Schlagwort: vertrauen

  • Vertrauen im Sinkflug: Deutsche Institutionen gefangen in einer Abwärtsspirale aus Misstrauen und Tatenlosigkeit

    Vertrauen im Sinkflug: Deutsche Institutionen gefangen in einer Abwärtsspirale aus Misstrauen und Tatenlosigkeit

    • Vertrauensblase geplatzt: Das Vertrauen der Deutschen in Regierung, Medien, Wirtschaft und NGOs ist auf Vorpandemieniveau zurück – die Deutschen sprechen ihr Misstrauen aus.
    • Misstrauensvotum gegenüber Führung: Deutlich über ein Drittel der deutschen Befragten ist überzeugt, dass die Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Medien und Regierung die Menschen absichtlich anlügen und in die Irre führen. Alarmierend: Gleichzeitig steigt die Sorge, dass Falschnachrichten als Waffe verwendet werden.
    • Aufholbedarf bei der Diskussionskultur: 64 % der Deutschen sagen, dass den Menschen hierzulande die Fähigkeit fehlt, konstruktive und zivile Debatten über Themen zu führen, bei denen sie unterschiedlicher Meinung sind.

    Frankfurt am Main, 31. Januar 2022. Die Bilanz fast zwei Jahre nach Ausruf der globalen Krise ist eindeutig: der Vertrauensvorschuss, den vor allem die Regierung zu Beginn der Pandemie erhalten hatte und damit auf ein Allzeithoch katapultiert wurde, ist verloren. Doch nicht nur die Regierung befindet sich in einem Teufelskreis des Misstrauens, denn: Das Vertrauen der Deutschen in die Institutionen Regierung, Medien, Wirtschaft und NGOs ist zurück auf Vorpandemieniveau und liegt damit im Misstrauensbereich. Das zeigen die aktuellen Daten des Edelman Trust Barometer 2022. Darin hat Edelman über 36.000+ Menschen in 28 Märkten zu ihrem Vertrauen befragt.

    So hat Deutschland bei der Betrachtung in der allgemeinen Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Vertrauen eingebüßt (von 53 Indexpunkten auf 46 Indexpunkte) und rutscht in den Misstrauensbereich (Trust-Score unter 50). Den Spitzenplatz als vertrauenswürdigste Institution hierzulande muss die Regierung mit deutlichen Vertrauensverlusten (47 %, – 12 %pkt. zu 2021; global: 52 %; -1 %pkt.) knapp der Wirtschaft mit 48 % (- 6 %pkt. zu 2021; global: 61 %) überlassen. Gleichauf mit der Regierung landen die Medien (47 %, – 5 %pkt; global: 50 %, – 1%pkt.), gefolgt von den NGOs (40 %, -6 %pkt. zu 2021; global: 59 %, + 2%pkt.).

    Diskussionskultur auf dem Prüfstand

    Welche Faktoren Einfluss auf den deutlichen Vertrauensverlust haben, zeigt sich bei Regierung und Medien deutlich: Beide werden hierzulande anstatt als einigende Kräfte (Regierung: 34 %; Medien: 36 %; global: 36 %, 35 %), als spaltende Kräfte (Regierung: 46 %; Medien: 41 %; global: 48 %, 46 %) in der Gesellschaft angesehen.

    Hinzukommt eine weitere fragwürdige Entwicklung: 64 % der in Deutschland Befragten geben an, dass den Menschen hierzulande die Fähigkeit fehlt, konstruktive und zivile Debatten über Themen zu führen, bei denen sie unterschiedlicher Meinung sind.

    „Die Ergebnisse spiegeln in aller Deutlichkeit eine besorgniserregende Entwicklung aus gesellschaftspolitischer Sicht wider und zeigen, an welcher kritischen Stelle wir uns mittlerweile befinden. Fehlende Führung, Falschnachrichten und eine desolate Debattenkultur befeuern die Divergenz in der Bevölkerung zunehmend. Um dieser entgegenzuwirken, braucht es mehr denn je gebündelte Kräfte der Institutionen, vertrauenswürdige Informationen und eine klare Kommunikation, die Orientierung bietet“, sagt Christiane Schulz, CEO Edelman Deutschland.

    Sorge vor Falschnachrichten weiterhin besorgniserregend

    Das Edelman Trust Barometer 2022 zeigt zudem, dass die „Infodemie“* nicht eingedämmt, sondern weiter an Fahrt aufgenommen hat. Denn trotz der bereits schlechten Vorjahreswerte verlieren die traditionellen Medien (58 %, -5 %pkt. zu 2012; global: 57 %, -5 %pkt.) und Social Media (20 %, -11 %pkt zu 2012; global: 37 %, -8 %pkt.) als Quelle für allgemeine Nachrichten und Informationen hierzulande weiter an Vertrauen. Ein Trend, der sich auch in Bezug auf die Sorge um Falschinformationen weiter fortsetzt: gut zwei Drittel der Deutschen (67 %, +4 %pkt. zu 2021; global: 76 %, + 4 %pkt.) geben an, dass sie sich davor sorgen, dass Falschinformationen oder -nachrichten als Waffe verwendet werden – global ein Wert auf einem Allzeithoch. 

    * „Infodemie“ bedeutet, dass es einen Überfluss an Informationen gibt, jedoch die Vertrauenswürdigkeit der Quellen nicht immer sichergestellt ist. Sprich die Informationen können richtig, aber auch falsch sein, sodass es Menschen schwer fällt, wirklich vertrauenswürdige Quellen und verlässliche Hilfestellungen zu finden.

    Führungskrise weitet sich aus

    Eine Frage, die in diesem Kontext ebenfalls alarmierend ist: Die hierzulande Befragten sind zunehmend besorgt, dass die gesellschaftlichen Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft (45 %; global: 63 %), Medien (45 %; global: 67 %) und Regierung (42 %; global: 66 %) die Menschen absichtlich in die Irre führen wollen, in dem sie Dinge äußern, von denen sie wissen, dass sie entweder falsch oder grob übertrieben sind. Insgesamt fällt für diese Personen, CEOs (36 %; global: 49 %), Regierungsverantwortliche (36 %; global: 42 %) sowie Journalisten (41 %; global: 46 %), das Vertrauen in sie als Führungspersönlichkeit negativ aus – alle bewegen sich weiter im Misstrauensbereich. Das Vertrauen zugesprochen bekommen hingegen die Wissenschaftler (69 %; global: 75 

    „In Anbetracht dessen braucht es mehr denn je eine klare Führung – doch zeigen die Ergebnisse, dass die hierzulande Befragten keiner der Institutionen die Führungsrolle bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme zutraut“, sagt Christiane Schulz. 

    Vor allem die Regierung überzeugt die Mehrheit nicht, dass sie die Führungsrolle übernehmen (31 %; Wirtschaft: 39 %, NGOs: 33 %, Medien: 25 %) oder erfolgreich Ergebnisse erzielen kann (27 %, Unternehmen: 54 %, NGOs: 40 %, Medien: 31 %).

    Hoffnungsträger Wirtschaft und Arbeitgeber

    Das Misstrauen in die Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit der Regierung führt zu einer erhöhten Erwartungshaltung an die Wirtschaft und ihre Unternehmenslenker. So wird die Wirtschaft als kompetenter als die Regierung angesehen und bekommt eine klare Rolle bei dem Informationsauftrag zugesprochen. Denn: in Deutschland ist die Kommunikation des Arbeitgebers die glaubwürdigste Informationsquelle. 49 % müssen Informationen durch ihn nur ein oder zweimal sehen, um diese zu glauben (global: 52 %). Weitere 25 % glauben den Informationen auf den ersten Blick (global: 13 %). 

    Von CEOs wird erwartet, dass sie Gespräche und politische Debatten zu einer Reihe von Themen mitgestalten und beeinflussen. 70 % oder mehr sind hierzulande und global der Meinung, dass CEOs Gespräche über Themen, die speziell mit der Wirtschaft zu tun haben, informieren und mitgestalten sollten: Arbeitsplätze und Lohnungleichheit. Die Mehrheit möchte aber auch, dass sich CEOs zu gesellschaftlichen Herausforderungen wie Technologie und Automatisierung sowie den Klimawandel äußern. Fakt ist: die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Wirtschaft die Grenze bei Weitem noch nicht überschritten hat, in Bezug auf gesellschaftliche Herausforderungen zu viel zu tun. 

    „Mehr denn je sind die Blicke auf die Wirtschaft gerichtet, um die Lücke, die die Regierung nicht füllt, zu schließen. Die Menschen entscheiden wertegetriebener, wer als Arbeitgeber für sie in Betracht kommt und welche Produkte sie kaufen. Der eigene Arbeitgeber hat dabei als Quelle für Informationen seinen Vertrauensvorschuss als einziger noch nicht verspielt. Die Ergebnisse des Edelman Trust Barometer 2022 zeigen deutlich, dass der Teufelskreis des Misstrauens nur durch qualitativ hochwertige und zuverlässige Informationen durchbrochen werden kann. Denn gut informiert zu sein, ist ein wirkungsvoller Treiber von Vertrauen, der in der Lage ist, sogar einkommensbedingte Vertrauenskluften zu überwinden“, so Christiane Schulz. 

    -> Januar-Update: Regierung erhält im Januar 2022 kleinen Vertrauenskredit

    Die Ergebnisse eines Flash-Polls vom 24. Januar 2022 in der allgemeinen Bevölkerung in Deutschland zeigen, dass die Regierung, im Vergleich zu dem Edelman Trust Barometer 2022 (im November 2021 im Feld), einen kleinen Vertrauenskredit gewährt bekommen hat: 51 % der hierzulande Befragten setzen demnach ihr Vertrauen in die Regierung (+ 4%pkt. im Vergleich zu November). Auch der Blick auf die Wirtschaft (50 %, + 2 %pkt.), Medien (51 %, + 4%pkt.) und NGOs (46 %, + 6%pkt.) fällt etwas positiver aus. 

    Ein ähnlicher Vorschuss zeigt sich bei den gesellschaftlichen Führungspersönlichkeiten: So konnten CEOs (41%, + 5 %pkt.), Regierungsverantwortliche (46 %, + 10%pkt.) und Journalisten (48 %, + 7pkt.) im Januar 2022 im Vergleich zu November 2021 an Vertrauen gewinnen.

    „Als die Zahlen des Edelman Trust Barometer 2022 erhoben wurden, befand sich Deutschland inmitten der Findung einer neuen Regierung den entsprechenden Koalitionsverhandlungen und verzeichnete aus pandemischer Sicht einen großen Anstieg an Neuinfektionen. Die Ergebnisse unserer Zusatzbefragung zeigen nun, dass die Befragten der neuen Regierung und den anderen Institutionen einen kleinen Vertrauensvorschuss geben und die Hoffnung in sie nicht ganz verloren ist. Für Regierungsverantwortliche, aber auch für Journalisten und Unternehmenslenker heißt es, diesen spätestens jetzt kooperativ zu nutzen“, sagt Christiane Schulz. 


    Über das Edelman Trust Barometer 2022

    Das Edelman Trust Barometer 2022 ist die 22. jährliche Umfrage des Unternehmens zu Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Die Umfrage wurde vom Marktforschungsunternehmen Edelman Data & Intelligence (DxI) durchgeführt und bestand aus 30-minütigen Online-Interviews, die zwischen dem 1. und 24. November 2021 stattfanden. An der Online-Umfrage zum Edelman Trust Barometer 2022 nahmen mehr als 36.000 Personen teil, darunter 1.150 Befragte aus der Allgemeinbevölkerung in 28 Märkten. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.edelman.com/trust-barometer


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  • Edelman Trust Barometer 2021 Frühlings-Update

    Edelman Trust Barometer 2021 Frühlings-Update

    Zwischen Hoffnung & Sorgen:
    Die Bilanz nach dem Krisenjahr ist gespalten

    • Spitzenreiter: Die Regierung ist nach wie vor die vertrauenswürdigste Institution in Deutschland und verliert im Vergleich zum Januar 2021 nur leicht an Vertrauen
    • Misstrauensvotum: Deutsche sprechen der EU ihr Misstrauen aus – Vertrauen sinkt in weiteren 8 von 14 Ländern im Vergleich zu vor der Pandemie
    • Traumatisiert: 65 % der Deutschen sagen, dass sie sich mental noch immer in einer Art „Pandemie-Modus“ befinden; 59 % glauben, dass vermehrte psychische Probleme zu den schlimmsten negativen Folgen der Pandemie gehören werden

    Frankfurt am Main, 24. Juni 2021 – Fake-News zum Corona-Virus, Diskussionen über die Impfstoffverteilung und Uneinigkeit über Maßnahmen und Öffnungsschritte: Das Frühjahr 2021 stand für alle Institutionen weiter im Schatten der Corona-Krise. Welchen Institutionen die Deutschen in diesen unsicheren Zeiten ihr Vertrauen schenken, hat sich in den vergangenen Monaten nicht wesentlich verändert. Zwar hat vor allem die Regierung leicht an Vertrauen eingebüßt, dennoch bleibt sie die Institution, der die Deutschen am meisten vertrauen. Das zeigen die aktuellen Daten des Edelman Trust Barometers 2021 Frühlings-Update: Eine Welt im Trauma. Darin hat Edelman über 16.800+ Menschen in 14 Märkten zwischen dem 30. April und 11. Mai 2021 zu ihrem Vertrauen befragt.

    Im Vergleich zum Edelman Trust Barometer 2021, welches im Januar veröffentlicht wurde, zeigt das Frühlings-Update: Bei den Deutschen konnten die Regierung mit 55 % (-4 %pkt.; global: 56%, +1 %pkt.) und Unternehmen mit 54 % (+/-0 %pkt.; global: 62 %, +2 %pkt.) im Frühjahr nicht weiter an Vertrauen gewinnen. Dennoch ist in Deutschland das in der Pandemie grundsätzlich gestiegene Vertrauen noch immer deutlich höher als vor dem Ausruf der globalen Krise. Während die Regierung – gefolgt von den Unternehmen – weiterhin die vertrauenswürdigste Institution ist, liegen Medien (53 %; +1 %pkt.; global: 51 %, +1 %pkt.) und NGOs (47 %; +1 %pkt.; global: 58 %, +1 %pkt.) knapp dahinter.

    „Es gibt einen großen Unterschied in der Wahrnehmung des Vertrauens der Institutionen zwischen der informierten und der breiten Öffentlichkeit, der besonders für Unternehmen besorgniserregend ist“, so Christiane Schulz, CEO von Edelman in Deutschland. Während die informierte Öffentlichkeit Unternehmen das größte Vertrauen mit 73 % im Vergleich zu den anderen Institutionen ausspricht, erhalten sie von der breiten Öffentlichkeit nur eine neutrale Bewertung von 52 %. Hier klafft die größte Vertrauenslücke mit 21 Prozentpunkten. Bei der Regierung (12 %pkt.), den Medien (10 %pkt.) und den NGOs (13 %pkt.) fällt die Vertrauenskluft insgesamt deutlich geringer aus.

    Richtungsweiser EU: Deutsches Vertrauen stark gesunken
    Doch nicht nur bei den Institutionen hierzulande zeigt das Edelman Trust Barometer Frühlings-Update in Bezug auf das Vertrauen eine sinkende Tendenz. Das Vertrauen der Deutschen in die Institutionen der EU hat signifikant abgenommen. Ein Rückgang, der weltweit in 9 von 14 befragten Ländern im Vergleich zu vor der Pandemie zu beobachten ist. Mit 46 % (- 5 %pkt.) ist dieser in Deutschland besonders dramatisch. Waren die Deutschen der EU gegenüber im Januar noch neutral eingestellt, so sprechen sie nur fünf Monate später der EU ihr Misstrauen aus.

    Ängste trüben Ausblick auf Normalität
    Trotz der ersten Erfolge bei der Bekämpfung der Pandemie machen sich die Menschen weiterhin Sorgen. Global und auch hierzulande geben 65 % der Befragten an, sich mental noch immer in einer Art Pandemie-Modus zu befinden, sich um ihre Sicherheit zu sorgen und dass sie darauf warten, dass die Dinge besser werden.

    Diese Unsicherheit verdeutlichen die folgenden Antworten auf die Frage, bei welchen Aktivitäten sich geimpfte und nicht geimpfte Personen sicher fühlen: Rund die Hälfte der allgemeinen Bevölkerung (52 %) fühlen sich hierzulande beim Shopping in Einkaufsläden sicher. Bei den Geimpften sind es etwas mehr (60 %). Damit liegt Shopping jedoch weit vor dem Aufsuchen des Arbeitsplatzes (29 % allgemeine Bevölkerung; 29 % geimpft) sowie davor, Kinder in die Schule zu schicken (24 % allgemeine Bevölkerung; 29 % geimpft).

    Besorgniserregend fallen zudem die Antworten auf die Frage nach den negativsten Folgen der Pandemie aus: 59 % der in Deutschland Befragten (global: 55 %) glauben, dass es einen Anstieg an psychischen Erkrankungen geben wird. Weitere 54 % sagen, dass eine Rückkehr in verlorene Jobs nicht möglich sein wird (global: 55 %).

    Innovationen und Orientierung: Chancen aus der Krise nutzen
    Mit Blick in die Zukunft geben hierzulande nur knapp die Hälfte der Befragten (51 %; global: 64 %) an, dass – so schlimm es auch durch die Pandemie ist – die Krise zu wichtigen Innovationen und Veränderungen zum Besseren führen wird: wie wir leben, arbeiten und miteinander umgehen. 49 % (global: 36 %) hingegen stimmen der Aussage zu, dass die Pandemie keine positiven Anstöße gibt, vielmehr die Gesellschaft gespalten wird und Ressourcen aufgebraucht werden, die für die Lösung anderer sozialer Probleme hätten verwendet werden können. Mit Blick auf die positiven Veränderungen, die die in Deutschland Befragten erwarten, steht die bessere Vorbereitung auf künftige Pandemien (56 %; global: 55 %), Verbesserungen im Gesundheitssystem (51 %; global: 57 %) und eine größere Aufmerksamkeit für den Klimawandel (38 %; global: 37 %) noch vor Innovationen in der Arbeitswelt (34 %; global: 47 %) und einer beschleunigten Entwicklung von Technologien (33 %; global: 39 %).

    Für alle Institutionen heißt es jetzt vor allem, in einer anhaltenden Zeit der Unsicherheit, die Chance zu nutzen und auf die Bedürfnisse und Sorgen der Menschen einzugehen. Der Schlüssel dafür ist eine konsequente und transparente Kommunikation, die Ängste abbaut und alle Menschen adressiert.


    Über das Edelman Trust Barometer 2021 Frühlings-Update: Eine Welt im Trauma
    Das Edelman Trust Barometer 2021 Frühlings-Update: Eine Welt im Trauma ist ein Update des Edelman Trust Barometers 2021. Die Umfrage wurde von Edelman Data & Intelligence (DxI) zwischen dem 30. April und 11. Mai 2021 durchgeführt und umfasste mehr als 16.800 Befragte in 14 Märkten: Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Japan, Mexiko, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, VAE, Großbritannien und USA. 1.200 Personen wurden in jedem Markt befragt, davon 100 aus der informierten Öffentlichkeit. Alle Befragten aus der informierten Öffentlichkeit erfüllten die folgenden Kriterien: 25-64 Jahre alt, Hochschul-Abschluss; Haushaltseinkommen im obersten Quartil für ihr Alter in ihrem Land; lesen oder sehen mindestens mehrmals pro Woche Wirtschafts-/Nachrichtenmedien; verfolgen mindestens mehrmals pro Woche politische Themen in den Nachrichten.

    Über Edelman
    Edelman ist die globale Kommunikationsagentur, die Vertrauen zwischen Menschen, Marken, Unternehmen und Organisationen auf- und ausbaut. In Deutschland liefern rund 230 Expert:innen mit Büros in Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt am Main Kommunikationsstrategien, die es unseren Kund:innen ermöglichen, zu führen, mit Überzeugung zu handeln und das nachhaltige Vertrauen ihrer Zielgruppen und Stakeholder:innen zu gewinnen. Weitere Infos unter www.edelman.de.


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  • Wer gibt die Vertrauens-Richtung vor? Warum Deutschlands Unternehmen Fahrt aufnehmen müssen

    Wer gibt die Vertrauens-Richtung vor? Warum Deutschlands Unternehmen Fahrt aufnehmen müssen

    von Christiane Schulz, CEO Edelman Deutschland

    It was the best of times, it was the worst of times: Der berühmte Anfang von Charles Dickens’ „A Tale of Two Cities“ ist gerade wieder sehr aktuell. Die deutsche Wirtschaft ist 2019 das zehnte Jahr in Folge gewachsen, der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz konjunktureller Schwäche weiterhin robust. Die Wahrnehmung der Menschen unterscheidet sich von statistischen Fakten aber erheblich. Der Blick in die Zukunft? Pessimistisch.

    Gerade einmal 23 Prozent der Deutschen glauben, dass es ihnen und ihrer Familie in fünf Jahren ökonomisch besser gehen wird als heute. Nur die Menschen in Frankreich und Japan sind noch pessimistischer als die Deutschen. Diese Ergebnisse zeigt das Edelman Trust Barometer 2020*.

    Das Vertrauen in Deutschland ist in Schieflage geraten. Das System funktioniert für viele nicht mehr, ihnen fehlt die Basis für Vertrauen: Die Menschen halten keine der vier großen gesellschaftlichen Institutionen Regierung, Wirtschaft, Medien und NGOs für ethisch und gleichzeitig kompetent. Mehr als zwei Drittel trauen den führenden Köpfen in diesem Land nicht zu, künftige Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Die Menschen suchen Antworten auf die Herausforderungen der Klimakrise, der Digitalisierung und eines sich wandelnden Arbeitsmarkts. Fakt ist: 50 % sind in Deutschland der Meinung, der technologische Wandel schreite zu schnell voran. Und sie blicken dabei auf ihr direktes Umfeld. Der Arbeitgeber bleibt für viele Menschen der vertrauenswürdigste Partner – Unternehmen und ganz besonders CEOs sollte dies motivieren, sich zu positionieren. Zu zeigen, dass sie gut sind, in dem was sie tun. Dass sie mit Fairness und Glaubwürdigkeit überzeugen können und sich als Innovationstreiber für die Gesellschaft einsetzen.

    Vertrauens-Aufbruch: 3 Punkte, die auf jeder Unternehmens-Packliste stehen sollten

    • Haltung zeigen, Stakeholder im Blick haben
      Erfolg ist nur eine Frage von glücklichen Aktionären? Das sehen immer mehr Menschen anders. Kunden und Arbeitnehmer gehören nach Ansicht nahezu aller Befragten (92 %) zu den wichtigsten Stakeholdern, die maßgeblich beeinflussen, wie erfolgreich ein Unternehmen auf lange Sicht ist. Kunden belohnen es, wenn die Marken, denen sie Vertrauen schenken, ihre Werte teilen und ethisch verantwortungsvoll handeln. Haltung ist den Menschen als Vertrauensfaktor dreimal wichtiger als unternehmerische Bestleistungen. Sie erwarten, dass Unternehmen und CEOs sich in gesellschaftliche Fragen einbringen und den Interessen ihrer Kunden, Mitarbeiter und ihrem regionalen Umfeld gerecht werden. Bislang sieht ein Großteil der Befragten die Wirtschaft hier aber noch in der Bringschuld.
    • Verantwortung übernehmen, Veränderungen vorantreiben
      73 Prozent der Arbeitnehmer haben Angst, ihren Job durch den Wandel auf dem Arbeitsmarkt zu verlieren. Die Menschen nehmen die Wirtschaft in die Pflicht: Gewinnorientiertes Unternehmertum und Dienst an der Gesellschaft – knapp zwei Drittel der Deutschen sind überzeugt, dass Unternehmen beides leisten können. Die Mehrheit (85 % der Befragten) erwartet, dass CEOs Antworten auf drängende Fragen liefern: zur Auswirkung von Automatisierung und Digitalisierung auf bestehende Arbeitsfelder, zur Einkommensungleichheit, zur ethischen Nutzung neuer Technologien.
      Eine Institution allein kann das Vertrauensruder nicht herumreißen. Vielmehr machen die Ergebnisse des Edelman Trust Barometers deutlich, dass die Menschen in Deutschland sich eine stärkere Zusammenarbeit der vier Institutionen wünschen, insbesondere von Regierung und Wirtschaft, um Jobsicherheit und -perspektiven zu schaffen. Für Unternehmen bietet sich darin eine enorme Chance, eine aktive, gestaltende Rolle einzunehmen und Katalysator für Veränderung zu sein. Indem sie starre (Denk-)Barrieren einreißen und gemeinsam mit den anderen Säulen der Gesellschaft Herausforderungen des Arbeitsmarkts nachhaltig gestalten, können sie eine Antwort auf die steigende Angst vor Jobverlust und sozialem Abstieg geben.
    • Hinhören und kommunizieren
      Bewegungen wie das Greta-Phänomen, die sich mit ihren gesellschaftlichen Forderungen ganz klar auch an Unternehmen richten, wird es künftig häufiger geben. Unternehmen müssen daher immer mehr in der Lage sein, solche Anliegen und Bewegungen zu erkennen und sie in ihre Unternehmens- und Kommunikationsstrategien einbeziehen. Nur so können sie angemessen agieren. Allem Pessimismus zum Trotz bieten die Ergebnisse auch Anlass für Optimismus: Erstmals seit Jahren zeigt das ETB wieder einen positiven Trend. Das Vertrauen der Deutschen in die vier gesellschaftlichen Institutionen steigt. Soll sich dieser Trend fortsetzen, müssen Institutionen die Chance nutzen, in Ethik und Kompetenz zuzulegen und Vertrauen zu gewinnen. Besonders indem sie auf Partnerschaften setzen und durch gemeinsames Handeln überzeugen.

    Das Edelman Trust Barometer ist eine jährliche Studie zu Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Wirtschaft und Medien, die in diesem Jahr zum 20. Mal durchgeführt wurde. Die Umfrage wurde von der Marktforschungsfirma Edelman Intelligence entwickelt, die Datenerhebung erfolgte mithilfe von 30-minütigen Online-Interviews. Der Erhebungszeitraum lag zwischen dem 19. Oktober und 18. November 2019. Für das Edelman Trust Barometer 2020 wurden in 28 Märkten über 34.000 Menschen befragt, darunter 6.200 aus der informierten Öffentlichkeit (Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren mit einem Hochschulabschluss, einem überdurchschnittlichen Haushaltseinkommen innerhalb der Top 25 % sowie mit intensivem Medien- und Informationskonsum). Weitere Informationen unter https://www.edelman.de/research/edelman-trust-barometer-2020