Berlin, 18.11.2020 – Im Zuge der Qualitätsoffensive der GPRA wurden die in 2015 verabschiedeten Standards für Traineeships weiter überarbeitet und nun in ein gemeinsames Rahmenpapier überführt. Dieses Dokument hält einen gemeinsamen Qualifizierungsanspruch für Einstiegsprogramme aller GPRA-Mitgliedsagenturen fest. An der Ausgestaltung waren neben dem HR-Arbeitskreis der GPRA-Agenturen auch Studierende und Professor*innen als Vertreter der Hochschulen maßgeblich beteiligt.
Die
Weiterentwicklung der Standards in Form eines verbindlichen Rahmens versteht
die GPRA als einen Kompass, der die Qualität der Traineeprogramme
kontinuierlich erhöht und den Nutzen für Berufseinsteiger*innen nachvollziehbar
und transparent abbildet.
In Verbindung mit den hohen Qualitätsmaßstäben der GPRA und der Einführung des neuen Consultancy Management Standard (CMS III), wird der neue Trainee-Rahmen in selbigen integriert. Das übergeordnete Ziel ist es, den Ausbildungsbereichen in Agenturen die notwendige Gewichtung zukommen zu lassen und einen Benchmark zu setzen. Der interessierte Nachwuchs soll die vielfältigen Möglichkeiten der Agenturwelt erleben. So können angehende Kommunikationsprofis schon früh ihre Interessen und Kompetenzen zum Einsatz bringen und neue Fähigkeiten entwickeln.
Die Vielfalt der Einstiegsmöglichkeiten und Qualifizierungsprogramme in GPRA-Agenturen ist auch in der Traineebroschüre als transparente Übersicht dargestellt.
Galina Ponomareva entschied sich schon während des Studiums für die PR-Branche und stieg neben ihrem Master als Trainee bei Public Relations von Hoyningen-Huene ein. Heute ist sie dort in der Beratung tätig.
Viele stellen sich nach dem lang ersehnten Bachelor-Abschluss diese Frage: Soll jetzt der Master-Studiengang her oder stürze ich mich direkt ins Arbeitsleben? So ging es auch mir damals.
Zum Glück fiel die Entscheidung für die PR-Branche schon im Laufe meines Studiums „Medien und Kommunikationswissenschaften“ an der Universität Hamburg. Inspiriert durch ein 6-wöchiges Praktikum in der Public Relations Agentur v. Hoyningen-Huene in Hamburg hatte ich mich entschlossen in diesem Bereich meine künftige Karriere zu planen.
Nachdem ich mich nach Einstiegsmöglichkeiten in verschiedenen Agenturen umgeschaut hatte, fiel meine Wahl auf ein Trainee-Programm der PRvHH, bei dem ich parallel meinen konsekutiven Master „Media Studies“ absolvieren konnte. Die schwierige Entweder-Oder-Entscheidung konnte ich damit umgehen. Großartig? Natürlich. Danach wurde es noch besser!
Praktische
Erfahrungen sind in vielen Branchen oft ebenso wichtig wie ein guter Abschluss.
In der PR-Branche ist es nicht anders. Während meiner Traineezeit konnte ich
mir in meinem eigenen Tempo die wichtigsten Kenntnisse und Kompetenzen für den
Berufseinstieg aneignen. Die gründliche Einarbeitung und die intensive
Betreuung von erfahrenen Kollegen ermöglichten es mir, gleich in langfristige
Projekte unterschiedlicher Kunden einzusteigen und Real-Life-Projekte mitzusteuern.
Einen tieferen Einstieg konnte ich mir nicht vorstellen. Beim „Reinschnuppern“
in verschiedene Branchen und durch die Arbeit mit unterschiedlichsten
Agenturabläufen konnte ich schnell herausfinden, wo meine Stärken und Schwächen
liegen. Meine eigene Richtung für eine intensivere Weiterbildung war gefunden.
Parallel
zu meinem Masterabschluss beendete ich das Traneeship, wurde fest als
PR-Beraterin angestellt und konnte sofort das ganze Spektrum der
Beratungsaufgaben mit voller Verantwortung übernehmen.
Heute denke ich
gern an die Zeit als Trainee zurück. Kein Druck. Wenig Stress. Als Trainee bist
Du da, um viel zu lernen. Es wird von Dir nicht erwartet, dass Du bereits alles
weiß, alles kannst oder direkt die volle Verantwortung übernimmst. Die Kollegen
stehen Dir zu Seite. Du hast Zeit dich in der Branche zurechtzufinden, Deine
eigene Agentur kennenzulernen und weiterführende berufliche Kontakte zu
knüpfen. Ein Traineeship
erhöht darüber hinaus die Chancen auf eine Übernahme enorm und legt den
Grundstein für eine langfristige Anstellung.
Laura Zimmermann ist Junior Beraterin im Bereich Health Care bei komm.passion und berichtet von ihrem Einstieg über ein Traineeship in die Agentur.
Wie war der
Einstieg?
Als ich zu komm.passion kam, brachte ich sowohl
wissenschaftliche als auch kommunikative Erfahrungen mit: Nach meinem Studium der
Molekularen Biowissenschaften, absolvierte ich Praktika in zwei verschiedenen Pressestellen.
Zuerst beim Deutschen Krebsforschungszentrum und dann beim Springer Verlag in
Heidelberg. Anschließend war ich für zwei Jahre als Pressereferentin am
Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin tätig. Trotz dieser
Vorkenntnisse entschied ich mich für ein verkürztes Traineeship, da die Arbeit
in einer Agentur Neuland für mich bedeutete. Dies bereue ich nicht, sondern
schätze es sehr, wie viel Zeit sich meine Mentorin sowie die weiteren Kolleginnen
und Kollegen genommen haben, um mich in neue Aufgaben einzuarbeiten und
ausführliches Feedback zu geben. Die Feedbackkultur ist uns bei komm.passion auf
allen Ebenen sehr wichtig und ich freue mich, dies jetzt als Junior Beraterin
selbst an unsere neuen Trainees weitergeben zu können.
Was spricht für ein
Traineeship?
Weitere Punkte, die mich an einem Traineeship bei komm.passion reizten, waren zum einen die agile und laterale Arbeitsorganisation der Agentur und zum anderen ihr strukturiertes Weiterbildungsprogamm, genannt komm.passion Academy. Zu Anfang erhielt ich gemeinsam mit weiteren Trainees viele verschiedene interne Einführungsseminare, unter anderem zu Arbeitssoftware, Mediaplanung und Projektmanagement in der Agentur. Fortlaufend wurden aufbauende oder vertiefende Seminare angeboten, wie zu Marktstrategien, kaufmännischen oder rechtlichen Fragen. Unsere Academy ermöglicht es uns, ständig up-to-date zu bleiben und sich auf unterschiedliche Laufbahnen in der Agentur vorzubereiten, indem man zum Beispiel Softskills zur Mitarbeiterführung erwirbt.
Wie lief das Traineeship?
Über die Zeit meines Traineeships wuchs die
Kundenverantwortung: Während ich anfangs viel auf internen Auftrag zuarbeitete und
die Fäden jeweils bei einem sogenannten „Project Owner“ zusammenliefen, wurde
mir im Verlauf stetig mehr Verantwortung übertragen, sodass ich selbst zur
Teilprojektleiterin für verschiede Kunden wurde. Bei komm.passion haben wir
dazu keine festen Teamstrukturen, sondern arbeiten in agilen Projektteams. Der Project
Owner koordiniert die Aufgaben und wird beratend von einem erfahrenen „Supervisor“
unterstützt. Je nach Projektphase und freien Arbeitskapazitäten wird dann versucht,
die Arbeitszeit aller Beschäftigten – egal ob Trainee oder Creative Director –
bereits eine Woche im Voraus auf die anstehenden Aufgaben zu verteilen.
Spannend ist, dass man innerhalb der Agentur mehrere Rollen
gleichzeitig übernehmen kann und auch kurzfristig immer wieder bei „New Bizz“-Projekten
eingebunden ist. Während man als Ansprechpartner für einen Kunden Projekte vorantreibt,
hat man meist noch einzelne Aufgaben für andere Projekte auf dem Tisch liegen –
Recherchen zu Wettbewerbern, Medienbeobachtungen, Pressemitteilungen, etc.
Dabei kann jeder eigenes Wissen einbringen und Ideen weiterentwickeln.
Welche Aufgaben hast
du?
Hauptsächlich betreue ich Projekte für Fachzielgruppen, d. h.
Ärzte oder Apotheker. Dafür muss ich einerseits – wie ich es aus meinen Studium
kenne – wissenschaftlich arbeiten und tief in die Themen einsteigen.
Andererseits geht es sehr strategisch zu: das Kernproblem der Zielgruppe
identifizieren, sich vom Wettbewerb abgrenzen ohne zu diskriminieren, Kernbotschaften
entwickeln und vermarkten sowie unsere Performance analysieren.