Schlagwort: Edelman Trust Barometer

  • Edelman-Studie zeigt gespaltenes Verbrauchervertrauen – mit negativen Auswirkungen auf die private Vorsorge

    Edelman-Studie zeigt gespaltenes Verbrauchervertrauen – mit negativen Auswirkungen auf die private Vorsorge

    Deutsche misstrauen Finanz-Innovatoren

    Die neue Ausgabe des Edelman Trust Barometer 2025 offenbart eine zentrale Herausforderung für die deutsche Finanzbranche: Die Bevölkerung betrachtet vor allem digitale Innovatoren im Finanzbereich wie FinTechs, Nicht-Bank-FinanzApp- und Krypto-Anbieter mit Skepsis. Während traditionelle Banken ein höheres Vertrauen genießen, fehlt es gerade dort an Glaubwürdigkeit, wo zukunftsweisende Lösungen entstehen könnten.

    Frankfurt am Main, 31. Juli 2025 – Während der globale Trust-Wert für die Branche mit 64 Prozent im Vertrauensbereich liegt, erreicht die Finanzbranche bei den Befragten aus Deutschland nur 46 Prozent. Sie liegt damit in Deutschland im Bereich des Misstrauens, der auf der Skala des Edelman Trust Barometers von 1 bis 49 Prozent reicht. Sachversicherer und traditionelle Banken führen unter den Finanzsubbranchen hierzulande mit einem Vertrauenswert von 56 bzw. 55 Prozent und befinden sich damit im neutralen Bereich (50 bis 59 Prozent). Lebens- und Krankenversicherer fallen ebenfalls in diese Kategorie: Ihnen bringen 52 Prozent der Befragten in Deutschland Vertrauen entgegen. Weltweit genießt diese Subbranche hingegen das Vertrauen von 63 Prozent – trotz des geringeren Vertrauens älterer Befragter und Befragter mit geringerem Einkommen.

    Abgestraft: Finanzberater und -innovatoren

    Finanzberatungs- und Vermögensverwaltungsunternehmen vertrauen in Deutschland nur 36 Prozent der Befragten. Weltweit stehen Menschen über 55 Jahren diesem Berufsstand besonders skeptisch gegenüber (49 Prozent Vertrauen).

    Neuere Akteure der Finanzbranche werden von den deutschen Befragten noch kritischer bewertet: Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte genießen das Vertrauen von 22 Prozent und bleiben damit tief in der Misstrauenszone. FinTechs und digitale Zahlungsunternehmen schneiden nur geringfügig besser ab: 33 Prozent der Befragten in Deutschland vertrauen Unternehmen in dieser Branche. Damit liegt diese Subbranche weit unter der wichtigen Vertrauensschwelle von 60 Prozent.

    „Die aktuelle Studie zeigt eindrücklich: Innovationen allein genügen nicht – sie müssen erklärt, verankert und mit echter gesellschaftlicher Relevanz aufgeladen werden“, sagt Holger Nacken, Managing Director bei Edelman Smithfield. „Vertrauen entsteht dort, wo Anbieter nachvollziehbar, nahbar und verantwortlich handeln.“

    Wirtschaftliche Ungleichheit spiegelt sich im Vertrauensniveau wider

    Ein weiterer beunruhigender Befund: Die globale Kluft im Vertrauen zwischen dem einkommensstärksten und dem einkommensschwächsten Quartil der Befragten beträgt im Finanzsektor 12 Prozentpunkte. Das Vertrauen in Unternehmen dieser Branchen ist also abhängig vom eigenen Wohlstand; gesellschaftliche Ungleichheit schlägt sich direkt im Finanzvertrauen nieder.

    „Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland und der drohenden Finanzierungslücke im Alter ist die private Altersvorsorge wichtiger denn je – insbesondere für wirtschaftlich benachteiligte Gruppen“, sagt Holger Nacken. „Wenn die Menschen digitalen Angeboten, der Vermögensverwaltung oder Kapitalmarktprodukten nicht vertrauen, verzichten sie auf private Altersvorsorge – mit langfristigen Folgen für die allgemeine Alterssicherung und die soziale Stabilität.“

    Über das Edelman Trust Barometer 2025
    Der Edelman Trust Barometer 2025 ist die 25. jährliche Vertrauensstudie des Unternehmens. Die Forschung wurde vom Edelman Trust Institute durchgeführt und umfasst 30-minütige Online-Interviews, die zwischen dem 25. Oktober und dem 16. November 2024 durchgeführt wurden. Der Edelman Trust Barometer 2025 befragte über 33.000 Teilnehmer in 28 Ländern. Der Bericht wird jedes Jahr im Januar veröffentlicht und deckt eine Vielzahl aktueller und wichtiger gesellschaftlicher Indikatoren des Vertrauens in Unternehmen, Medien, Regierungen und NGOs ab. Er prägt Diskussionen und setzt die Agenda für das kommende Jahr. Weitere Informationen zum Edelman Trust Barometer 2025: https://www.edelman.de/trust/2025/trust-barometer

    Weitere Informationen zur Sonderauskopplung „Trust in Financial Services“: 2025 Edelman Trust Barometer: Insights for Financial Services Sector | Edelman

    Über Edelman
    Edelman ist ein globales Kommunikationsunternehmen, das mit Unternehmen und Organisationen zusammenarbeitet, um Marken und Reputation zu entwickeln, zu fördern und zu schützen. In Deutschland liefern rund 200 Expert:innen mit Büros in Berlin, Hamburg, Köln, München und Frankfurt am Main Kommunikationsstrategien, die das Vertrauen von Kund:innen und Stakeholdern stärken. Seit der Gründung im Jahr 1952 ist Edelman ein unabhängiges, familiengeführtes Unternehmen geblieben. Zum Netzwerk gehören auch Edelman Data x Intelligence (Forschung, Daten), Edelman Smithfield (Finanzkommunikation) und UEG (Unterhaltung, Sport, Lifestyle). Weitere Informationen unter: www.edelman.de

    Pressekontakt
    Sarah Müller
    Tel.: +49 (0)172 7569 141
    E-Mail: Presse-DE@edelman.com

  • Vertrauen im Sinkflug: Deutsche Institutionen gefangen in einer Abwärtsspirale aus Misstrauen und Tatenlosigkeit

    Vertrauen im Sinkflug: Deutsche Institutionen gefangen in einer Abwärtsspirale aus Misstrauen und Tatenlosigkeit

    • Vertrauensblase geplatzt: Das Vertrauen der Deutschen in Regierung, Medien, Wirtschaft und NGOs ist auf Vorpandemieniveau zurück – die Deutschen sprechen ihr Misstrauen aus.
    • Misstrauensvotum gegenüber Führung: Deutlich über ein Drittel der deutschen Befragten ist überzeugt, dass die Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Medien und Regierung die Menschen absichtlich anlügen und in die Irre führen. Alarmierend: Gleichzeitig steigt die Sorge, dass Falschnachrichten als Waffe verwendet werden.
    • Aufholbedarf bei der Diskussionskultur: 64 % der Deutschen sagen, dass den Menschen hierzulande die Fähigkeit fehlt, konstruktive und zivile Debatten über Themen zu führen, bei denen sie unterschiedlicher Meinung sind.

    Frankfurt am Main, 31. Januar 2022. Die Bilanz fast zwei Jahre nach Ausruf der globalen Krise ist eindeutig: der Vertrauensvorschuss, den vor allem die Regierung zu Beginn der Pandemie erhalten hatte und damit auf ein Allzeithoch katapultiert wurde, ist verloren. Doch nicht nur die Regierung befindet sich in einem Teufelskreis des Misstrauens, denn: Das Vertrauen der Deutschen in die Institutionen Regierung, Medien, Wirtschaft und NGOs ist zurück auf Vorpandemieniveau und liegt damit im Misstrauensbereich. Das zeigen die aktuellen Daten des Edelman Trust Barometer 2022. Darin hat Edelman über 36.000+ Menschen in 28 Märkten zu ihrem Vertrauen befragt.

    So hat Deutschland bei der Betrachtung in der allgemeinen Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Vertrauen eingebüßt (von 53 Indexpunkten auf 46 Indexpunkte) und rutscht in den Misstrauensbereich (Trust-Score unter 50). Den Spitzenplatz als vertrauenswürdigste Institution hierzulande muss die Regierung mit deutlichen Vertrauensverlusten (47 %, – 12 %pkt. zu 2021; global: 52 %; -1 %pkt.) knapp der Wirtschaft mit 48 % (- 6 %pkt. zu 2021; global: 61 %) überlassen. Gleichauf mit der Regierung landen die Medien (47 %, – 5 %pkt; global: 50 %, – 1%pkt.), gefolgt von den NGOs (40 %, -6 %pkt. zu 2021; global: 59 %, + 2%pkt.).

    Diskussionskultur auf dem Prüfstand

    Welche Faktoren Einfluss auf den deutlichen Vertrauensverlust haben, zeigt sich bei Regierung und Medien deutlich: Beide werden hierzulande anstatt als einigende Kräfte (Regierung: 34 %; Medien: 36 %; global: 36 %, 35 %), als spaltende Kräfte (Regierung: 46 %; Medien: 41 %; global: 48 %, 46 %) in der Gesellschaft angesehen.

    Hinzukommt eine weitere fragwürdige Entwicklung: 64 % der in Deutschland Befragten geben an, dass den Menschen hierzulande die Fähigkeit fehlt, konstruktive und zivile Debatten über Themen zu führen, bei denen sie unterschiedlicher Meinung sind.

    „Die Ergebnisse spiegeln in aller Deutlichkeit eine besorgniserregende Entwicklung aus gesellschaftspolitischer Sicht wider und zeigen, an welcher kritischen Stelle wir uns mittlerweile befinden. Fehlende Führung, Falschnachrichten und eine desolate Debattenkultur befeuern die Divergenz in der Bevölkerung zunehmend. Um dieser entgegenzuwirken, braucht es mehr denn je gebündelte Kräfte der Institutionen, vertrauenswürdige Informationen und eine klare Kommunikation, die Orientierung bietet“, sagt Christiane Schulz, CEO Edelman Deutschland.

    Sorge vor Falschnachrichten weiterhin besorgniserregend

    Das Edelman Trust Barometer 2022 zeigt zudem, dass die „Infodemie“* nicht eingedämmt, sondern weiter an Fahrt aufgenommen hat. Denn trotz der bereits schlechten Vorjahreswerte verlieren die traditionellen Medien (58 %, -5 %pkt. zu 2012; global: 57 %, -5 %pkt.) und Social Media (20 %, -11 %pkt zu 2012; global: 37 %, -8 %pkt.) als Quelle für allgemeine Nachrichten und Informationen hierzulande weiter an Vertrauen. Ein Trend, der sich auch in Bezug auf die Sorge um Falschinformationen weiter fortsetzt: gut zwei Drittel der Deutschen (67 %, +4 %pkt. zu 2021; global: 76 %, + 4 %pkt.) geben an, dass sie sich davor sorgen, dass Falschinformationen oder -nachrichten als Waffe verwendet werden – global ein Wert auf einem Allzeithoch. 

    * „Infodemie“ bedeutet, dass es einen Überfluss an Informationen gibt, jedoch die Vertrauenswürdigkeit der Quellen nicht immer sichergestellt ist. Sprich die Informationen können richtig, aber auch falsch sein, sodass es Menschen schwer fällt, wirklich vertrauenswürdige Quellen und verlässliche Hilfestellungen zu finden.

    Führungskrise weitet sich aus

    Eine Frage, die in diesem Kontext ebenfalls alarmierend ist: Die hierzulande Befragten sind zunehmend besorgt, dass die gesellschaftlichen Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft (45 %; global: 63 %), Medien (45 %; global: 67 %) und Regierung (42 %; global: 66 %) die Menschen absichtlich in die Irre führen wollen, in dem sie Dinge äußern, von denen sie wissen, dass sie entweder falsch oder grob übertrieben sind. Insgesamt fällt für diese Personen, CEOs (36 %; global: 49 %), Regierungsverantwortliche (36 %; global: 42 %) sowie Journalisten (41 %; global: 46 %), das Vertrauen in sie als Führungspersönlichkeit negativ aus – alle bewegen sich weiter im Misstrauensbereich. Das Vertrauen zugesprochen bekommen hingegen die Wissenschaftler (69 %; global: 75 

    „In Anbetracht dessen braucht es mehr denn je eine klare Führung – doch zeigen die Ergebnisse, dass die hierzulande Befragten keiner der Institutionen die Führungsrolle bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme zutraut“, sagt Christiane Schulz. 

    Vor allem die Regierung überzeugt die Mehrheit nicht, dass sie die Führungsrolle übernehmen (31 %; Wirtschaft: 39 %, NGOs: 33 %, Medien: 25 %) oder erfolgreich Ergebnisse erzielen kann (27 %, Unternehmen: 54 %, NGOs: 40 %, Medien: 31 %).

    Hoffnungsträger Wirtschaft und Arbeitgeber

    Das Misstrauen in die Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit der Regierung führt zu einer erhöhten Erwartungshaltung an die Wirtschaft und ihre Unternehmenslenker. So wird die Wirtschaft als kompetenter als die Regierung angesehen und bekommt eine klare Rolle bei dem Informationsauftrag zugesprochen. Denn: in Deutschland ist die Kommunikation des Arbeitgebers die glaubwürdigste Informationsquelle. 49 % müssen Informationen durch ihn nur ein oder zweimal sehen, um diese zu glauben (global: 52 %). Weitere 25 % glauben den Informationen auf den ersten Blick (global: 13 %). 

    Von CEOs wird erwartet, dass sie Gespräche und politische Debatten zu einer Reihe von Themen mitgestalten und beeinflussen. 70 % oder mehr sind hierzulande und global der Meinung, dass CEOs Gespräche über Themen, die speziell mit der Wirtschaft zu tun haben, informieren und mitgestalten sollten: Arbeitsplätze und Lohnungleichheit. Die Mehrheit möchte aber auch, dass sich CEOs zu gesellschaftlichen Herausforderungen wie Technologie und Automatisierung sowie den Klimawandel äußern. Fakt ist: die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Wirtschaft die Grenze bei Weitem noch nicht überschritten hat, in Bezug auf gesellschaftliche Herausforderungen zu viel zu tun. 

    „Mehr denn je sind die Blicke auf die Wirtschaft gerichtet, um die Lücke, die die Regierung nicht füllt, zu schließen. Die Menschen entscheiden wertegetriebener, wer als Arbeitgeber für sie in Betracht kommt und welche Produkte sie kaufen. Der eigene Arbeitgeber hat dabei als Quelle für Informationen seinen Vertrauensvorschuss als einziger noch nicht verspielt. Die Ergebnisse des Edelman Trust Barometer 2022 zeigen deutlich, dass der Teufelskreis des Misstrauens nur durch qualitativ hochwertige und zuverlässige Informationen durchbrochen werden kann. Denn gut informiert zu sein, ist ein wirkungsvoller Treiber von Vertrauen, der in der Lage ist, sogar einkommensbedingte Vertrauenskluften zu überwinden“, so Christiane Schulz. 

    -> Januar-Update: Regierung erhält im Januar 2022 kleinen Vertrauenskredit

    Die Ergebnisse eines Flash-Polls vom 24. Januar 2022 in der allgemeinen Bevölkerung in Deutschland zeigen, dass die Regierung, im Vergleich zu dem Edelman Trust Barometer 2022 (im November 2021 im Feld), einen kleinen Vertrauenskredit gewährt bekommen hat: 51 % der hierzulande Befragten setzen demnach ihr Vertrauen in die Regierung (+ 4%pkt. im Vergleich zu November). Auch der Blick auf die Wirtschaft (50 %, + 2 %pkt.), Medien (51 %, + 4%pkt.) und NGOs (46 %, + 6%pkt.) fällt etwas positiver aus. 

    Ein ähnlicher Vorschuss zeigt sich bei den gesellschaftlichen Führungspersönlichkeiten: So konnten CEOs (41%, + 5 %pkt.), Regierungsverantwortliche (46 %, + 10%pkt.) und Journalisten (48 %, + 7pkt.) im Januar 2022 im Vergleich zu November 2021 an Vertrauen gewinnen.

    „Als die Zahlen des Edelman Trust Barometer 2022 erhoben wurden, befand sich Deutschland inmitten der Findung einer neuen Regierung den entsprechenden Koalitionsverhandlungen und verzeichnete aus pandemischer Sicht einen großen Anstieg an Neuinfektionen. Die Ergebnisse unserer Zusatzbefragung zeigen nun, dass die Befragten der neuen Regierung und den anderen Institutionen einen kleinen Vertrauensvorschuss geben und die Hoffnung in sie nicht ganz verloren ist. Für Regierungsverantwortliche, aber auch für Journalisten und Unternehmenslenker heißt es, diesen spätestens jetzt kooperativ zu nutzen“, sagt Christiane Schulz. 


    Über das Edelman Trust Barometer 2022

    Das Edelman Trust Barometer 2022 ist die 22. jährliche Umfrage des Unternehmens zu Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Die Umfrage wurde vom Marktforschungsunternehmen Edelman Data & Intelligence (DxI) durchgeführt und bestand aus 30-minütigen Online-Interviews, die zwischen dem 1. und 24. November 2021 stattfanden. An der Online-Umfrage zum Edelman Trust Barometer 2022 nahmen mehr als 36.000 Personen teil, darunter 1.150 Befragte aus der Allgemeinbevölkerung in 28 Märkten. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.edelman.com/trust-barometer


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  • Edelman Trust Barometer 2021: Special-Report Institutional Investors

    Edelman Trust Barometer 2021: Special-Report Institutional Investors

    Neue Dynamik beim Aufbau von Vertrauen bei Investoren

    • 700 institutionelle Investoren in sieben globalen Märkten befragt
    • Der Aufbau von Vertrauen in ESG-Aktivitäten bei Anlegern wird anspruchsvoller
    • 87 % der Investoren in Deutschland misstrauen den Unternehmensangaben zu ESG-Aktivitäten
    • 90 % der Investoren in Deutschland erwarten eine Zunahme von ESG-bezogenen Rechtsstreitigkeiten
    • Investoren drängen auf Klimaschutzmaßnahmen und erwarten einen Netto-Null-Plan
    • Investoren schätzen den mündigen Mitarbeiter
    • Traditionelle Investoren greifen auf aktivistische Taktiken zurück
    • Umweltschutz und Corporate Governance sind die Top-Themen der Aktivisten
    • Kleinanleger entwickeln sich zum nächsten Störfaktor

    November 2021, New York, N.Y. – Edelman hat heute die Ergebnisse seiner Sonderstudie Trust Barometer Institutional Investors vorgestellt. Die Studie identifiziert zentrale Themen, die globale Investitionskriterien beeinflussen und zeigt auf, wie Unternehmen das Vertrauen der Investorengruppen stärken können. Für die Studie wurden 700 institutionelle Anleger in sieben Märkten im Zeitraum 11. August 2021 bis zum 3. September 2021 befragt. Edelman führt diese Datenerhebung zu institutionellen Investoren im fünften Jahr durch.

    Die Studie zeigt neue Erwartungen der Anleger in Bezug auf ESG, Klimawandel, Aktionärs- sowie Mitarbeiter-Aktivismus und das Phänomen der Meme-Aktien auf. Neben anderen Erkenntnissen zeigen die Ergebnisse, dass Investoren den Themenkomplex ESG jetzt genauso sorgfältig prüfen wie operative und finanzielle Unternehmensaktivitäten. Allerdings sind die Anleger skeptisch gegenüber ESG-Offenlegungen und -Verpflichtungen. Darüber hinaus erwarten 87 Prozent der global Befragten mehr Rechtsstreitigkeiten bei Unternehmen, die ihre ESG-Versprechen nicht einhalten. Die Umfrage zeigt auch, dass die Investoren an den selbstbestimmten Mitarbeiter glauben und den Aktivismus der Mitarbeiter als einen Indikator für eine gesunde Arbeitsplatzkultur ansehen.

    „Die Prioritäten und Erwartungen der Investoren ändern sich schnell, und Unternehmen, die nicht Schritt halten, werden es schwer haben, Vertrauen zu gewinnen“, sagte Lex Suvanto, Managing Partner und CEO von Edelman Financial Communications. „Unsere Studie zeigt, dass Investoren den ESG-Offenlegungen von Unternehmen nicht trauen und auch nicht darauf vertrauen, dass die Unternehmen ihre ESG-Versprechen einhalten. Gleichzeitig sehen Investoren nun Mitarbeiter-Aktivismus als Zeichen einer gesunden Unternehmenskultur. Dies sind disruptive Kräfte in der gesamten Investmentgemeinschaft, die Vorstände und Führungskräfte der Unternehmen annehmen müssen, um wettbewerbsfähige Kapitalkosten und faire Bewertungen zu gewährleisten.“

    Die wichtigsten Ergebnisse des Edelman Trust Barometer Special Report Institutional Investors sind unter anderem:

    Der Aufbau von Vertrauen in die ESG Aktivitäten von Unternehmen bei Investoren wird anspruchsvoller

    86 Prozent der US-Anleger und 87 Prozent der Investoren in Deutschland sind der Meinung, dass Unternehmen bei der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse häufig übertriebene Angaben zu ihren ESG-Fortschritten machen. 72 Prozent der Anleger weltweit glauben nicht, dass Unternehmen ihre ESG-Verpflichtungen einhalten werden. Die Anleger sind sich einig, dass Unternehmen, die im Bereich ESG herausragende Leistungen erbringen, eine Prämie verdienen.

    Die Anleger erwarten eine Zunahme von ESG-bezogenen Rechtsstreitigkeiten

    94 Prozent der US-Anleger (Deutschland: 90 Prozent der befragten Investoren) rechnen mit mehr Rechtsstreitigkeiten, weil Unternehmen ihre ESG-Ankündigungen nicht einhalten.

    Investoren drängen auf Klimaschutzmaßnahmen

    91 Prozent der Investoren weltweit (USA: 94 Prozent) erwarten, dass die Unternehmen einen Netto-Null-Plan aufstellen und kommunizieren. 88 Prozent der Investoren weltweit würden den Unternehmen dafür einen Aufschlag bei der Bewertung (Premium) zugestehen.
    Allerdings befürchten vier von fünf Investoren weltweit, dass Unternehmen diese Versprechen nicht effektiv umsetzen und damit nicht erreichen werden. In Deutschland erwarten 81 Prozent der Investoren ein Scheitern der Unternehmens-Pläne zur Klimaneutralität, in den USA sogar 92 Prozent.

    Investoren glauben, dass Aktivismus der Belegschaft ein Zeichen für eine gesunde Arbeitsplatzkultur ist

    85 Prozent der weltweiten Anleger sind der Meinung, dass eine Arbeitsplatzkultur, welche die Eigenverantwortung der Mitarbeiter fördert, wichtig für die Vertrauensbildung am Kapitalmarkt ist. 74 Prozent der weltweiten Anleger glauben, dass Mitarbeiter-Aktivismus ein Zeichen für eine gesunde Arbeitsplatzkultur ist.

    Deutschland führt diese Entwicklung an: 81 Prozent der Anleger sehen Mitarbeiter-Aktivismus als Indikator für eine gesunde Unternehmenskultur, gute Führung und/oder eine hoch motivierte Belegschaft.

    Investoren machen den Vorstand für die Unternehmenskultur verantwortlich

    71 Prozent der Anleger in den USA halten es für wichtig, dass der Vorstand für die Aufrechterhaltung einer positiven Unternehmenskultur verantwortlich gemacht wird. Das Thema zählt neben Angemessenheit der Vorstandsvergütung und öffentlicher Präsenz bei wichtigen Unternehmensentscheidungen zu den drei Top Themen der Investoren.

    Die Anleger glauben, dass aggressive Maßnahmen des Aktivismus zu Veränderungen führen

    Eine breite Mehrheit aller Investoren sind an einem aktivistischen Investitionsansatz interessiert. In Deutschland geben 87 Prozent der Investoren an, seriöse Aktivisten aktiv anzusprechen, um Veränderungen in Unternehmen zu erreichen, in die investiert werden soll oder in die ein Investment bereits besteht.

    Damit hat der Kapitalmarkt Deutschland sich den Verhältnissen in den USA angenähert. 95 Prozent der US-Investoren sind an einem aktivistischen Investitionsansatz interessiert, und 74 Prozent geben an, dass sie aggressive aktivistische Maßnahmen ergreifen würden. 94 Prozent der US-Investoren wenden sich proaktiv an Aktivisten mit Ideen, um Veränderungen zu bewirken.

    Corporate Governance und Umwelt sind die Top-Themen der Aktivisten

    Mehr als 74 Prozent der US-Investoren würden sich in Bezug auf die Umwelteffizienz der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens, die Umweltauswirkungen der Lieferkette und die Treibhausgasemissionen für die Aktionäre einsetzen. 81 Prozent werden sich wahrscheinlich in Bezug auf die Corporate Governance (Hier: Struktur des Vorstands) engagieren.

    Kleinanleger entwickeln sich zum nächsten Störfaktor

    75 Prozent der befragten Investoren weltweit sind der Meinung, dass Gespräche in Online-Communities Investitionsentscheidungen beeinflussen. 84 Prozent gehen davon aus, dass „Meme Stocks“ einen gezielten Angriff auf institutionelle Anleger darstellen (USA: 89 Prozent).


    Über Edelman Financial Communications

    Edelman Financial Communications umfasst über 175 spezialisierte Mitarbeiter in den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland sowie in Amsterdam, Dubai, Mumbai, Hongkong, Peking und Tokio. Die Gruppe bietet strategische Beratung für Unternehmen, die mit ihrem Finanzpublikum kommunizieren wollen und stellt Reputationsstrategien für Unternehmen in der institutionellen Finanzdienstleistungsbranche bereit. Die Gruppe bietet außerdem spezielle Expertise in den Bereichen ESG-Beratung, Finanzkommunikation im Gesundheitswesen, digitale Finanzkommunikation sowie Finanzpolitik und Regulierung.


    Über Edelman

    Edelman ist ein globales Kommunikationsunternehmen, das mit Unternehmen und Organisationen zusammenarbeitet, um deren Marken und Reputation zu entwickeln, zu fördern und zu schützen. Unsere 6.000 Mitarbeiter in mehr als 60 Niederlassungen entwickeln Kommunikationsstrategien, die unseren Kunden das Vertrauen ihrer Stakeholder geben und sie in die Lage versetzen, mit Überzeugung zu führen und zu handeln.

    Zu unseren Auszeichnungen gehören der Cannes Lions Grand Prix für PR, die A-Liste 2019 von Advertising Age, die Auszeichnung „Global Digital Agency of the Year 2018“ des Holmes Report und fünfmal die Auszeichnung „Best Places to Work“ von Glassdoor.

    Seit unserer Gründung im Jahr 1952 sind wir ein unabhängiges, familiengeführtes Unternehmen geblieben. Zu Edelman gehören die Spezialunternehmen Edelman Data & Intelligence (DxI) und United Entertainment Group (Unterhaltung, Sport, Lifestyle).


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    Senior PR- und Marketingmanagerin Deutschland
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