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  • Von Kommunikation über Inspiration – Wir fragen nach!

    Von Kommunikation über Inspiration – Wir fragen nach!

    Dieses Mal mit Ilan Schäfer von Weber Shandwick

    Ilan Schäfer

    Eine Theke im Büro? Das ist Standard in den PR-Agenturen von heute. Das Schöne daran? Es ist ein Ort zum Brainstorming und informellen Austausch. Das findet auch Ilan Schäfer, CEO von Weber Shandwick Deutschland, Teil von IPG DXTRA und Mitgliedsagentur der GPRA. Warum für ihn das Arbeiten in der PR-Branche der beste Job der Welt ist und „man sieht sich immer zweimal im Leben“ keine leere Floskel ist, gibt es hier zu lesen.

    Warum bist Du Kommunikationsberater geworden?

    Ich glaube an die Kraft guter Kommunikation. Mich hatte schon immer begeistert wie Marken mit starken Ideen Kultur prägen können und wie Kommunikation immer ein essenzieller Bestandteil jeder Problemlösung ist. Nachdem ich während meines Studiums kurzfristig Richtung Wirtschaftsprüfung gegangen bin, habe ich nach dem Diplom schnell den rechten Weg gefunden und sofort in der Kommunikationsbranche angefangen. Und seitdem nicht einen Tag bereut, Kommunikationsberater zu sein.

    Wann hattest Du zuletzt das Gefühl, den richtigen Job zu haben? Und warum?

    Jeden Tag. Es sind die Kolleg:innen, die Bandbreite an Themen und der Fakt, dass wir mit unserer Kommunikation nicht nur Marktanteile verbessern, sondern auch in der Gesellschaft etwas verändern können. Gute Kommunikation kann aufklären, gegen Missinformation arbeiten, mobilisieren. Das ist in Zeiten einer Pandemie genauso wichtig, wie z. B. beim Thema Nachhaltigkeit. Gute PR-Arbeit ist heute wichtiger denn je zuvor und darum ist unser Job auch der beste der Welt. 🙂

    Welche PR-Kampagne ist Dir bis heute in Erinnerung geblieben? Und warum?

    Ich finde generell hoch integrierte Kampagnen toll, die PR im Kern haben aber eine klug aufeinander aufbauende Bespielung unterschiedlicher Kanäle nutzen, das Verhalten großer Massen nachhaltig zu beeinflussen. Ein Beispiel ist hier die Gattungskampagne für die Avocado, die aus einer eher exotischen Frucht ein Nahrungsmittel gemacht hat, das mittlerweile zum Standard auf jedem Einkaufszettel gehört und jeder weiß, die Avocado ist eine echte Superfrucht. Auch bin ich ein Fan cleverer Mechaniken und mutiger Ideen. Oatley’s Petition zur Angabe des CO2-Fußabdrucks fand ich klasse.

    Welche drei Buzzwords in der PR gehen Dir am meisten auf die Nerven? Und warum?

    Mir geht eigentlich kein Buzzword so schnell auf die Nerven und viele verschwinden auch so rasch, wie sie gekommen sind. Mich verwundert aber, wie einige Themen und Technologien oft als der heilige Gral unserer Branche angesehen werden, ohne genau zu verstehen, wie sie einen Mehrwert bringen. KI, „Comms Tech“ und selbst Big Data sind alle sehr wichtig und machen unsere Arbeit besser und vor allem effizienter, aber keine Technologie und keine Daten können menschliche, emotionale Intelligenz ersetzen, sondern sie lediglich unterstützen.

    Welches Buch sollte man als Kommunikationsberater:in gelesen haben?

    Da gibt es viele. Mein erstes Buch war „Geständnisse eines Werbemannes“ von David Ogilvy. Mittlerweile über 25 Jahre her. Aktuell lese ich „Building Corporate Soul“ von Ralf Specht, sehr lesenswert. Allgemein und trotz Audiobooks und Podcasts kann ich nur empfehlen, ab und zu ein gedrucktes Buch in die Hand zu nehmen …

    Was ist für Dich das Besondere am Arbeiten in einer Agentur?

    Die Diversität an Menschen und Aufgaben, mit denen man täglich zu tun hat. Ich bin von Natur aus ein sehr neugieriger Typ und kann mich für die unterschiedlichsten Themen begeistern. In der Agentur hat man die Möglichkeit, sich jeden Tag in neue Themen einzuarbeiten und Neues zu lernen, immer wieder mit neuen tollen Menschen zusammen zu arbeiten, sowohl in der Agentur als auch auf Kundenseite. Welcher andere Job bietet einem diese Vielfalt?

    Wie startest Du in den Tag?

    Mein Wunsch ist es, vor der Arbeit Laufen zu gehen. Die Realität ist aber eine ganz andere. News Apps und Mails checken, duschen, Kaffee, Kinder klarmachen, Podcast hören auf dem Weg in die Agentur. Im Home Office entfällt der Podcast leider. Seit der Pandemie weiß ich erst die Zeit zwischen zu Hause und Arbeit wirklich zu schätzen.

    Was ist Deine Inspirationsquelle?

    Ganz klar – und die Pandemie hat es noch einmal deutlich gemacht – das echte Leben und Unterhaltungen mit interessanten Menschen. Mit offenen Augen durch die Welt gehen und mit offenem Geist Gespräche führen. Und das nicht nur in der eigenen Freunde Bubble. Sehr viel Inspiration ziehe ich auch aus Gesprächen mit unseren Kolleg:innen aus aller Welt. Andere Kulturen eröffnen neue Perspektiven und ich freue mich riesig, wenn man sich wieder unbesorgter auch im echten Leben austauschen und erleben kann.

    Ethik in der Kommunikation ist für mich …

    … Wahrheit und Transparenz in der Kommunikation für und mit unseren Kunden die höchste Priorität zu geben sowie Moral über Profit zu stellen, d. h. gewisse Themen, Personen oder Branchen sind tabu.

    Stell Dir vor: Ich als Berufseinsteiger! Was würdest Du Deinem früheren Ich gerne mitteilen?

    Mach es wieder so 😉 Viele unterschiedliche Erfahrungen sammeln, auf den Bauch hören, auch wenn der Kopf manchmal rebelliert und ganz wichtig, Kontakte knüpfen und pflegen. „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ ist keine leere Floskel. Ich stehe jetzt noch in Kontakt mit vielen Kolleg:innen aus meiner Anfangszeit und meinen Auslandsaufenthalten und es gibt immer wieder Momente, in denen man sich gegenseitig unterstützt oder zusammenarbeitet.

    Ich engagiere mich in der GPRA, weil …

    … wir am besten gemeinsam die Stärke und Attraktivität unserer Branche weiterentwickeln können.


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    Ansprechpartnerin für das Interview-Format ist Alicia Altvatter (Weber Shandwick) von den GPRA Young Professionals: AAltvatter@webershandwick.com

    Veröffentlicht am 31.05.2022

  • Von Kommunikation über Inspiration – Wir fragen nach!

    Von Kommunikation über Inspiration – Wir fragen nach!

    Dieses Mal mit Markus Engel von communication consultants

    Markus Engel
    Markus Engel

    Der längste Tresen Vaihingens – das ist der Lieblingsplatz von Markus Engel, Managing Partner bei Communication Consultants GmbH. Warum das sein Lieblingsplatz in der Agentur ist? Nun ja, der längste Tresen Vaihingens ist in „normalen Zeiten“ der ideale Treffpunkt für Austausch und Impulse. Und wenn man Markus fragt, kommt es genau darauf in der Kommunikationsbranche an! Warum seine Frau ihn auch manchmal News-Junkie nennt oder er selbst seinem früheren Ich gerne „think less“ sagen würde, erfahrt ihr im Interview.

    Warum bist Du Kommunikationsberater geworden?

    Oh, das geht schon auf mein Studium zurück. Ich habe meine Abschlussarbeit über CSR geschrieben – ja schon damals hat man darüber geforscht und geredet – das hat mich echt voll reingezogen in die Vermittlung zwischen Unternehmen, deren Mitarbeitenden und den Menschen in den unterschiedlichsten Bezugsgruppen. „Berufung“ könnte man das wohl nennen.

    Wann hast Du das erste Mal die Wirkmacht von Kommunikation erlebt?

    Ich kann mich ans erste Mal wirklich nicht erinnern – vermutlich wars das erste Schreien als Baby, das mir dann zu einem Schluck Milch verholfen hat … Aber im Ernst: Als Hauptseminararbeit habe ich mit ein paar Kommiliton:innen eine Studie über die Kabelpilotprojekte in Deutschland gemacht. Das war ein Haufen Arbeit damals. Deswegen haben wir überlegt, ob man das nicht irgendwie weiter „vermarkten“ könnte. Wir haben es dann einfach per PI versucht. Die wurde von ein paar Tageszeitungen – unter anderem der Medienseite der SZ – mitgenommen und schwupps, hatten wir einen Berg von Bestellungen im Haus und waren mit Produktion und Versand unserer Studie für Wochen gut beschäftigt. Heute würde man sagen, wir waren geflasht. Aber das zeigte mir damals: PR wirkt!

    Wann hattest Du zuletzt das Gefühl, den richtigen Job zu haben? Und warum?

    Solche Tage sind glücklicherweise die große Mehrheit, aber ihr wollt es vermutlich konkret? Erst vergangene Woche war so ein Tag, an dem „das pralle Leben tobte“ wie ich es mag. Zuerst der Besuch bei einem Mitarbeiter, der Vater wurde, dann noch Einstellungsgespräche vor Ort in der Agentur, Kundenworkshops per Teams und Mural-Board – und abends die Nachricht über einen Neukundengewinn, für den wir dann noch das Team zusammengestellt haben.

    Was ist für Dich das Besondere am Arbeiten in einer Agentur?

    Während des Studiums habe ich in die Kommunikationsabteilungen verschiedener Unternehmen reingeschnuppert und dann auch in eine Agentur. Von dem Moment an war für mich klar: Ich entscheide mich für thematische Abwechslung, mehr Verantwortung und Gestaltungsfreiheit. Und an der Arbeit, in der selbst gegründeten Agentur, begeistert mich, dass ich entscheiden kann, für welche Kunden und Themen wir arbeiten wollen. Zudem kann ich das Arbeitsklima so gestalten, wie ich es gut finde.

    Welche drei Buzzwords in der PR gehen Dir am meisten auf die Nerven? Und warum?

    Na, ich bin ein recht geduldiger Mensch, drum geht mir so schnell nichts auf die Nerven. Mit mir kann man über ganz viel reden. Eng wird’s, wenn jemand meint, er hätte die Weisheit für sich exklusiv gepachtet. Die PR ist heute so schnelllebig, da entscheidet sich im Nullkommanichts, ob ein Thema relevant ist. Buzzwords sortiere ich offensichtlich gleich so gründlich aus, dass sie meine Festplatte im Kopf nicht blockieren.

    Welches Buch sollte man als Kommunikationsberater:in gelesen haben?

    Hmmm, das eine Buch? Ich finde zum Beispiel „Deutsch für Profis“ von Wolf Schneider sollte man gelesen haben. Das bekommen alle Neuen bei uns. Sprache ist schließlich eine nicht zu unterschätzende Basis in unserem Berufsfeld. Ein neues Buch, das mich sehr angesprochen hat, ist „Der Kampf um die Wahrheit“ von Andreas Anton und Alan Schink über Verschwörungstheorien und Fake-News – leider aktueller denn je…

    Was ist Deine Inspirationsquelle?

    Meine Frau sagt immer, ich sei ein News- und Neuigkeiten-Junkie… Dinge aufschnappen, sie vertiefen und verdichten, mit anderen in Austausch drüber gehen, zusammen mehr daraus entstehen lassen – das inspiriert mich, das finde ich superspannend, jeden Tag aufs Neue. Ich bin ein Teamplayer und genieße das einfach.

    Wie startest Du in den Tag?

    Das ist jetzt wohl keine Überraschung: Mit einem News-Check und dem ersten von – womöglich zu – vielen Espressi im Laufe des Tages. Aber dann ist erst mal Baloo, mein „Labrador-Kumpel“, dran. Mit ihm geht es morgens erst mal in den Wald. Er begleitet mich aber auch oft in die Agentur, manchmal drehen wir auch mittags eine Walk-&-Talk-Runde mit Mitarbeitenden über die nahegelegenen Felder.

    Beratungsqualität bedeutet für mich …

    … unser Motto: Reindenken. Rausfinden. Mehr draus machen. Und zwar ganz individuell für jeden Kunden und jede Aufgabenstellung, also nicht nach Schema F. Uns treibt, unsere Expertise bestmöglich einzubringen, aber uns nie über den Kunden zu stellen oder in den Vordergrund zu drängen. Wir wollen das Geschäft unserer Kunden so gut verstehen, dass wir auf Augenhöhe mitreden können und gemeinsam Kommunikation machen, die wirklich wirkt – das ist für mich Beratungsqualität.

    Stell Dir vor: Ich als Berufseinsteiger! Was würdest Du Deinem früheren Ich gerne mitteilen?

    Mein „jüngeres Ich“ hatte ehrlich gesagt früher ganz schön Manschetten, bei großen Firmen oder den Unternehmenschefs selbstbewusst als der Berater aufzutreten. Gerade Chefs von Mittelständlern haben ja meist echt viel geschaffen. Ex post würde ich meinem „jüngeren Ich“ gerne sagen: „think less“ und traue Deiner Expertise und Deinem Bauchgefühl. Schön ist, dass ich das heute bei vielen unserer Young Professionals beobachten kann, wenn sie sich freischwimmen. Und falls es auch da eher Zögerliche gibt, die es eigentlich draufhaben, ermutige ich sie, sich selbst mehr zu vertrauen.

    Ich engagiere mich in der GPRA, weil …

    … mich der Austausch mit den Kolleg:innen inspiriert. Es mich freut, dass bei vielen, die Wettbewerber am Markt sind, der Geist der „share-economy“ angekommen ist. Gemeinsam mit den GPRA-Kolleg:innen treiben mich die Themen Qualität in Ausbildung und Beratung und nach wie vor, die Verbesserung des Images unseres Berufsstandes um. Ärgerlicherweise liefern immer wieder schwarze Schafe Vorlagen, dass von PR-Gags oder dergleichen gesprochen wird.


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    Ansprechpartnerin für das Interview-Format ist Alicia Altvatter (Weber Shandwick) von den GPRA Young Professionals: AAltvatter@webershandwick.com

    Veröffentlicht am 29.04.2022

  • Interview mit Neumitglied STILGEFLÜSTER

    Interview mit Neumitglied STILGEFLÜSTER

    „Als Role Model wollen wir mit der Mitgliedschaft beweisen, dass auch kleinere Agenturen den Qualitätsansprüchen des sich wandelnden Marktes gewachsen sind!“

    Seit dem 01.01.2022 gehört die PR- und Social Media Agentur STILGEFLÜSTER zum Verband der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland. Die GPRA freut sich sehr über den Zugewinn der Hamburger Agentur, die hohe Qualitätsstandards mit Dynamik und Flexibilität vereint. Welche besonderen Akzente STILGEFLÜSTER in der Weiterentwicklung der Kommunikationsbranche setzen will, hat uns Geschäftsführerin und Gründerin Juliane Broß im Gespräch verraten.

    Wieso habt Ihr Euch für die GPRA entschieden? Was genau hat Euch überzeugt?

    Juliane Broß: Ich sehe es als einen klugen, mutigen und richtigen Move, dass STILGEFLÜSTER – als relativ kleine Agentur – jetzt den Weg mit der GPRA geht, sei es die Zertifizierung oder die Mitgliedschaft – denn das ist die Zukunft. Es gibt aktuell wahnsinnig viele PR-Agenturen in Deutschland und die Branche wächst weiterhin. Ebenso die Medienlandschaft: Es gibt so viele Nischentitel und Online-Medien. Ich glaube, es ist wichtig, eine Instanz in diese Entwicklung einzubeziehen, die das Ganze kuratiert und „überwacht“. Man braucht eine Art Riegel, damit die Qualität und die Qualitätsansprüche gesichert und gewahrt werden können.

    Mit Blick auf unsere Verbandsthemen: Welches Thema ist Euch besonders wichtig und wo möchtet Ihr Euch gerne engagieren?

    CFO Georg H. Büsch & CEO Juliane Broß

    Juliane Broß: Das für uns wichtigste Verbandsthema ist „Anspruch auf Qualitätsführerschaft im Sinne von Kundinnen und Kunden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“. Insbesondere als verhältnismäßig kleine Agentur mit rund 30 Beraterinnen und Beratern werden wir immer wieder mit Skepsis rund um unsere Qualitätsstandards konfrontiert. Diese scheinen im deutschen PR-Markt sehr stark zu variieren, was für ein Imageproblem der gesamten Branche sorgt. Als Role Model wollen wir mit der Mitgliedschaft beweisen, dass auch kleinere Agenturen den Qualitätsansprüchen des sich wandelnden Marktes gewachsen sind und sie erfüllen, wenn nicht sogar übertreffen können. Dies ist der Bereich, in dem wir uns auch maßgeblich einbringen wollen.
    Ebenfalls wichtig ist uns das Thema „Nachwuchsförderung“: Ich bin davon überzeugt, dass wir mit einem Portfolio-Mix aus Start-Ups und großen, international agierenden Marken und Unternehmen sowie einem spannenden Mix aus PR-Expertinnen und Experten, die seit vielen Jahren in diesem Bereich tätig sind, und ebenso vielen PR-Talents, hier einen wichtigen Beitrag leisten können.

    Was macht STILGEFLÜSTER einzigartig? Anders gefragt, was ist das Besondere an STILGEFLÜSTER?

    Juliane Broß: Der STILGEFLÜSTER USP ist sehr klar: Wir kombinieren die hohen Qualitätsstandards von großen internationalen Netzwerk-Agenturen, in denen viele von uns ausgebildet worden sind, mit der Dynamik und der Flexibilität einer Boutique-Agentur. Unser hoher Qualitätsanspruch an Konzepte und PR-Strategien in Kombination mit der starken Priorität von 1:1 Media Relations sind einzigartig im Markt. Dies kommt auch immer wieder als Feedback von unseren Kundinnen und Kunden. Wir entwickeln nicht nur funktionierende Konzepte, sondern sorgen mit unserem großen Netzwerk an Key Opinion Leadern und der Leidenschaft für die Medienarbeit auch dafür, dass diese reichweitenstark und dynamisch verbreitet werden.

    Im letzten Jahr hattet Ihr Euer 10-jähriges Jubiläum – herzlichen Glückwunsch! Was waren Eure größten Meilensteine und was kommt als nächstes?

    Juliane Broß: Der erste Meilenstein, der mich persönlich immer noch stark prägt, war überhaupt die Entscheidung eine Agentur zu gründen: also eigene Visionen verwirklichen zu können und die Freude, Verantwortung für ein Team zu übernehmen. Direkt hiermit ist auch die Erfahrung verbunden, wie wertvoll ein Team ist, das meine Vision auch dann trägt, wenn ich als Unternehmerin vor Herausforderungen stehe.

    Geschäftlich betrachtet war einer der ersten Meilensteine der erste große Pitch-Gewinn im Jahr 2013. Wir haben außerdem viele Start-Ups-Exits wie beispielweise den von Amorelie begleitet. Auch die Erweiterung der Geschäftsführung um die Bereiche „Operations & Finance“ war ein großer Schritt nach vorne. Seitdem sind die Meilensteine direkt mit dem Teamausbau verknüpft: Wir haben in Konzept & Strategie, Event, Corporate und Content-Expertinnen und Experten investiert und Stabstellen geschaffen; 2020 haben wir außerdem beschlossen, eine eigene Social Media Unit zu gründen. 2021 ist mein langjähriger Mitarbeiter Georg Büsch als Partner eingestiegen – diese Entscheidung war für mich persönlich nicht leicht, denn ein Teil seines „Babys“ abzugeben, ist für jede Unternehmerin und jeden Unternehmer ein großer Schritt. Sie war aber genau richtig und ist schon jetzt ein absoluter Mehrgewinn für STILGEFLÜSTER.

    Weiterhin haben wir Remote-Stellen in Berlin und München geschaffen, was ebenfalls eine enorme Bereicherung ist. Wir arbeiten gerade an einer Neudefinition unserer Marke und – wie bekannt – wir sind jetzt Mitglied in der GPRA.

    Die nächsten zwei Jahre stehen unter dem Dach „Change, Business Development & Investition“. Lasst Euch überraschen – auch hier haben wir schon Weichen gestellt.

    Welche Herausforderungen seht Ihr für unsere Branche?

    Juliane Broß: Der 360° Anspruch von Kundinnen und Kunden und auch die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Performance-Kanälen werden die größten Herausforderungen für die PR-Branche in den nächsten Jahren. Die digitale Transformation von Marken und Medien wird auch eine starke digitale Transformation der PR-Arbeit erfordern. Diesen Change-Prozess dürfen Agenturen nicht unterschätzen. In Zukunft werden Partnerinnen und Partner immer stärker daten- und zahlenbasiert arbeiten. Diesem Bedürfnis müssen auch PR-Agenturen nachkommen.

    Wir bewegen uns zudem in einem Markt, der sich schnell verändert. „Digitalisierung“ und „neue Lebens- und Arbeitsmodelle“ sind nur zwei Schlagworte. Gleichzeitig ist überall das Bedürfnis nach Bleibendem und Vertrautem spürbar: Direkter menschlicher Austausch, sinnlich vermitteltes und vor allem tiefes Verständnis von Themen, Verbindlichkeit und – um ein Lieblingswort von Georg zu nehmen – kaufmännische Ehrbarkeit. Ich sehe STILGEFLÜSTER auf einem guten Kurs in diese Zukunft.

    Zu guter Letzt, was macht für Euch Agenturkultur aus?

    Juliane Broß: „Teamwork makes the dream work“ und „Stillstand ist keine Option“ sind unsere Credos. Danach agieren wir intern, aber auch extern in Richtung unserer Kundinnen und Kunden. Zum einen steht unser Team im Fokus sowie dessen permanente Weiterentwicklung, beispielsweise durch interne STILGEFLÜSTER Academys oder externe Workshops. In Zeiten von Remote Working, Home Office & Co. legen wir viel Wert auf den regelmäßigen Austausch innerhalb des Teams, um nicht nur Synergieeffekte zu nutzen, sondern auch um Nähe trotz räumlicher Distanz zu schaffen.
    Gleichzeitig ist es uns wichtig, eine persönliche Bindung zu allen wichtigen Stakeholdern aufzubauen. „It’s a people’s business“ und nichts funktioniert nach Schema F. Individuelle Wünsche, an allen Fronten, erfordern individuelle Lösungen und vor allen Dingen Empathie und Kreativität. Sowohl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch von Kundinnen und Kunden, die zum Teil schon sehr viel Agenturerfahrung haben, bekommen wir immer wieder gespiegelt, wie stark wir in Bezug auf diese Kultur aus dem Agenturmarkt hervorstechen.


    Das Interview führte Isabelle Hoyer von der GPRA Geschäftsstelle: i.hoyer@gpra.de

    Veröffentlicht am 28.02.2022

  • Von Kommunikation über Inspiration – Wir fragen nach!

    Von Kommunikation über Inspiration – Wir fragen nach!

    Dieses Mal mit Matthias Wesselman von fischerAppelt

    Das ist GPRA Präsidiumsmitglied Matthias Wesselmann an seinem aktuellen Lieblingsplatz in der Agentur fischerAppelt – das Hack Sofa. Er hat uns Young Professionals unter anderem erzählt, warum er sich bei der GPRA engagiert, was ihn inspiriert und warum er Kommunikationsberater und doch kein Chemiker wurde.

    Warum bist Du Kommunikationsberater geworden?

    Matthias Wesselmann: Unsere Welt ist voller komplexer Dinge, kompliziert durchschaubarer Lagen und unvorhersehbarer Entwicklungen – und die Komplexität nimmt täglich zu. Damit müssen wir alle tagtäglich umgehen, reagieren, steuern und agieren. Menschen können aber nur Wirkung entfalten und etwas bewegen, wenn sie die Entwicklungen um sich herum verstehen und einordnen können – das ist die Aufgabe der Kommunikation und daran habe ich große Freude.

    Welche drei Buzzwords in der PR gehen Dir am meisten auf die Nerven? Und warum?

    Matthias Wesselmann: Ich beschränke mich mal auf ein topaktuelles Buzzword:
    „CommsTech“ – alle reden darüber, die Interpretationen variieren und so genau weiß keine:r, was dahinter steckt.  

    Wann hast Du das erste Mal die Wirkmacht von Kommunikation erlebt?

    Matthias Wesselmann: An das erste Mal erinnere ich mich nicht wirklich – vielleicht war es mein damaliger Chemielehrer, der die komplexen Inhalte der organischen und anorganischen Chemie so praxisnah und verständlich kommunizieren konnte, dass ich eine große Liebe zur Chemie entwickelte und um ein Haar Chemiker geworden wäre. Auf beeindruckende Weise habe ich zuerst Ohnmacht schlechter und später Macht guter Kommunikation erlebt, als wir 2011 für Stuttgart 21 gekämpft und den Volksentscheid für den Bahnhof aller Unkenrufe zum Trotz gewonnen haben.

    Wann hattest Du zuletzt das Gefühl, den richtigen Job zu haben? Warum?

    Matthias Wesselmann: Heute Morgen, weil ich gerade persönlich einen großartigen Kunden mit viel Mut zu kreativen und innovativen Kommunikationsmaßnahmen betreue und gleichzeitig ein paar aufregende Pitches auf dem Tisch habe. Das treibt an. Es ist zwar viel zu tun gerade, aber mit Leerlauf kann ich auch schlecht umgehen.

    Welches Buch sollte man als Kommunikationsberater:in gelesen haben?

    Matthias Wesselmann: Puh, da gibt es einige. Vielleicht die „Psychologie der Massen“ von Le Bon. Luhmanns „Soziale Systeme“ finde ich immer noch ziemlich großartig – aber darüber habe ich auch meine Diplomarbeit geschrieben. 😉

    Was ist für Dich das Besondere am Arbeiten in einer Agentur?

    Matthias Wesselmann: Drei Dinge. Erstens: Die Menschen, die in der Agentur arbeiten – like-minded people. Zweitens: Die Freiheit der Arbeit in einer Agentur, in der Kommunikation der Kern und nicht eine Abteilung ist. Drittens: Die Vielfalt der Kunden und Projekte.

    Was ist Deine Inspirationsquelle?

    Matthias Wesselmann: Das Gehirn lernt ja, wenn es Synapsen verknüpft – und das funktioniert bei mir vor allem durch Inspiration von außen. Ich bin eine superneugierige Natur und interessiere mich für ziemlich viel – vor allem was Wissenschaft und Technik, IT und Mobilität, Kunst und Design angeht. Daher lese ich viel, schaue mir Ausstellungen an, versuche mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Das macht große Freude.

    Wie startest Du in den Tag?

    Matthias Wesselmann: Recht unspektakulär … zuerst einen Kaffee. Dann ab 7:30 Uhr eine Stunde Programm mit unserem Hund Primo – einem Vizsla-Weimaraner, der viel Bewegung und geistige Beschäftigung benötigt. Wir suchen draußen Fährten oder jagen Beute, machen bei schlechtem Wetter Geschicklichkeitsspiele zu Hause. Erst danach schaue ich das erste Mal in meine Mails und fahre gegen 8:30 Uhr ins Büro – oder klappe im Homeoffice den Laptop auf.

    Agiles Arbeiten ist für mich …

    Matthias Wesselmann: … einer der am meisten strapazierten Begriffe, der am seltensten wirklich gelebt wird.

    Stell Dir vor: Ich als Berufseinsteiger! Was würdest Du Deinem früheren Ich gerne mitteilen?

    Matthias Wesselmann: Mach es wieder so – und hör weiter auf Deinen Bauch, der hatte im Zweifel immer recht.

    Ich engagiere mich in der GPRA, weil …

    Matthias Wesselmann: … ich mir sicher bin, dass die GPRA eine wichtige Instanz in der Branche ist, in der sich die führenden Agenturen engagieren und so Standards garantieren – das kann bezüglich der Ausbildung sein, aber auch beim Thema Qualitätsmanagement und Beratungsqualität. Ich glaube, die GPRA bringt die Kommunikationsbranche gesamthaft weiter.


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    Ansprechpartnerin für das Interview-Format ist Alicia Altvatter (Weber Shandwick) von den GPRA Young Professionals: AAltvatter@webershandwick.com

    Veröffentlicht am 21.02.2022

  • B2B-Agentur K16 über ihre CMS III-Zertifizierung

    B2B-Agentur K16 über ihre CMS III-Zertifizierung

    Ein Interview mit dem Managing Director Oktay Tannert-Yaldiz.

    K16 hat sich erfolgreich nach dem Consultancy Management Standard III (CMS III) zertifiziert. Voller Stolz und Freude über die nun schon 13. GPRA Mitgliedsagentur, die nachweislich innerhalb Deutschlands einen hohen Qualitätsstandard in der Kommunikationsbranche garantiert, haben wir bei Oktay Tannert-Yaldiz, Managing Director bei K16, nachgefragt, wie er den Zertifizierungsprozess erlebt hat und welche Bedeutung das Gütesiegel seiner Meinung nach für die Mitarbeiter:innen von K16 und insbesondere auch für die Kundinnen und Kunden hat.

    Oktay Tannert-Yaldiz, Managing Director, K16 & Alexandra Groß, GPRA Präsidentin

    GPRA: Lieber Oktay, dieses Jahr hat K16 ja ein ganz besonderes Nikolausgeschenk bekommen: Die Urkunde zur CMS III-Zertifizierung. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle noch einmal! Wenn Du zurückblickst: Was war aus Eurer Sicht der größte Mehrwert der Audit-Prüfung?

    Oktay Tannert-Yaldiz: Der größte Mehrwert des Audits war, dass es vor allem ein fachliches Gespräch auf Augenhöhe war. Selbstverständlich haben wir auch zuvor Deep Dives mit unseren Teams in die einzelnen Themen gemacht und die Normen-Konformität geprüft, aber der Austausch mit den Auditoren war enorm wertvoll. Gerade auch in Bezug auf Benchmarking, Impulse, Hinweise und natürlich auch Abweichungen von der Norm.

    GPRA: Was hat Euch im Rahmen des gesamten Prozesses besonders viel Spaß gemacht?

    Oktay Tannert-Yaldiz: Wir haben insbesondere den Perspektivwechsel genossen! Die beiden Auditoren Alexandra Groß und Hanning Kempe haben uns wertvolles Feedback dahingehend gegeben, dass wir in vielen Themen sehr progressiv sind. Aber auch auf Stellen hingewiesen, an denen wir noch wachsen können, wie zum Beispiel Nachhaltigkeitsthemen und Stellvertretungsregelungen.

    GPRA: Wo lagen die größten Herausforderungen?

    Oktay Tannert-Yaldiz: Die größte Herausforderung lag darin, im Vorfeld eine Plattform auszuwählen, auf die wir den gesamten Content einpflegen und für die Organisation verfügbar machen können. Wir haben uns dann für Microsoft Teams mit einer Sharepoint-Anbindung entschieden. Während des Audits hingegen war die größte Herausforderung, sich nicht in den vielen wunderbaren Diskussionen rund um die Selbstorganisation in unserer holokratischen Organisationsform zu verlieren – wir haben ja nur zwei Tage für das Audit, da muss man sich straff organisieren.

    GPRA: Welchen Mehrwert stellt die Auditierung für Euch und Eure Kundinnen und Kunden dar?

    Oktay Tannert-Yaldiz: Die Auditierung hat sowohl für uns als auch für unsere Kunden enorme Vorteile gebracht. Allein schon, dass wir Prozesse, Methoden und Tools der täglichen Arbeit hinterfragt haben, hat nochmal einen Schub in Richtung Kundenzentriertheit gegeben. Organisationsweit haben wir nun für alle Mitarbeitenden verlässliche und transparente Prozesse. Und unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass wir mit CMS III auf professionellem und branchenweit vergleichbarem Niveau Projekte steuern und dabei die höchsten Standards im Markt erfüllen.

    GPRA: Vielen Dank, lieber Oktay. Wir freuen uns sehr, dass K16 nun zu den zertifizierten CMS III-Agenturen in Deutschland gehört und wünschen Euch alles Gute!


    K16 Logo

    Das Gespräch führte Isabelle Hoyer: i.hoyer@gpra.de

    Veröffentlicht am 7.12.2021


    Weiterführende Links:

  • Die Kommunikationsbranche im Wandel: Worauf es in der Transformationskommunikation ankommt

    Die Kommunikationsbranche im Wandel: Worauf es in der Transformationskommunikation ankommt

    Ein Interview mit den Neumitgliedern Communication Consultants und K16 über Verbandsarbeit, Zielsetzungen und den Blick nach vorne

    Seit dem 1.06.2020 gehören Communication Consultants (CC) und K16 dem Verband der führenden PR- und Kommunikationsagenturen an. Die GPRA freut sich sehr über den Zugewinn dieser beiden erstklassigen Kommunikationsagenturen. Mit welch spannenden Impulsen beide Agenturen Akzente in der Weiterentwicklung der Kommunikationsbranche setzen wollen, haben uns der Geschäftsführer Markus Engel (CC) und Managing Partner Oktay Tannert-Yaldiz (K16) im Gespräch verraten.

    GPRA: Zunächst möchten wir natürlich gerne wissen: Womit genau hat die GPRA Euch überzeugt?

    Markus Engel: In erster Linie: die Menschen! Mich haben die Menschen, die hinter der GPRA stehen und das hohe Engagement, mit dem sie die für uns wichtigen Themen bearbeiten und vorantreiben, sehr beeindruckt. Bei einem ersten Kennenlernen der Mitglieder im Rahmen eines HR Days in Berlin habe ich gespürt, dass die GPRA ein Pool aus wirklich sehr netten und engagierten Kollegen und Professionals ist, die sich gemeinsam Gedanken über Trendthemen machen. Der offene Austausch hilft enorm weiter, um ein klareres Bild von Situationen und folglich auch bessere Lösungen zu finden. Kurz gesprochen: Die Menschen, der Austausch und die gemeinsame Haltung für professionelle Kommunikation.

    Oktay Tannert-Yaldiz

    Oktay Tannert-Yaldiz: Wir von K16 haben uns immer gewünscht, uns offen mit anderen Agenturen über Prozesse oder beispielsweise auch Herausforderungen in der Organisationsentwicklung austauschen zu können. Bei zwei Veranstaltungen, an denen ich vorab teilnehmen konnte, habe ich eine sehr konstruktive und offene Atmosphäre des Austauschs erlebt. Zusammenfassend stand für mich fest: Es passt menschlich und es passt in der Art der Zusammenarbeit. Darüber hinaus ist die CMS III-Zertifizierung, die nun bevorsteht, für uns enorm wichtig.

    GPRA: Warum habt Ihr Euch gerade jetzt für den Beitritt entschieden?

    Oktay Tannert-Yaldiz: Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen steht unsere Branche vor einem signifikanten Wandel: Disziplinen müssen verschmelzen, um überhaupt noch eine kommunikative Wirkung zu erzeugen. Uns ist es ein großes Anliegen, dieses Verständnis innerhalb der Agenturszene und auch bei den Kunden entsprechend zu stärken. Und das schaffen wir nur gemeinsam. Diese Entwicklung ist natürlich nicht neu – daher haben wir uns seit circa einem Jahr mit einem Beitritt befasst. Die direkte Ansprache von Alexandra Groß, Präsidiumsmitglied der GPRA, hat dann nochmal zusätzlich Geschwindigkeit reingebracht. Ich muss sagen, wir haben uns im gesamten Aufnahmeprozess sehr wohl gefühlt.

    Markus Engel: Uwe Kohrs, Chairman der GPRA, und ich kennen uns seit mehr als 25 Jahren. Im vergangenen Frühjahr haben wir uns beim Deutschen PR-Preis seit längerem mal wieder persönlich getroffen und ausgetauscht. Da fragte er mich: Warum kommt ihr eigentlich nicht in die GPRA? Kurz darauf fragte mich wiederum ein Kunde, warum wir nicht in der GPRA seien, im Verband der führenden PR-Agenturen – da gehörten wir doch auch dazu. Und zu guter Letzt hatten wir noch Christiane Schulz, Präsidiumsvorsitzende der GPRA, als Sparringspartnerin und Moderatorin für unseren Visions-Workshop gewonnen. Und dann war‘s passiert! Interesse hatten wir schon länger, und plötzlich war auch der passende Zeitpunkt gekommen.

    GPRA: Welche Ziele verfolgt Ihr im Verband und wo wollt ihr Euch einbringen?

    Markus Engel

    Markus Engel: Das erste Etappenziel ist die CMS III-Zertifizierung. Wir sind überzeugt, dass CMS III anders als ISO 9001 für unser Geschäft ein wirklich passender Standard ist. Dabei wird spannend bleiben, wie man die sehr individuellen Anforderungen an die Kommunikationsaufgaben mit einem Regelwerk gut angepackt und kreativ umgesetzt bekommt. Unserer Überzeugung nach können wir nur dann wirksame Kommunikation gestalten, wenn wir uns tief in unsere Kunden, deren Produkte & Services, Lösungen und Märkte reindenken, auf dieser Basis zielgerechten Content entwickeln und diesen dann passgenau über die verschiedenen Medien und Kanäle ausspielen. Nur so kann es gelingen, dass wir mehr daraus machen und für unsere Kunden wirklich wirksam werden. Dazu bedarf es – speziell ab einer gewissen Größe – ein gutes Gerüst von Prozessen, damit das Knowhow an der richtigen Stelle eingesetzt und neu hinzukommende Mitstreiter im Team schnell und gut eingebunden werden können.

    Oktay Tannert-Yaldiz: Bei dem Punkt Nachwuchs zu halten und zu fördern, stimme ich Markus komplett zu. Das ist auch für uns ein zentrales Thema. Entsprechend nehmen von unserer Seite auch schon Kollegen wie Malte Milbradt und Simone Peplinski an Nachwuchsförderprogrammen innerhalb der GPRA teil, was mich sehr freut.Auch steht für uns die genannte CMS III-Zertifizierung an erster Stelle. Wir möchten damit unseren bereits hohen Professionalisierungsgrad in der Entwicklung kreativer Lösungen schrittweise erhöhen und Prozesse weiter standardisieren. Darüber hinaus streben wir die Teilnahme und Gründung einer Arbeitsgruppe zum Thema New Work oder Agenturtransformation an. Wir befinden uns selber seit drei Jahren in einer Transformation, bei der wir komplett hierarchiefrei und in selbst-organisierten Teams arbeiten. Wir möchten das Thema gerne vorantreiben und hoffen, dass sich uns ein paar Agenturen anschließen und aktiv an der Entwicklung eines neuen Agenturmodells der Zukunft mitwirken.

    Markus Engel: Wir sind dabei! Die Chemie mit K16 hat von Anfang an gestimmt. Als wir uns das erste Mal beim Voraudit in Düsseldorf begegnet sind, haben wir uns direkt gut verstanden und die gleichen Themen priorisiert. Ohne die GPRA wären wir uns wohl so nie begegnet.

    GPRA: Wir freuen uns sehr auf Eure Impulse! Zu guter Letzt die Frage: Welche Entwicklungen seht Ihr derzeit in der Kommunikation? Was sind Eurer Meinung nach die wichtigsten Themen – auch mit Blick auf 2021?

    Oktay Tannert-Yaldiz: Die Unternehmenskommunikation, das Marketing und der Vertrieb unserer Kunden stehen vor enormen Herausforderungen. Wir befinden uns inmitten einer Zeitenwende für die Kommunikationsbranche. Die Welt ist unfassbar laut geworden, sodass es Partner braucht, die kreative und kommunikative Orientierung geben und Marketing- und Vertriebsorganisationen näher zusammenbringen. Diese beiden Welten werden noch stärker miteinander verschmelzen müssen und sich damit in eine signifikante Transformation begeben – wir sehen uns da als kommunikativer Begleiter von Transformationsprozessen. Ich möchte an der Stelle gar nicht auf Data-Driven Marketing, Marketingautomation, Virtuelle Events, LinkedIn und TikTok hinaus. Es geht vielmehr darum, sich auch in einer sehr lauten Umgebung Gehör zu verschaffen – eben durch gute Geschichten, die weithin sichtbar sind wie Leuchttürme! Daher würde ich mit Blick auf die Frage nicht von Themen sprechen, die wichtig werden, sondern vielmehr davon, ob wir uns die richtigen Fragen stellen. Der zentrale Aufgabe ist doch: Wie schaffe ich es, meine komplexen Inhalte und Produkte zielgruppengerecht und emotional zu kommunizieren? Die Antwort darauf ist: Nicht jeden Trend mitmachen, sondern individuelle Lösungen entwickeln, die exakt auf die KPIs der Kunden einzahlen.

    Markus Engel: Der Kommunikationsmarkt verändert sich dynamisch; die Disziplinen vermischen sich immer mehr. Die Zeiten, in denen sich die „Felder der PR“ noch mit einem Zaun für sich abgrenzen konnten, sind längst vorbei. PR-Agenturen stehen beispielsweise im Wettstreit mit Agenturen aus dem klassischen Werbebereich, weil deren Geschäftsmodell nicht mehr wie gewohnt funktioniert. Auch Unternehmensberater haben die Kommunikation für sich entdeckt und tun sich hier verstärkt hervor. Dann gibt es natürlich auch den großen „Digital“-Bereich. Hier kommen nochmal ganz neue Player aufs Feld, die sich stark in Social fühlen, viel von Automatisierung (ver)sprechen und häufig den Content-Begriff kapern.

    Allerdings sind es in meinen Augen insbesondere die PR-Agenturen, die seit jeher Content kreiert haben. Daher sehe ich in unserer komplexer werdenden Welt eine tolle Chance für uns GPRA-Agenturen, unsere Kompetenz in der integrierten Kommunikation auszuspielen. Mit immer mehr Kanälen und Plattformen gibt es auch immer mehr Lärm und Getöse. Wer seine Kunden in diesem Wettbewerb adäquat um die Aufmerksamkeit berät und unterstützt, liefert ihnen mit der Kommunikation echte Werte. Eine hoch anspruchsvolle Aufgabe in Zeiten von Dauerbeschallung.

    Auch im Bereich Evaluation wird sich mit Hilfe der Digitalisierung einiges tun. Ein echter Mehrwert für uns, wenn wir es schaffen, unsere Erfolge künftig besser messen zu können. Ein drittes Thema ist die interne Kommunikation mit dem Schwerpunkt Transformation. Hier können wir unseren Kunden weiterhelfen, die Transformation richtig umzusetzen: Kommunikation ist ein Schmiermittel in dem Momentum – in der richtigen Dosierung und an der richtigen Stelle wird es funktionieren.

    Oktay Tannert-Yaldiz: Das Schlagwort ist Transformationskommunikation. Da stimme ich 100 % zu. Du kannst keine Transformation ohne Kommunikation sicherstellen. Die tollsten Konzepte werden scheitern, wenn die Leute nicht mitgehen.



    Das Gespräch führte Isabelle Hoyer: i.hoyer@gpra.de

    Veröffentlicht am 16.07.2020