Schlagwort: Verantwortung

  • Einladung zum Symposium am 9.4 in Leipzig: Kommunikation stärkt Demokratie

    Einladung zum Symposium am 9.4 in Leipzig: Kommunikation stärkt Demokratie

    Datum: Mittwoch, 09.04.2025

    Uhrzeit: 09:15 bis 18:00 Uhr

    Veranstaltungsort:

    Uni Leipzig, Hörsaal 8, Universitätsstr. 3, 04109 Leipzig

    Desinformation, Deepfakes & Co: Herausforderungen und Potenziale digitaler Medien stehen im Mittelpunkt eines Symposiums am 9. April in Leipzig

    Deutschland durchlebt turbulente Zeiten. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist belastet. Bei den anstehenden Wahlen drohen die politischen Ränder weiter zu erstarken. Welche Rolle spielen dabei digitale Medien und was kann die professionelle Kommunikation leisten? Ein gemeinsames Symposium der Kommunikationsverbände DPRG, BdKom und GPRA mit dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig präsentiert aktuelle Einsichten aus Forschung und Praxis zu dieser kritischen Frage. Was ist die Wirkung von Desinformation? Wie verbreitet sind Verschwörungsmythen wirklich? Und welche Rolle spielen KI-generierte Deepfakes?

    Hochkarätige Referent:innen aus Wissenschaft, Journalismus und Kommunikation diskutieren die Herausforderungen durch digitale Medien für unsere Demokratie – aber auch Potenziale, Chancen sowie Verantwortung und Handlungsoptionen professioneller Kommunikator*innen.

    Die Anmeldung erfolgt hier.

  • Wer gibt die Vertrauens-Richtung vor? Warum Deutschlands Unternehmen Fahrt aufnehmen müssen

    Wer gibt die Vertrauens-Richtung vor? Warum Deutschlands Unternehmen Fahrt aufnehmen müssen

    von Christiane Schulz, CEO Edelman Deutschland

    It was the best of times, it was the worst of times: Der berühmte Anfang von Charles Dickens’ „A Tale of Two Cities“ ist gerade wieder sehr aktuell. Die deutsche Wirtschaft ist 2019 das zehnte Jahr in Folge gewachsen, der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz konjunktureller Schwäche weiterhin robust. Die Wahrnehmung der Menschen unterscheidet sich von statistischen Fakten aber erheblich. Der Blick in die Zukunft? Pessimistisch.

    Gerade einmal 23 Prozent der Deutschen glauben, dass es ihnen und ihrer Familie in fünf Jahren ökonomisch besser gehen wird als heute. Nur die Menschen in Frankreich und Japan sind noch pessimistischer als die Deutschen. Diese Ergebnisse zeigt das Edelman Trust Barometer 2020*.

    Das Vertrauen in Deutschland ist in Schieflage geraten. Das System funktioniert für viele nicht mehr, ihnen fehlt die Basis für Vertrauen: Die Menschen halten keine der vier großen gesellschaftlichen Institutionen Regierung, Wirtschaft, Medien und NGOs für ethisch und gleichzeitig kompetent. Mehr als zwei Drittel trauen den führenden Köpfen in diesem Land nicht zu, künftige Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Die Menschen suchen Antworten auf die Herausforderungen der Klimakrise, der Digitalisierung und eines sich wandelnden Arbeitsmarkts. Fakt ist: 50 % sind in Deutschland der Meinung, der technologische Wandel schreite zu schnell voran. Und sie blicken dabei auf ihr direktes Umfeld. Der Arbeitgeber bleibt für viele Menschen der vertrauenswürdigste Partner – Unternehmen und ganz besonders CEOs sollte dies motivieren, sich zu positionieren. Zu zeigen, dass sie gut sind, in dem was sie tun. Dass sie mit Fairness und Glaubwürdigkeit überzeugen können und sich als Innovationstreiber für die Gesellschaft einsetzen.

    Vertrauens-Aufbruch: 3 Punkte, die auf jeder Unternehmens-Packliste stehen sollten

    • Haltung zeigen, Stakeholder im Blick haben
      Erfolg ist nur eine Frage von glücklichen Aktionären? Das sehen immer mehr Menschen anders. Kunden und Arbeitnehmer gehören nach Ansicht nahezu aller Befragten (92 %) zu den wichtigsten Stakeholdern, die maßgeblich beeinflussen, wie erfolgreich ein Unternehmen auf lange Sicht ist. Kunden belohnen es, wenn die Marken, denen sie Vertrauen schenken, ihre Werte teilen und ethisch verantwortungsvoll handeln. Haltung ist den Menschen als Vertrauensfaktor dreimal wichtiger als unternehmerische Bestleistungen. Sie erwarten, dass Unternehmen und CEOs sich in gesellschaftliche Fragen einbringen und den Interessen ihrer Kunden, Mitarbeiter und ihrem regionalen Umfeld gerecht werden. Bislang sieht ein Großteil der Befragten die Wirtschaft hier aber noch in der Bringschuld.
    • Verantwortung übernehmen, Veränderungen vorantreiben
      73 Prozent der Arbeitnehmer haben Angst, ihren Job durch den Wandel auf dem Arbeitsmarkt zu verlieren. Die Menschen nehmen die Wirtschaft in die Pflicht: Gewinnorientiertes Unternehmertum und Dienst an der Gesellschaft – knapp zwei Drittel der Deutschen sind überzeugt, dass Unternehmen beides leisten können. Die Mehrheit (85 % der Befragten) erwartet, dass CEOs Antworten auf drängende Fragen liefern: zur Auswirkung von Automatisierung und Digitalisierung auf bestehende Arbeitsfelder, zur Einkommensungleichheit, zur ethischen Nutzung neuer Technologien.
      Eine Institution allein kann das Vertrauensruder nicht herumreißen. Vielmehr machen die Ergebnisse des Edelman Trust Barometers deutlich, dass die Menschen in Deutschland sich eine stärkere Zusammenarbeit der vier Institutionen wünschen, insbesondere von Regierung und Wirtschaft, um Jobsicherheit und -perspektiven zu schaffen. Für Unternehmen bietet sich darin eine enorme Chance, eine aktive, gestaltende Rolle einzunehmen und Katalysator für Veränderung zu sein. Indem sie starre (Denk-)Barrieren einreißen und gemeinsam mit den anderen Säulen der Gesellschaft Herausforderungen des Arbeitsmarkts nachhaltig gestalten, können sie eine Antwort auf die steigende Angst vor Jobverlust und sozialem Abstieg geben.
    • Hinhören und kommunizieren
      Bewegungen wie das Greta-Phänomen, die sich mit ihren gesellschaftlichen Forderungen ganz klar auch an Unternehmen richten, wird es künftig häufiger geben. Unternehmen müssen daher immer mehr in der Lage sein, solche Anliegen und Bewegungen zu erkennen und sie in ihre Unternehmens- und Kommunikationsstrategien einbeziehen. Nur so können sie angemessen agieren. Allem Pessimismus zum Trotz bieten die Ergebnisse auch Anlass für Optimismus: Erstmals seit Jahren zeigt das ETB wieder einen positiven Trend. Das Vertrauen der Deutschen in die vier gesellschaftlichen Institutionen steigt. Soll sich dieser Trend fortsetzen, müssen Institutionen die Chance nutzen, in Ethik und Kompetenz zuzulegen und Vertrauen zu gewinnen. Besonders indem sie auf Partnerschaften setzen und durch gemeinsames Handeln überzeugen.

    Das Edelman Trust Barometer ist eine jährliche Studie zu Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Wirtschaft und Medien, die in diesem Jahr zum 20. Mal durchgeführt wurde. Die Umfrage wurde von der Marktforschungsfirma Edelman Intelligence entwickelt, die Datenerhebung erfolgte mithilfe von 30-minütigen Online-Interviews. Der Erhebungszeitraum lag zwischen dem 19. Oktober und 18. November 2019. Für das Edelman Trust Barometer 2020 wurden in 28 Märkten über 34.000 Menschen befragt, darunter 6.200 aus der informierten Öffentlichkeit (Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren mit einem Hochschulabschluss, einem überdurchschnittlichen Haushaltseinkommen innerhalb der Top 25 % sowie mit intensivem Medien- und Informationskonsum). Weitere Informationen unter https://www.edelman.de/research/edelman-trust-barometer-2020