Autor: administratorus

  • Zeit zu handeln

    Zeit zu handeln

    Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller sieht in Nachhaltigkeit den „neuen Megatrend“. Das Thema wirft auch für Kommunikationsagenturen Fragen auf:  Was ist der Unterschied zwischen einer Agentur für Nachhaltigkeit und einer nachhaltigen Agentur? Kostet Nachhaltigkeit nur oder bringt sie auch Gewinn? Ist sie für unsere Branche relevant? Wir produzieren vor allem immaterielle Güter wie Botschaften, Konzepte oder Ideen. Wir benötigen ein wenig Papier, Strom und Wärme, und zu unseren Kunden müssen wir auch fahren. Das war’s – mögen zumindest viele denken. Doch sie irren.

    Meist wird Nachhaltigkeit mit Umweltschutz gleichgestellt. Das ist nicht falsch, aber leider wenig zielführend. Deshalb ist ein einheitliches Verständnis des Begriffs wichtig.

    Anfang des 18. Jahrhunderts war Europa wegen der Produktion von Kriegsschiffen fast abgeholzt. Der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz formulierte deshalb 1713 das Grundprinzip der Nachhaltigkeit. Er fragte sich: Wie kann man eine natürliche Ressource nutzen und gleichzeitig erhalten? Seine Antwort: Man dürfe pro Jahr nicht mehr Bäume fällen als wieder gepflanzt werden.

    Das gilt heute wie damals, doch erst über 250 Jahre später hat sich die Wissenschaft dem Thema gewidmet. 1972 wurde die Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft vorgestellt: „Die Grenzen des Wachstums“. 1987 veröffentliche die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung „Unsere gemeinsame Zukunft“. Darauf baut die Definition der EU von 2011 auf: „CSR ist die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkung auf die Gesellschaft.“

    Nachhaltigkeit meint also verantwortliches Handeln von Unternehmen auf dem Markt, gegenüber der Umwelt, den Mitarbeitern und der Gesellschaft – vier Handlungsfelder, um erfolgreich und verantwortlich handeln zu können. Überschwemmungen, Fachkräftemangel, Integration oder Abgasskandal: Jede dieser Herausforderungen steht für eines der vier Handlungsfelder; jede Agentur ist mindestens von einer dieser Herausforderungen betroffen. Wir müssen sie annehmen und gemeinsam lösen, weil der Staat und die Kommunen es allein nicht schaffen.

    Welchen Nutzen können wir als Agentur daraus ziehen?

    Ein wesentlicher Treiber für CSR ist der eigene Nutzen. Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, sind langfristig erfolgreicher. So trägt eine verantwortungsvolle Unternehmensausrichtung im Schnitt bereits heute mit rund fünf Prozent zum Umsatz bei. Dafür gibt es vier Faktoren:

    • Effizienz: Effizientes Wirtschaften reduziert nicht nur die ökologischen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit, sondern auch Kosten.
    • Risikominimierung: Ein gutes Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagement reduziert Kosten für Produktionsausfälle und Fehltage.
    • Innovation: Unternehmen, die sich frühzeitig auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen, erlangen einen Wettbewerbsvorteil.
    • Reputation: Themen wie Umweltschutz, fairer Umgang mit Mitarbeitern und Ressourcenschonung beeinflussen knapp 13 Prozent des Images einer Marke. Das hilft bei der Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und erhöht die Kundenbindung.

    Wie richtet man sich nachhaltig aus?

    Einige Agenturen bekennen sich bereits zu nachhaltigem Handeln. Dass es mehr werden müssen, zeigt der DNK (Deutscher Nachhaltigkeitskodex). In der dortigen Datenbank sind nur wenige Kommunikationsagenturen aufgeführt.

    Der Weg ist nicht einfach und erfordert Anstrengungen. Agenturen sollten ihre Kernthemen innerhalb der vier Handlungsfelder ermitteln und bearbeiten. Ein gutes Instrument dafür ist die Materialitätsmatrix, die Themen nach Relevanz ordnet.

    Es gibt viele Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit in Agenturen, einige von ihnen sind einfach umzusetzen. Es ist jedoch sinnvoll, darauf aufbauend eine Strategie zu entwickeln und zu verankern, denn Nachhaltigkeit muss über einfache Maßnahmen hinausgehen. Es braucht Leitlinien, damit der Erfolg der Agentur nicht im Widerspruch zu Nachhaltigkeitsthemen steht.

    Einige Ansätze für Nachhaltigkeit in Agenturen

    • Mögliche Themen im Handlungsfeld Markt: Faire Preise, transparente Lieferkette, Verbraucherschutz, Bevorzugen nachhaltiger Produkte und Lieferanten sowie Angebot von Mischkalkulationen zugunsten nachhaltiger Produkte.
    • Mögliche Themen im Handlungsfeld Umwelt: Erneuerbare Energien und Ressourcen, keine Verschwendung,   Müll vermeiden und trennen, CO2-neutrale Büros, klimafreundlich reisen, ökologisch produziertes Arbeitsmaterial, ökologisches Webhosting, unabhängiges Öko-Label.
    • Mögliche Themen Im Handlungsfeld Gemeinwesen: Auftragsvergabe an soziale Organisationen, Spenden/Sponsoring oder ehrenamtliches Engagement von Mitarbeitern, Pro-bono-Engagement für nachhaltige Projekte, Engagement als Hochschulpartner und/oder als Ausbildungsbetrieb sowie Unterstützung regional erstellter beziehungsweise angebotener Produkte und Dienstleistungen.
    • Mögliche Themen im Handlungsfeld Mitarbeiter: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, kontinuierliche Aus- und Weiterbildung, faire Entlohnung, Work-Life-Balance, gelebte Wertekultur (Wertschätzung, Teamgeist, Integrität, Offenheit), Mitspracherecht, diskriminierungsfreie Arbeitsbedingungen sowie die Sensibilisierung der Mitarbeiter auf Nachhaltigkeit.

    Gemeinsam können wir viel bewegen

    Jede Agentur sollte im Rahmen ihrer Möglichkeiten Nachhaltigkeit in ihr Kerngeschäft integrieren. Viele Kollegen machen das bereits täglich, nur ordnen sie dieses Tun bisher nicht als nachhaltiges Handeln ein und haben es noch nicht systematisiert und verstetigt.

    Der Text ist im prmagazin Ausgabe 12/2019 in der Rubrik #AgenturderZukunft erschienen.

  • Felix Hübner über seinen Berufseinstieg bei ORCA van Loon

    Felix Hübner über seinen Berufseinstieg bei ORCA van Loon

    Ein Berufseinstieg in vertrauter Umgebung und mit vielen bekannten Gesichtern – das konnte ich bei ORCA van Loon Communications erleben. Bei einem sechsmonatigen Praktikum 2017 hatte ich bereits erstmalig Agenturluft in der Hamburger Hafencity geschnuppert. Als ich dann nach meiner Masterarbeit im August 2018 die Chance bekam, als Trainee im Bereich Unternehmenskommunikation bei den ORCAs einzusteigen, musste ich nicht lange überlegen.

    Da ich die meisten Mitarbeiter, Kunden und internen Prozesse bereits kannte, dauerte die Eingewöhnungszeit nicht lange. Ich bekam natürlich trotzdem einen persönlichen Mentor – meinen sogenannten Leitwal – an die Seite, der mich in meine Kernkunden eingearbeitet und mir nach und nach komplexere Aufgaben übertragen hat. Nach wenigen Monaten konnte ich aufgrund einer besonderen personellen Konstellation direkt Projektverantwortung für zwei Kunden übernehmen – auch wenn ich Dinge wie das Controlling des Kunden oder die gesamte strategische Beratung noch nicht verantwortete. Das war zwar anfangs ein Sprung ins kalte Wasser, aber rückblickend für meine Entwicklung als angehender Berater das absolut Beste, was mir passieren konnte.

    Denn die Lernkurve war extrem steil: Jeden Tag kamen Dinge auf mich zu, die ich in dieser Form noch nie gemacht hatte. Verantwortung zu übernehmen, heißt bei ORCA van Loon aber niemals alleine gelassen zu werden. Ich konnte mich jederzeit an erfahrene Kollegen wenden, wenn ich an einer Stelle nicht weiterkam. Gleichzeitig leben wir hier eine sehr konstruktive Fehlerkultur: Fehler sind Teil des täglichen Lernprozesses. So hat mir keiner den Kopf abgerissen, wenn mal etwas nicht so gut lief. Vielmehr haben wir besprochen, wie wir es beim nächsten Mal gemeinsam besser machen können.

    Mein Traineeship war allerdings nicht nur von der täglichen Arbeit mit dem Kunden geprägt, sondern auch von externen Weiterbildungsmöglichkeiten. Dabei gibt es bei uns keinen starren Ausbildungskatalog, der abgearbeitet werden muss. Vielmehr konnte ich mir entsprechend meinen Interessengebieten eine bestimmte Anzahl an Tagungen und Trainings aussuchen, die ich besuchen wollte.

    Alles in allem haben mir die 12 Monate sehr viel gebracht. Ich konnte verschiedene Branchen kennenlernen und Dinge lernen, die ich an anderer Stelle in so kurzer Zeit wahrscheinlich nicht gelernt hätte. Kein Traineeship ist wie jedes zweite und es liegt an einem selbst, was man daraus macht. Daher mein Rat an alle Berufseinsteiger: Zeigt Euch und scheut Euch nicht, Verantwortung zu übernehmen. Scheut Euch aber auch nicht, zu fragen. Jederzeit. Denn als Trainee befindet man sich zumindest bei ORCA van Loon noch ein Stück weit im geschützten Bereich und sollte das auch ausnutzen.

    Felix Hübner stieg als Trainee bei ORCA van Loon ein und ist heute Junior Consultant in der Beratungsagentur für Unternehmenskommunikation.

  • Carolin Pattberg zum Berufseinstieg bei komm.passion

    Carolin Pattberg zum Berufseinstieg bei komm.passion

    Wie war der Einstieg?

    Nach drei Monaten Praktikum am Standort Düsseldorf bin ich fast zwei Jahre als Werkstudentin bei komm.passion geblieben. Ich wusste also, worauf ich mich einlasse, als ich im letzten Winter mein Traineeship gestartet habe. Zugegeben: der Anfang war trotzdem nicht leicht, denn der Umstieg auf eine 40 Stunden-Woche hat mich geschafft, und das Tempo in einer Agentur ist nicht ohne – dafür ist die Lernkurve gerade am Anfang extrem steil. Ansonsten habe ich nur Positives zu berichten: Mit Beginn des Traineeships haben sich meine Aufgaben im Vergleich zu vorher noch einmal komplett verändert – mehr Tiefe, aber auch mehr Selbstverantwortung. Ich war vom ersten Tag an vollwertiges Mitglied auf verschiedenen Projekten und hatte direkt meine eigenen Verantwortungsbereiche, die sich mittlerweile natürlich erweitert haben.

    Was spricht für ein Traineeship?

    Wer Lust hat, von Tag eins an Verantwortung zu übernehmen und viel „on the job“ zu lernen, ist in einem Trainee-Programm gut aufgehoben. Auch, wer etwas „Fachfremdes“, also nicht PR, Kommunikationswissenschaften oder ähnliches studiert hat, kann durch ein Traineeship den Einstieg in die Branche schaffen. Voraussetzung natürlich: der Arbeitgeber legt Wert darauf, dass seine Mitarbeiter nicht alle demselben Gewerk entspringen. Das kam mir als Sprach- und nun Anthropologie-Studentin sehr entgegen. Ich empfinde es als extrem bereichernd, mit Kollegen zusammenzuarbeiten, die oft etwas ganz anderes gelernt haben als ich.

    Wie lief das Traineeship?

    Das letzte Drittel meiner Traineezeit ist angebrochen, und ich bin nach wie vor sehr zufrieden. Das Wichtigste für mich: ich habe in den letzten Monaten viel dazugelernt. Nicht nur inhaltlich, sondern auch darüber, wie ich Projekte konzipiere, durchführe, sie abrechne und was im Kontakt mit Kunden wichtig ist. Ich habe für mich außerdem herausgefunden, dass mir kreatives Arbeiten mehr Spaß macht als ein reiner Beraterjob. Mit meinem Mentor habe ich vereinbart, dass ich nach Möglichkeit auf Projekten eingesetzt werde, die dem auch gerecht werden. Parallel arbeite ich noch an meiner Masterarbeit – das  ist natürlich eine Herausforderung. Besonders freue ich mich darüber, dass ich meine Traineezeit verkürzen kann, und noch in diesem Jahr zum Junior befördert werde.

    Welche Aufgaben hast du?

    Mein Aufgabenbereich als Trainee hängt natürlich von der Organisation der Agentur ab. komm.passion ist komplett projektbasiert und lateral aufgestellt. Das heißt, ich arbeite in unterschiedlichen Rollen gleichzeitig auf verschiedenen Projekten: mal bin ich Mitarbeiterin, die Aufgaben zugeteilt bekommt, mal sage ich anderen auf meinem Projekt, was ich von ihnen möchte. Konkret bearbeite ich ad hoc Anfragen von Kunden und stehe im engen Austausch mit ihnen, ich bin an der Konzeption neuer Projekte und der dafür notwendigen Recherche beteiligt, schreibe Artikel für ein Magazin oder auch mal an einem Drehbuch mit. Mein bisheriges Highlight? Eine internationale Pressekonferenz, die ich mit zwei Kollegen organisiert habe und die super gelaufen ist.

  • GPRA-Roadshow: Aha-Erlebnisse auf beiden Seiten markieren notwendige Aufklärungsarbeit

    GPRA-Roadshow: Aha-Erlebnisse auf beiden Seiten markieren notwendige Aufklärungsarbeit

    Wiesbaden 6. September 2019 – Am 11. Dezember findet die letzte Diskussionsrunde der vom „PR-Journal“ initiierten Roadshow statt, bei der die GPRA im Laufe des Jahres 2019 die wichtigsten Studenten-Initiativen besucht. Gastgeber sind dann die Leipziger Public Relations Studenten (LPRS). Bereits fünf Stopps gab es bei den Studierenden in Hannover, Münster, Hohenheim, Lingen und Mainz/Darmstadt. So divers wie die Kommunikationsausbildung inzwischen ist, so waren auch die einzelnen, immer wieder unterschiedlich zusammengesetzten Debattenrunden. Als stellvertretende Präsidentin der GPRA möchte ich ein Zwischenfazit ziehen.

    Was schnell klar wurde: Das Roadshow-Format muss mehreren Anforderungen auf einmal genügen – die Fragen der Studenten beantworten, Informationen zum Berufseinstieg in Agenturen liefern, den Mehrwert von Traineeprogrammen klar machen, Karrieremöglichkeiten in Agenturen aufzeigen und über die sich wandelnden Agenturstrukturen und -modelle aufklären.

    Letztlich führte das breite Themenspektrum zu einer sachlichen Auseinandersetzung, die den viel geforderten Aspekt der Wertschätzung in unterschiedlichen Zusammenhängen beleuchtete. Jede Debatte hat für die Agenturen und die GPRA dabei mit neuen Erkenntnissen versorgt. Allen hat die Roadshow verdeutlicht, dass das Traineeship für den Nachwuchs eine Black Box ist, die von tradierten Vorstellungen umgeben ist.

    Das Traineeship hat die Beraterpersönlichkeit und Führungskompetenzen im Fokus

    Alle Young Professionals aus den Agenturen konnten mit Vorurteilen wie „billige Arbeitskräfte“, „im Traineeship wird nicht richtig gearbeitet“, „Traineeship bietet doch keine echte Herausforderung“ oder „nicht noch ne Ausbildung!“ aufräumen. Klar wurde aber auch, dass es beim Traineeship weniger um eine Grundausbildung geht, als um eine Weiterqualifizierung für den Berater-Job. Als Berufseinsteiger treffe ich hier die erste Karriere-Entscheidung: Will ich Berater werden oder doch eher Spezialist in einem Kommunikationsbereich – zum Beispiel Social-Media-Manager oder Redakteur.

    Die Absolventen sind top-ausgebildete Fachexperten, die im ersten Job das Handwerk verfeinern und sich Routine erarbeiten. Die Rolle des Beraters verlangt inzwischen aber mehr, als ein Kommunikationsexperte zu sein und das Handwerk zu beherrschen. Es braucht die intensive Auseinandersetzung mit der Rolle des Beraters, der vom Kunden als „Trusted Advisor“ akzeptiert und geschätzt wird. Deshalb blicken Agenturen bei der Anschlussqualifizierung zum Berater auf Persönlichkeits- und Sozialkompetenzen sowie Führungskompetenz. Und das macht das Traineeship in Agenturen schon ziemlich einzigartig. Schließlich geht es bei allem immer um Verantwortung und Führung: für sich selbst in der Beraterrolle, in Bezug auf die persönliche Weiterentwicklung, in der Beziehung zum Kunden und seinem Budget. Die Liste lässt sich weiter fortsetzen. Agenturen brauchen Beraterpersönlichkeiten, und die werden erst im Job entwickelt.

    Mentoring erleichtert die Übernahme von Verantwortung

    Dies erklärt auch, warum die GPRA-Agenturen dem Mentoring einen hohen Stellenwert beimessen. Dabei treffen sie auch den Nerv der Studenten: der Ruf nach Verantwortung war genauso laut wie der nach einem Mentor. Die Frage nach Mentoring-Programmen wurde entsprechend auch häufiger gestellt. Letztlich ruft die Übernahme von Verantwortung in einem Kundenmandat auch mal kritische Situationen hervor oder braucht Entscheidungen, die man als Einsteiger kaum alleine treffen kann und am Ende auch will. Budgets und die eigene Arbeit zu verteidigen, erfordert einiges an Leadership – und im ersten Jahr des Berufseinstiegs vor allem ein Auffangnetz. Der Weg zur Beraterpersönlichkeit ist nicht in drei Monaten gegangen, das braucht Sparring, Zeit, Training-on-the-Job und weitere Qualifizierung. Die Hochschulausbildung kann und soll dies nicht leisten. Zumal es auch keine echten Studiengänge für „Beratung“ gibt. Als Werkstudent und Praktikant lernt man zwar viel über das Kommunikationshandwerk und verfeinert seine Fachkompetenzen. Das ist aber nur ein Teil dessen, was in Agenturen an Kompetenzen benötigt wird. Und das unterscheidet zumindest die Traineeprogramme der GPRA-Agenturen von denen in Unternehmen.

    Bei den bisher rund 80 Teilnehmern der Roadshow gab es dazu einige Aha-Erlebnisse. Um diese „Ahas“ einem größeren Kreis zur Verfügung zu stellen, haben wir bei über 30 GPRA-Agenturen umfangreiche Informationen zu den jeweiligen Traineeprogrammen und Volontariaten zusammengetragen. Mit dem Relaunch der neuen Verbandswebseite werden sämtliche Informationen sukzessive in den Karrierebereich übertragen. Dazu zählt auch das notwendige Kompetenzset für Berater.

    Die GPRA gibt Empfehlung an ihre Agenturen und den Studenten Orientierung

    Was ein Verband tatsächlich leisten kann, war in diesem Zusammenhang ebenfalls ein Diskussionspunkt – die GPRA bietet mit Arbeitskreisen zum Thema Nachwuchs und Berufseinstieg und auch dem „Professoren-Roundtable“ Plattformen für Agenturen und Hochschulen, um Schnittstellen bei der Nachwuchsarbeit zu identifizieren, zu diskutieren und diese weiterzuentwickeln. Die Aha-Erlebnisse der GPRA sind direkt in diese Austauschrunden eingeflossen und münden in Informationskampagnen und Empfehlungen für Agenturen bei der Arbeit mit dem Kommunikationsnachwuchs.

    Auf der GPRA-Agenda stehen daher auch Themen wie „Individualisierte Einstiege in Kommunikationsagenturen“ und „Vielfältige Job-Profile und Spurwechsel“. Für die Agenturen gehört das inzwischen zum Tagesgeschäft, für die meisten Studierenden war das absolut neu. Dennoch braucht es auch von Seiten der Agenturen immer mehr Flexibilität bei der Gestaltung von Trainee- und Einstiegsprogrammen. Verstärkt wird diese Dynamik durch die zahlreichen Job-Profile für Kommunikatoren, die in Agenturen inzwischen zu finden sind. Die klassische, vertikale Beraterlaufbahn wird ergänzt durch Spezialisten-Karrieren. Gerade deshalb bieten Agenturen flexibel und unproblematisch einen Spurwechsel an – teilweise auch innerhalb von Traineeprogrammen. Daher sind Traineeprogramme eine gute Orientierung für Berufseinsteiger, um ihre tatsächlichen Stärken und Neigungen im Job-Umfeld zu entdecken.

    Echter Nachholbedarf – Vergütungsmodelle werden angepasst und flexibel gestaltet

    Im Kern ging es auch immer um die Vergütung von Trainees, die letztlich dazu geführt hat, dass die GPRA die Mindeststandards zum Traineeprogramm in eine Art „Rahmenvereinbarung“ für die Agenturen überführt und den Agenturen inzwischen eine neue Empfehlung in Sachen Trainee-Gehalt gibt. Einige Agenturen haben bereits ihre Einstiegsgehälter für Trainees nach oben angepasst. Die Entwicklung und die Diskussionen gehen auch hier weiter und brauchen eine kontinuierliche Auseinandersetzung. Was leider viel zu häufig unter den Tisch fällt: Agenturen bieten dem Nachwuchs auch deshalb die Weiterqualifizierung über ein Traineeship an, um ihren jeweils individuellen und speziellen Anforderungen an Berater Rechnung zu tragen. Zumindest die GPRA-Agenturen betrachten die Weiterqualifizierung als gutes und lohnendes Investment, hinter dem viel Zeitaufwand, harte Kosten und Innovationsarbeit steht.

    Letztlich bringt die öffentliche Debatte mehr Achtsamkeit für die Nachwuchsarbeit in den Agenturen hervor und räumt mit einigen hartnäckigen Vorurteilen systematisch auf. Die Roadshow ist der Anfang einer längst überfälligen Debatte mit den Agenturen, Hochschulen und Studenten und ist für die GPRA der Startpunkt einer umfassenderen Kommunikation zu den Angeboten für Berufseinsteiger und Karrieremöglichkeiten in Agenturen. Mit dem sukzessiven Ausbau des Karrierebereichs auf der neu gestalteten Verbandswebseite gpra.de soll ein Informationshub entstehen, das auch die aktuellen Debatten widerspiegelt – sie aber nicht ersetzt.

    Über die Autorin: Alexandras Groß ist seit 2019 Vorstandsvorsitzende der Fink & Fuchs AG. In ihrer Rolle ist sie verantwortlich für die übergeordnete Gesamtleitung und die strategische Weiterentwicklung der Kommunikationsagentur. Seit Mai 2017 ist sie zudem stellvertretende Präsidentin der GPRA – Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland.

    Erschienen: PR-Journal

  • DRPR rügt Täuschung der Öffentlichkeit im Fall HeiScreen

    DRPR rügt Täuschung der Öffentlichkeit im Fall HeiScreen

    Darmstadt, 16.08.2019 – Nach intensiver Überprüfung und Anhörung aller beteiligten Parteien hat der Deutsche Rat für Public Relations dem Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg und der HeiScreen GmbH eine Rüge wegen bewusster Falschbehauptung und Täuschung der Öffentlichkeit ausgesprochen.

    Hintergrund ist eine von beiden Parteien initiierte Medienkampagne, in der als „Weltneuheit“ ein angeblich marktreifer Bluttest zur Krebsdiagnostik präsentiert wurde.

    Der Rat hatte sich zur Prüfung des Falles entschieden und sieht es als erwiesen an, dass beide Parteien bei der Vorstellung des „neuen“ Verfahrens zur Diagnose von Brustkrebs eine öffentliche Produktvorstellung zugelassen und begleitet haben, die weder in Wortwahl, Zeitpunkt und Format angemessen, noch im Hinblick auf abgeschlossene Studien und die angekündigte Marktreife der Wahrheit entsprochen hat. Der Rat sieht damit die Anforderungen an §9 der Branchenkodizes „Wahrhaftigkeit“ verletzt.

    Der hiermit ursprünglich verbundene Verdacht der Marktmanipulation durch Absenderintransparenz konnte indes im Rahmen der Prüfung nicht nachgewiesen werden. Hier ermittelt weiterhin die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität Mannheim. Auf Initiative der HeiScreen GmbH war auch der Ex-BILD-Chef Kai Diekmann in die Kampagne eingebunden. Seine genaue Rolle ließ sich allerdings nicht genauer klären.

    KONTAKT

    Geschäftsstelle des Deutschen Rates für Public Relations
    Hochschule Darmstadt
    Dekanat FB Media
    Haardtring 100
    64295 Darmstadt
    Tel. +49 6151 16-39442
    Fax+49 6151 16-39445
    E-Mail: info@drpr-online.de 
    www.drpr-online.de 

    getragen von DPRG GPRA BDP
    Trägerverein des Deutschen Rates für Public Relations e.V.
    c/o GPRA e.V.
    Bertold-Brecht-Platz 3
    10117 Berlin
    Vorsitzender Uwe A. Kohrs
    Stellv. Regine Kreitz
    Vereinsregister Berlin VR 31817 B

     

    Weitere Beiträge

  • Galina Ponomareva über den Berufseinstieg als Trainee in der Beratung

    Galina Ponomareva über den Berufseinstieg als Trainee in der Beratung

    Galina Ponomareva entschied sich schon während des Studiums für die PR-Branche und stieg neben ihrem Master als Trainee bei Public Relations von Hoyningen-Huene ein. Heute ist sie dort in der Beratung tätig.

    Viele stellen sich nach dem lang ersehnten Bachelor-Abschluss diese Frage: Soll jetzt der Master-Studiengang her oder stürze ich mich direkt ins Arbeitsleben? So ging es auch mir damals.

    Zum Glück fiel die Entscheidung für die PR-Branche schon im Laufe meines Studiums „Medien und Kommunikationswissenschaften“ an der Universität Hamburg. Inspiriert durch ein 6-wöchiges Praktikum in der Public Relations Agentur v. Hoyningen-Huene in Hamburg hatte ich mich entschlossen in diesem Bereich meine künftige Karriere zu planen.

    Nachdem ich mich nach Einstiegsmöglichkeiten in verschiedenen Agenturen umgeschaut hatte, fiel meine Wahl auf ein Trainee-Programm der PRvHH, bei dem ich parallel meinen konsekutiven Master „Media Studies“ absolvieren konnte. Die schwierige Entweder-Oder-Entscheidung konnte ich damit umgehen. Großartig? Natürlich. Danach wurde es noch besser!

    Praktische Erfahrungen sind in vielen Branchen oft ebenso wichtig wie ein guter Abschluss. In der PR-Branche ist es nicht anders. Während meiner Traineezeit konnte ich mir in meinem eigenen Tempo die wichtigsten Kenntnisse und Kompetenzen für den Berufseinstieg aneignen. Die gründliche Einarbeitung und die intensive Betreuung von erfahrenen Kollegen ermöglichten es mir, gleich in langfristige Projekte unterschiedlicher Kunden einzusteigen und Real-Life-Projekte mitzusteuern. Einen tieferen Einstieg konnte ich mir nicht vorstellen. Beim „Reinschnuppern“ in verschiedene Branchen und durch die Arbeit mit unterschiedlichsten Agenturabläufen konnte ich schnell herausfinden, wo meine Stärken und Schwächen liegen. Meine eigene Richtung für eine intensivere Weiterbildung war gefunden.

    Parallel zu meinem Masterabschluss beendete ich das Traneeship, wurde fest als PR-Beraterin angestellt und konnte sofort das ganze Spektrum der Beratungsaufgaben mit voller Verantwortung übernehmen. 

    Heute denke ich gern an die Zeit als Trainee zurück. Kein Druck. Wenig Stress. Als Trainee bist Du da, um viel zu lernen. Es wird von Dir nicht erwartet, dass Du bereits alles weiß, alles kannst oder direkt die volle Verantwortung übernimmst. Die Kollegen stehen Dir zu Seite. Du hast Zeit dich in der Branche zurechtzufinden, Deine eigene Agentur kennenzulernen und weiterführende berufliche Kontakte zu knüpfen. Ein Traineeship erhöht darüber hinaus die Chancen auf eine Übernahme enorm und legt den Grundstein für eine langfristige Anstellung.

  • Laura Zimmermann zu ihrem Berufseinstieg bei komm.passion

    Laura Zimmermann zu ihrem Berufseinstieg bei komm.passion

    Laura Zimmermann ist Junior Beraterin im Bereich Health Care bei komm.passion und berichtet von ihrem Einstieg über ein Traineeship in die Agentur.

    Wie war der Einstieg?

    Als ich zu komm.passion kam, brachte ich sowohl wissenschaftliche als auch kommunikative Erfahrungen mit: Nach meinem Studium der Molekularen Biowissenschaften, absolvierte ich Praktika in zwei verschiedenen Pressestellen. Zuerst beim Deutschen Krebsforschungszentrum und dann beim Springer Verlag in Heidelberg. Anschließend war ich für zwei Jahre als Pressereferentin am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin tätig. Trotz dieser Vorkenntnisse entschied ich mich für ein verkürztes Traineeship, da die Arbeit in einer Agentur Neuland für mich bedeutete. Dies bereue ich nicht, sondern schätze es sehr, wie viel Zeit sich meine Mentorin sowie die weiteren Kolleginnen und Kollegen genommen haben, um mich in neue Aufgaben einzuarbeiten und ausführliches Feedback zu geben. Die Feedbackkultur ist uns bei komm.passion auf allen Ebenen sehr wichtig und ich freue mich, dies jetzt als Junior Beraterin selbst an unsere neuen Trainees weitergeben zu können.

    Was spricht für ein Traineeship?

    Weitere Punkte, die mich an einem Traineeship bei komm.passion reizten, waren zum einen die agile und laterale Arbeitsorganisation der Agentur und zum anderen ihr strukturiertes Weiterbildungsprogamm, genannt komm.passion Academy. Zu Anfang erhielt ich gemeinsam mit weiteren Trainees viele verschiedene interne Einführungsseminare, unter anderem zu Arbeitssoftware, Mediaplanung und Projektmanagement in der Agentur. Fortlaufend wurden aufbauende oder vertiefende Seminare angeboten, wie zu Marktstrategien, kaufmännischen oder rechtlichen Fragen. Unsere Academy ermöglicht es uns, ständig up-to-date zu bleiben und sich auf unterschiedliche Laufbahnen in der Agentur vorzubereiten, indem man zum Beispiel Softskills zur Mitarbeiterführung erwirbt.

    Wie lief das Traineeship?

    Über die Zeit meines Traineeships wuchs die Kundenverantwortung: Während ich anfangs viel auf internen Auftrag zuarbeitete und die Fäden jeweils bei einem sogenannten „Project Owner“ zusammenliefen, wurde mir im Verlauf stetig mehr Verantwortung übertragen, sodass ich selbst zur Teilprojektleiterin für verschiede Kunden wurde. Bei komm.passion haben wir dazu keine festen Teamstrukturen, sondern arbeiten in agilen Projektteams. Der Project Owner koordiniert die Aufgaben und wird beratend von einem erfahrenen „Supervisor“ unterstützt. Je nach Projektphase und freien Arbeitskapazitäten wird dann versucht, die Arbeitszeit aller Beschäftigten – egal ob Trainee oder Creative Director – bereits eine Woche im Voraus auf die anstehenden Aufgaben zu verteilen.

    Spannend ist, dass man innerhalb der Agentur mehrere Rollen gleichzeitig übernehmen kann und auch kurzfristig immer wieder bei „New Bizz“-Projekten eingebunden ist. Während man als Ansprechpartner für einen Kunden Projekte vorantreibt, hat man meist noch einzelne Aufgaben für andere Projekte auf dem Tisch liegen – Recherchen zu Wettbewerbern, Medienbeobachtungen, Pressemitteilungen, etc. Dabei kann jeder eigenes Wissen einbringen und Ideen weiterentwickeln.

    Welche Aufgaben hast du?

    Hauptsächlich betreue ich Projekte für Fachzielgruppen, d. h. Ärzte oder Apotheker. Dafür muss ich einerseits – wie ich es aus meinen Studium kenne – wissenschaftlich arbeiten und tief in die Themen einsteigen. Andererseits geht es sehr strategisch zu: das Kernproblem der Zielgruppe identifizieren, sich vom Wettbewerb abgrenzen ohne zu diskriminieren, Kernbotschaften entwickeln und vermarkten sowie unsere Performance analysieren.

  • Storytelling bei Spezialprodukten (Fink & Fuchs)

    Glasklar und Drachenstark: Wie Storytelling bei Spezialprodukten funktioniert

    Feuer- und Kälte-beständiges Spezialglas aus Quarzsand, Kalk, Soda und ein paar weiteren unerheblichen Inhaltsstoffen: Das regt nicht gleich die Fantasie an. Um das zu ändern, haben wir gemeinsam mit unserem Kunden SCHOTT dessen Produkte auf eine ausgefallene Art und Weise inszeniert: ein Video in Anlehnung an ein Epos, das genau wie Spezialglas auch viel mit Eis und Feuer zu tun hat.

  • Die Marke Weber als Erlebnis (fischerAppelt)

    fischerAppelt positioniert Weber-Stephen als den Grillexperten. Dabei steht die Vermittlung des Weber-Lebensgefühls an erster Stelle. Grillfans werden mit kreativem Content an allen Touchpoints angesprochen: Online und offline, klassisch und digital. Zusammen mit fischerAppelt wird die Marke Weber erlebbar gemacht.

  • Crossmedia-Imagekampagne für Lidl (fischerAppelt)

    Die Lidl Gerneküche

    Produktqualität ist heute das Kriterium, wenn es um Nahrungsmittel geht. Und um die zu demonstrieren, reicht es nicht aus, zu zeigen, woher die Produkte kommen. Man muss auch zeigen, was man mit ihnen machen kann. Und zwar so, dass es auch im Alltag möglich ist – und dabei nicht langweilig ist. In dem crossmedialen Kochformat kocht Sternekoch Kolja Kleeberg ausschließlich mit Lidl-Produkten jeden Monat saisonale Highlights. Die Inhalte werden als Filialmagazin, online auf lidl-kochen.de, mit der Web-Show „Kolja kocht mit“ auf YouTube und via Social Media auf Facebook und Instagram jeden Monat in den Fokus gerückt. In seiner Web-Show kocht Kolja abwechselnd mit Promis, YouTubern und Verbrauchern. Mit dem Hashtag #machwasdraus können sich Verbraucher auf Instagram direkt für das Format bewerben.