Uni Leipzig, Hörsaal 8, Universitätsstr. 3, 04109 Leipzig
Desinformation, Deepfakes & Co: Herausforderungen und Potenziale digitaler Medien stehen im Mittelpunkt eines Symposiums am 9. April in Leipzig
Deutschland durchlebt turbulente Zeiten. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist belastet. Bei den anstehenden Wahlen drohen die politischen Ränder weiter zu erstarken. Welche Rolle spielen dabei digitale Medien und was kann die professionelle Kommunikation leisten? Ein gemeinsames Symposium der Kommunikationsverbände DPRG, BdKom und GPRA mit dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig präsentiert aktuelle Einsichten aus Forschung und Praxis zu dieser kritischen Frage. Was ist die Wirkung von Desinformation? Wie verbreitet sind Verschwörungsmythen wirklich? Und welche Rolle spielen KI-generierte Deepfakes?
Hochkarätige Referent:innen aus Wissenschaft, Journalismus und Kommunikation diskutieren die Herausforderungen durch digitale Medien für unsere Demokratie – aber auch Potenziale, Chancen sowie Verantwortung und Handlungsoptionen professioneller Kommunikator*innen.
Unternehmen rufen zur Teilnahme an der Bundestagswahl 2025 auf
Vorbereitung für den Aktionstag am 19.2.2025 gestartet
Marken ändern ihr Logo oder ihren Claim für einen Wahlaufruf
Social-Media-Reichweite und Werbeflächen werden gespendet
Berlin/Köln, 10. Februar 2025 – Unter dem Motto „Jede Stimme zählt!“ ruft eine breite Allianz aus Unternehmen, Medienhäusern und Agenturen zur Stimmabgabe bei der Bundestagswahl 2025 auf. Gestartet von den Kommunikationsagenturen antoni und OSK sowie cherrypicker, OMG und team x setzen Marken mit der Kampagne #ZusammenFürDemokratie ein starkes Zeichen für demokratische Werte und gesellschaftliche Verantwortung.
„Mit der Aktion #ZusammenFürDemokratie wollen wir Menschen an die Wahlurne bringen. Medien und Unternehmen haben die Möglichkeit, durch diesen gemeinschaftlichen Aufruf ihre Reichweite für eine hohe Wahlbeteiligung einzusetzen – denn jede Stimme zählt!“, sagt Sven Dörrenbächer, CEO von antoni und Initiator der Aktion.
Hohe Wahlbeteiligung schützt Demokratie
Die Bundestagswahl 2025 findet in einer gesellschaftlich angespannten Lage statt. 14 Millionen Wahlberechtigte verzichteten 2021 auf ihre Stimme. Die Demokratie lebt aber vom Austausch und der aktiven Beteiligung an den politischen Prozessen. Genau dazu ruft die Initiative auf, denn laut aktuellen Umfragen des ZDF-Politbarometers sind 33 Prozent der Wähler*innen noch unentschlossen. So soll der Appell dazu beitragen, dass möglichst viele davon zur Wahl gehen und mit über die Zukunft des Landes entscheiden. Eine geringe Wahlbeteiligung nutzt eher den extremistischen Kräften.
Ziel der Kampagne
Unternehmen genießen in der Gesellschaft größeres Vertrauen als Parteien, doch ihre Stimme im politischen Diskurs bleibt oft zu leise. An diesem Punkt setzt die Initiative an. #ZusammenFürDemokratie mobilisiert Unternehmen, ihre Reichweite gezielt für einen überparteilichen Wahlaufruf zu nutzen. Dieser kann in Form von Social-Media-Postings, Anzeigen in Medien und kreative, auf die Kampagne angepasste Marken-Claims erfolgen.
Schon jetzt sind Unternehmen wie Congstar, Bayer, BVG, HANS IM GLÜCK, Iglo, Katjes, Mercedes-Benz, Nestlé mit Maggi, Thomy und Nespresso sowie die ZF Group dabei, um am 19.02.2025 um 09.00 Uhr zeitgleich ihren Wahlaufruf auf den eigenen Social-Media-Kanälen zu veröffentlichen.
Unterstützt wird das Initiatorenteam von der Marketingberatung superspring, dem Marktforschungsinstitut Appinio, der Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen (GPRA), der Organisation Werbungstreibende im Markenverband (OWM) sowie gemeinnützigen Initiativen wie C_SR und Initiative 18.
Alle interessierten Unternehmen und Marken können sich wie folgt am kollektiven Wahlaufruf beteiligen:
Marken-Claim in Wahlaufruf umtexten oder Logo ändern: alles ist erlaubt!
Bild, GIF oder Video kreieren sowie Kampagnen-Hashtag (#ZusammenFürDemokratie) einsetzen
Code of Conduct beachten: Die Initiative ist ein Wahlaufruf, keine Parteien-Empfehlung oder -Ablehnung
Am 19.02., 09.00 Uhr auf den eigenen Social-Media-Kanälen posten
Für kostenlose Platzierung bei Medienpartnern, Druckunterlagen (Format 4:5) bis Freitag, 14.2.2025, 18.00 Uhr an ZFD-Marken@antoni.de schicken (ein Abdruck kann nicht garantiert werden)
Wir freuen uns, wenn Medienhäuser Freiflächen in Print, Online, TV, DOOH u.a. pro bono zur Verfügung stellen, um eine Auswahl der kreativen „Wahlaufrufe“ der Industrie am 19.02. (bis 23.02.) zu schalten. Bei Interesse bitte unter ZFD-Medien@antoni.de melden. Vielen Dank!
Erfolgsbeispiel: Inspiration aus der Corona-Zeit
Mit der Kampagne #ZusammenFürDemokratie will das Initiatorenteam an den Erfolg seiner Aktion #ZusammenGegenCorona#ZusammenFürDemokratie im Dezember 2021 anknüpfen, bei der über 1.000 Unternehmen ihre Markenclaims zu einem Impfaufruf anpassten. Die Aktion war ein starkes Signal für gesellschaftlichen Zusammenhalt – mit dem gleichen Engagement heißt es nun, sich für Demokratie und staatsbürgerliche Verantwortung einzusetzen.
Gemeinsam planen die Organisationen, die rund 10.000 professionelle Kommunikatorinnen und Kommunikatoren in Deutschland vertreten, vielfältige bundesweite Aktivitäten zur Stärkung von Meinungsfreiheit und Demokratie in Deutschland. Anlass ist das 75-jährige Jubiläum des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 2024.
„Das Grundgesetz betont die Bedeutung der Kommunikation für die Demokratie, insbesondere in den Artikeln 1 und 5. Als Verbände, deren Kernthema professionelle Kommunikation in Unternehmen, Organisationen und Verbänden ist, stehen wir für Wahrhaftigkeit, Transparenz und Glaubwürdigkeit“, sagt Nils Haupt, Präsident der DPRG.
Alexandra Groß, Präsidentin der GPRA & Regine Kreitz, Präsidentin des BdKom & Nils Haupt, Präsident der DPRG stehen hinter der neuen Initiative für Demokratie
„Wir sind besorgt angesichts des Missbrauchs digitaler Medien für Desinformation, Hass und Hetze. Wer das Vertrauen in Politik und Demokratie untergräbt, der gefährdet und delegitimiert demokratische Organisationen und ihre Vertreterinnen und Vertreter. Als deutsche Kommunikationsverbände glauben wir an die Kraft professioneller Kommunikation und kontinuierlichen Dialogs“, sagt Regine Kreitz, Präsidentin des BdKom.
„Gemeinsam sind wir davon überzeugt, dass es jetzt an der Zeit ist, die Öffentlichkeit im Hinblick auf Gefahren und Risiken von Desinformation, manipulativer Kommunikation und Hassrede zu sensibilisieren. Mit der täglichen Arbeit unserer Mitglieder tragen wir in hohem Maße dazu bei, demokratische Werte zu stärken“, so Alexandra Groß, Präsidentin der GPRA.
Die Verbände berufen sich auf ihre ethischen Grundregeln, die sie 2012 im Deutschen Kommunikationskodex festgeschrieben haben. Der Kodex geht davon aus, dass Meinungsbildung und demokratische Entscheidungsfindung in den hochmediatisierten Gesellschaften des 21. Jahrhunderts auf dem öffentlichen Diskurs und der Abwägung zwischen unterschiedlichen Interessen, Deutungen und Konzepten basieren, an deren Artikulation Public Relations erheblichen Anteil haben. Wer den Beruf ausübt, respektiert die von der Verfassung garantierten Grundrechte sowie insbesondere die Freiheit und Unabhängigkeit der Medien. Rassistische, sexistische und religiöse Diskriminierung sowie andere menschenverachtende Praktiken verbietet der Kodex.
„Kommunikation stärkt Demokratie“ umfasst Informations-, Weiterbildungs- und Diskussionsveranstaltungen für Kommunikationsprofis und ist zunächst bis Herbst 2025 geplant. Eine Veranstaltungsreihe widmet sich Good-Practice-Beispielen von Unternehmen und Organisationen. Eine weitere klärt über falsche und manipulative Kommunikationspraktiken auf.
Zudem widmen die Verbände diesem Thema gemeinsam mit der Universität Leipzig am 18. Oktober ein Symposium, bei dem neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Praxiserfahrungen vorgestellt werden. Bereits am 5. Juni findet ein Online-Talk mit dem ARD-Vorsitzenden Kai Gniffke statt, der Herausforderungen und Leistungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks angesichts zunehmender gesellschaftlicher Konflikte auch mit Blick auf das Medienvertrauen beleuchten wird. Am 25.07. gibt es einen Online-Talk mit Prof. Dr. Nina Springer, Hate Speech Expertin der Universität Münster, und am 08.08. einen weiteren mit Prof. Darren Linvill von der Clemson University über die Enttarnung von Trollen und Trollfabriken. Auch der Kommunikationskongress 2024 am 12. und 13. September in Berlin wird einen entsprechenden Schwerpunkt setzen. Außerdem sind spezielle Formate für den Kommunikationsnachwuchs geplant, darunter die BdKom-Sommerakademie am 11. Juni in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Kiel sowie eine Ausgabe der Neuland-Reihe der GPRA-Young Professionals im Herbst.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf dem Deutschen PR Tag am 16. und 17. Mai 2024 in Hannover werden die drei Präsidenten die Initiative näher vorstellen.
Über die DPRG
Die DPRG (Deutsche Public Relations Gesellschaft e. V.) ist ein vielfältiger Verband – inklusiv statt exklusiv! Wir sind ein Netzwerk von mehr als 2.200 professionellen Kommunikator*innen und PR-Profis. Die DPRG bildet als ehrenamtlich geführter Verband seit 1958 die ganze Vielfalt unserer Branche ab: von Pressesprecher*innen bis zu Leiter*innen Unternehmenskommunikation, von der Lobbyistin bis zu Consultants in Agenturen und Selbstständigen. Von Start-up-Gründerinnen bis zu Verbandskommunikatoren. Die DPRG ist das Netzwerk für alle, deren Leidenschaft professionelle Kommunikation ist. In den Arbeitskreisen und neun Landesgruppen praktizieren wir lebendigen Erfahrungsaustausch und praktische Weiterbildung ohne Hürden und Hierarchien. Wir fördern den Branchen-Nachwuchs und engagieren uns für die weitere Professionalisierung des Berufsstandes.
Über den BdKom
Der BdKom (Bundesverband der Kommunikatoren e.V.) ist die führende berufsständische Vereinigung für Presse- und Kommunikationsverantwortliche aus Unternehmen und Organisationen im deutschsprachigen Raum. Der Verband vertritt die Interessen von über 4.200 Mitgliedern in Politik und Öffentlichkeit. Er fördert den Berufsnachwuchs und setzt sich für hohe professionelle Standards ein.
Über die GPRA e.V.
Die GPRA ist seit 1974 der Verband der führenden PR- und Kommunikationsagenturen Deutschlands und hat ihren Sitz in Berlin. Mit strengen Aufnahmekriterien und hohen Anforderungen an ihre Mitglieder setzt sie Standards in der PR-Branche und fördert den Austausch zwischen den Mitgliedern und Meinungsbildnern. Die GPRA repräsentiert 33 Agenturen mit circa 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Marktanteil von fast 50 Prozent.
Die drei Verbände sind Träger des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR), dem Organ der freiwilligen Selbstkontrolle im Berufsfeld Public Relations und Kommunikation.