisenkommunikation.