Schlagwort: Young Professionals

  • Onboarding in Agenturen: Alle an Bord!

    Onboarding in Agenturen: Alle an Bord!

    Der Start in den Agenturalltag ist spannend – vor allem für Young Professionals. Ein gutes und strukturiertes Onboarding kann den Einstieg erleichtern. Doch es gibt einiges zu beachten.

    Und plötzlich ist er da – der erste Arbeitstag. Ob frisch von der Uni oder nach einem Jobwechsel: Wer als Young Professional (oder auch als Kollegin oder Kollege mit längerer Berufserfahrung) in den Arbeitsalltag startet, darf sich auf eine aufregende Zeit freuen. Umso wichtiger: ein strukturierter Onboarding-Prozess. Dass genau diese Strukturen in vielen Unternehmen noch fehlen, zeigt eine aktuelle Umfrage von Haufe zum Thema Onboarding. Ein Ergebnis: Bei 56 Prozent der Befragten führen falsche Erwartungen des Onboardees zu frühzeitiger Fluktuation.

    Onboarding – menschlich, fachlich, prozessual

    Wenn es um den Einstieg in eine PR-Agentur geht, erwartet neue Mitarbeitende jede Menge neuer Input. Neue Kolleginnen und Kollegen, neue Abläufe, neue Themen. Beim Onbarding stehen deshalb die schnelle und effektive Einarbeitung des oder der neuen Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Weil Agenturarbeit People Business ist, sind zudem der Austausch mit dem Team und die Vermittlung der Unternehmenskultur entscheidend. Von einem guten Onboarding profitiert übrigens auch der Arbeitgeber, denn schnelle Kündigungen und Abgänge bedeuten für die Agentur verlorene Zeit und Kosten. Eine Win-Win-Situation also.

    „Der Einstieg bei Edelman war meine erste Vollzeitstelle nach dem Studium. Das Agenturgeschäft war außerdem Neuland für mich. Natürlich war ich zunächst etwas aufgeregt. Erleichtert hat mir den Einstieg dabei auf jeden Fall die Tatsache, dass ich an meinem ersten Arbeitstag direkt ins Büro kommen konnte – und so auch die Möglichkeit zum direkten Austausch hatte.“
    – Isabelle Immendorf, Edelman –

    Um den neuen Kolleg:innen einen reibungslosen und positiven Start zu ermöglichen, beginnt gutes Onboarding – Überraschung! – schon vor dem ersten Arbeitstag. Konkret kann das eine Begrüßungsmail ein paar Tage vor Arbeitsbeginn mit allen relevanten Informationen, ein kleines Willkommenspaket nach Hause oder die Einladung zu bereits geplanten Teamevents sein. Am ersten Arbeitstag und in den folgenden Tagen und Wochen stehen der gegenseitige positive erste Eindruck und die Integration im Mittelpunkt. Denn Wertschätzung spürt der neue Kollege oder die neue Kollegin nicht nur durch einen funktionierenden Computer und einen aufgeräumten Schreibtisch, sondern auch durch die Zeit, die man sich für ihn oder sie nimmt.

    „Onboarding findet für mich auf mehreren Ebenen statt: menschlich, fachlich und prozessual. Gutes Onboarding ist für mich, wenn wir als Team die neue Kollegin oder den neuen Kollegen dabei unterstützen, in allen Bereichen gut anzukommen. Gleichzeitig ist es unglaublich wertvoll, wenn neue Mitarbeitende beim Onboarding gute Fragen stellen, Prozesse hinterfragen und neue Impulse mitbringen, die für die Weiterentwicklung unserer Agentur wertvoll sind.“

    – Marina Fritz, consense communications –                 

                                                       

    Anstatt neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sofort in große Projekte einzubinden, sollten sie zunächst kleinere, klar definierte Aufgaben erhalten. So können sie sich schrittweise mit den Arbeitsabläufen und Werkzeugen der Agentur vertraut machen. Es folgt die Einführung in laufende Projekte und Kund:innen sowie die Teilnahme an ersten Meetings und Schulungen. Gerade in der sich ständig wandelnden PR-Branche ist es wichtig, dass Agenturneulinge schnell und sicher auf den neuesten Stand gebracht werden – und sich aktiv einbringen können. Auf zwischenmenschlicher Ebene helfen gemeinsame Teambuilding-Aktivitäten und soziale Events beim Eingewöhnen. Besonders herausfordernd, aber umso wichtiger ist diese soziale Integration, wenn es sich um ein Remote-Onboarding handelt.

    Struktur durch CMS IV
    Was immer hilft, sind klare Zuständigkeiten. Im besten Fall ist es ein erfahrener Kollege, der als Buddy den Neuling unterstützt, Abläufe plant, koordiniert und Aufgaben verteilt. Der Buddy führt zudem regelmäßige Feedbackgespräche und Check-Ins durch, spricht Probleme frühzeitig an und unterstützt kontinuierlich – und ist die erste Vertrauensperson.

    „Wenn ich neue Mitarbeitende beim Onboarding unterstütze, helfen mir als Kollegin auf jeden Fall Checklisten für den Start. Das Gleiche gilt für vorbereitete Präsentationen – sei es über das eigene Team, unsere Agentur oder bestimmte Kunden. Ebenfalls wichtig im Onboarding-Prozess: rechtzeitige Termine mit wichtigen Schnittstellen wie HR, Buchhaltung oder weiteren Expert:innen.“

    – Johanna Bohrer, fischerAppelt –

    Als Qualitätsmanagement-System mit Gütesiegel hat der Consultancy Management Standard IV (kurz: CMS IV) in GPRA-Agenturen interne Prozesse, Arbeitsweisen und Geschäftsabläufe im Blick – und damit auch den Bereich Onboarding. Das Ziel: Effizienz und Verbesserungsmöglichkeiten regelmäßig überprüfen und optimieren. Möglich wird das durch klar definierte Rollen, eine transparente Dokumentation von Wissen und strukturierte Abläufe. All das hilft sowohl dem Buddy als auch dem neuen Kollegen oder der neuen Kollegin, den Einstieg gemeinsam bestmöglich zu gestalten. In diesem Sinne: Alle an Bord? Dann kann es ja losgehen!

    Autorin: Katrin Lefèvre


    Veröffentlicht am 28.06.2024


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    YOUNG PROFESSIONALS IN ZEITEN VON CORONA: VIRTUELLES ONBOARDING UND DAS ALS BERUFSEINSTEIGER:IN?

  • GPRA Mitgliederversammlung zum 50-jährigen Jubiläum

    GPRA Mitgliederversammlung zum 50-jährigen Jubiläum

    • GPRA feiert 50-jähriges Bestehen
    • Alle Mitgliedsagenturen sind CMS-zertifiziert
    • Jahresprogramm für 2024/2025 verabschiedet

    Berlin, 07.06.2024 – Die Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland (GPRA) hat am Mittwochabend mit zahlreichen Gästen ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Mit der Gründung 1974 hat sich der Branchenverband zum Ziel gesetzt, professionelle Standards für die PR- und Kommunikationsberatung zu entwickeln und durchzusetzen. Ein wichtiger Meilenstein war zuletzt die Einführung des internationalen Qualitätssiegels „Consultancy Management Standard“. Alle in der GPRA organisierten Agenturen sind inzwischen nach dem Qualitätsstandard zertifiziert und dokumentieren damit einmal mehr den hohen Qualitätsanspruch an ihre Arbeit.

    Zeitgleich zum Jubiläum fand auch die diesjährige Mitgliederversammlung statt, bei der das Programm für 2024/2025 verabschiedet wurde. Schwerpunkte sind Projekte zur Nachwuchsförderung, die Weiterentwicklung des Qualitätsstandards, Auswirkungen von KI auf Agenturen und die stärkere Zusammenarbeit mit weiteren Kommunikationsverbänden. Erst im nächsten Jahr steht die Neuwahl des Präsidiums an.

    Fünf Jahrzehnte GPRA

    1974 als Interessensgemeinschaft einiger namhafter PR-Agenturen gegründet, hat der Verband seitdem erhebliche Erfolge und Maßstäbe in den Bereichen Ausbildung, Nachwuchs, Qualitätsmanagement und Transparenz gesetzt. Zwölf Präsidentinnen und Präsidenten haben den Verband seit seiner Gründung geprägt und geführt.

    Alexandra Groß, Präsidentin seit 2021: „Im Kern war die Mission der GPRA schon immer, unseren Berufsstand zu professionalisieren, dem Ganzen einen Rahmen zu geben und sich gemeinsamen Werten zu verpflichten. Wichtige Errungenschaften des Verbands waren beispielsweise die Einführung des international anerkannten Qualitätsstandards und ein deutlicher Imagewandel des Berufsfeldes Kommunikationsberatung. Was die GPRA als Interessensgemeinschaft auszeichnet, ist der lebendige und stete Diskurs, der Gestaltungswille und der Mut, Neues zu wagen.“

    Zu den Gästen der Jubiläumsfeier zählten auch einige ehemalige Präsident:innen des Verbands. In einem Generationen-Projekt haben die GPRA Young Professionals mit einer Reihe der Präsident:innen eine lebendige Chronik des Verbands erarbeitet – ein Novum in der 50-jährigen Verbandsgeschichte. Auszüge aus den Interviews wurden in einem Video zusammengefasst.

    Alle Mitglieder der GPRA erhalten Qualitätsnachweis

    Im Rahmen der Qualitätszertifizierung, die inzwischen ausnahmslos alle Mitgliedsagenturen erreicht haben, unterstreicht die GPRA einmal mehr ihren Anspruch, einen Verband von Agenturen mit einem hohen Professionalisierungsgrad zu repräsentieren. Seit 2024 gilt das angepasste Qualitätsmanagementsystem CMS IV, welches um die Prozessbereiche Nachhaltigkeit, Ethik und Diversity erweitert und damit aktuellen Schwerpunkten der Branche angepasst wurde.

    Jahresprogramm 2024/2025
    Die Nachwuchsförderung und das damit verbundene Ziel, junge Menschen nachhaltig für die Arbeit als Kommunikationsberater:innen in Agenturen zu begeistern, ist und bleibt ein Schwerpunkt der GPRA. Ein neuer Arbeitskreis setzt sich mit der Frage auseinander, wie sich KI auf die Geschäftsmodelle von Agenturen auswirkt und diese verändert. Ein weiterer Arbeitskreis zum Thema Akzeptanz-/Partizipationskommunikation hat das Ziel, Kommunikator:innen auf Unternehmens- und auf Agenturseite mit der Etablierung von Standards und Richtlinien bei der Organisation der Kommunikationsvorhaben zur Klimatransformation zu unterstützen. So sollen allen Beteiligten effektive und sachorientierte Dialoge ermöglicht werden. Diese historische Herausforderung wollen die Kommunikationsverbände DPRG und GPRA gemeinsam angehen.

    Über die GPRA

    Die GPRA ist seit 1974 der Verband der führenden PR- und Kommunikationsagenturen Deutschlands und hat ihren Sitz in Berlin. Mit strengen Aufnahmekriterien und hohen Anforderungen an ihre Mitglieder setzt sie Standards in der PR-Branche und fördert den Austausch zwischen den Mitgliedern und Meinungsbildnern. Die GPRA repräsentiert 31 Agenturen mit circa 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Marktanteil von 54 Prozent.

    Pressekontakt

    GPRA e.V.

    Bachstr. 12

    10555 Berlin

    Tel. 030 405599-38

    E-Mail: geschaeftsstelle@gpra.de

    www.gpra.de   


    Fotogalerie zur Jubiläumsfeier am 6. Juni 2024 in Frankfurt am Main

    Fotos: Ben Pakalski

  • Krisenkommunikation bei einer Cyberattacke – aber wie?

    Krisenkommunikation bei einer Cyberattacke – aber wie?

    Cyberattacken können jede:n treffen. Wie sich Kommunikator:innen zielgerichtet für den Krisenfall wappnen, offenbart unser Neuland-Event.

    Zweifelsohne: Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet zahlreiche Chancen für Unternehmen. Gleichzeitig birgt sie aber auch neue, weitreichende Risiken. Seit Jahren nimmt organisierte Kriminalität im Cyberspace deutlich zu, die Angriffe werden zudem immer raffinierter und unberechenbarer. Die Frage nach dem „Ob“ einer Cyberattacke stellt sich daher für Unternehmen kaum mehr; vielmehr rücken das „Wann“ und das „Wie“ in den Fokus. Welche Kommunikationsstrategien helfen im Ernstfall? Welche Akteur:innen braucht es, um eine solche Krise zu bewältigen? Und welche rechtlichen Anforderungen spielen dabei eine Rolle?

    Um möglichst präzise Antworten auf diese Fragen zu erhalten, luden wir drei echte Themenexperten zu unserem Neuland-Event am Dienstag, 5. März 2024, ein: Nino Tlapak, Partner bei DORDA Rechtsanwälte GmbH, Volker Pulskamp, Head of Corporate Communications & Crisis Lead Germany bei FleishmanHillard, und Vince Lehmann, CEO bei Unico Data AG.

    Schnell, korrekt und transparent kommunizieren

    Nino Tlapak ließ die rund 60 Teilnehmer:innen zu Beginn des Events durch seine juristische Brille blicken: Einen starken Anstieg beobachtet er derzeit bei Ransomware-Attacken, DDoS-Attacken und Social Engineering. Die Gemeinsamkeit dieser Angriffe: Sie starten meist mit einer erfolgreichen Phishing-Attacke und entpuppen sich als besonders tückisch, da Angreifer:innen oft mehrere Monate unbemerkt auf das System zugreifen und sich dort von User:in zu User:in hangeln. Zu ihren Motiven zählen beispielsweise die Erpressung von Lösegeld und politische Hintergründe. Auf was es aus kommunikativer Sicht konkret im Fall einer Cyberattacke ankommt, erklärte Volker Pulskamp: „Erfolgsfaktoren in der Krise sind Schnelligkeit, Richtigkeit und Transparenz. Zudem fallen je nach Situation unterschiedliche Aspekte bei der Auslegung der Kommunikationsstrategie ins Gewicht: Ist das betroffene System komplett oder nur teilweise verschlüsselt? Ist der Vorfall schon öffentlich bekannt? Wie schnell merken Kund:innen, dass etwas nicht stimmt? Gibt es vertragliche Verpflichtungen?“

    Gute Vorbereitung ist nicht alles

    Vince Lehmann hat mit seinem Unternehmen einen Ransomware-Angriff bereits erlebt – und bewältigt. Daher weiß er: Cyberkriminalität lässt sich auch mit einer durchdachten Vorbereitung nicht vollumfänglich ausschließen. Korrekte und effiziente Prozesse, Zertifizierungen sowie wiederkehrende Schulungen für Mitarbeitende seien zwar hilfreich, dennoch können Schwachstellen beispielsweise bei Kund:innen, Partner:innen oder Zuliefer:innen liegen, erklärte Vince Lehmann. Deshalb sei es enorm wichtig, sich konkrete Lösungsstrategien für den Ernstfall zurechtzulegen. Volker Pulskamp ergänzte: „Krücken für die Kommunikation sind vorgefertigte Textbausteine, wie Kundenstatements, Handzettel für Mitarbeitende und Pressemitteilungen, und ein Krisenstab aus erfahrenen Spezialist:innen. Dazu gehören Entscheider:innen, IT- und Kommunikationsverantwortliche, Legal-Expert:innen sowie interne oder externe Forensiker:innen und Datenschutzverantwortliche.“ Nino Tlapak empfahl zudem, die vorbereiteten Muster regelmäßig auf Aktualität zu prüfen. Dabei sei eine enge Abstimmung mit Ansprechpartner:innen aus HR, IT sowie der Kommunikations- und Rechtsabteilung von zentraler Bedeutung.

    Zusätzlich legte Volker Pulskamp den Anwesenden die Simulation eines Cyberangriffs ans Herz. In dieser spielen die Beteiligten innerhalb von vier Stunden drei Tage einer Cyberattacke durch und meistern dabei im Viertelstundentakt verschiedene Extremsituationen. Denkbare Trigger seien Medienanfragen, die Kundenansprache oder unterschiedliche Eskalationsstufen.

    Was tun im Krisenfall?

    Doch was passiert, wenn der Ernstfall tatsächlich eintritt? Unico Data machte als betroffenes Unternehmen eines Cyberangriffs vier Kommunikationsphasen durch, wie Vince Lehmann verriet. Zu Beginn sind in der „Major-Incident-Phase“ verschiedene externe Kommunikationskanäle, wie SMS, die Startseite der Webseite und eine Bandansage auf dem Anrufbeantworter zu bespielen. Im zweiten Schritt gilt es, die eigenen Mitarbeitenden zielgerichtet zu informieren, um negative Emotionen und Spekulationen zu vermeiden. Zudem sollten Richtlinien sowie Verantwortlichkeiten für die Kundenkommunikation weit oben auf der Agenda stehen. „Bei der Kundenansprache ist der persönliche Kontakt entscheidend. Hier lohnt es sich, das Telefon in die Hand zu nehmen, um Nähe zu vermitteln und das Vertrauen zu fördern“, riet Vince Lehmann. Die Kommunikation mit Behörden, der Polizei und einem nationalen Zentrum für Cybersicherheit haben ebenfalls hohe Priorität. Dasselbe gilt für Stellungnahmen in Form von Pressemitteilungen oder auf einer Pressekonferenz.

    Die anschließende Wiederaufbauphase lebt von täglichen Statusreports, persönlicher Kommunikation mit Kund:innen und deren individueller Beratung. Mindestens genauso fundamental ist im Nachgang die Aufarbeitung der Cyberattacke durch eine Stellungnahme, in der strategische und operative Maßnahmen transparent nach außen kommuniziert werden. Dass dies ein echter Drahtseilakt werden kann, offenbarte Vince Lehmann: „Die Herausforderung besteht darin, Kund:innen kontinuierlich mit neuen Informationen zu versorgen – selbst wenn sich noch keine weiteren Entwicklungen ergeben haben. Transparenz und der Schutz von sensiblen Details kollidieren hier schnell miteinander. Das stellt nicht nur organisatorisch und kommunikativ, sondern auch nervlich eine echte Herausforderung dar.“ Dennoch sei Transparenz ein elementarer Faktor, wie Volker Pulskamp betonte: „Wer offen kommuniziert, wird erfahrungsgemäß viel Verständnis erfahren. Ich rate dringend von einer Salami-Taktik ab, bei der Verantwortliche immer nur unter Zugzwang Informationen preisgeben. Das schadet letztendlich der Reputation. Zielführender ist es, eine aktive Rolle im ‚Driver-Seat‘ einzunehmen, um das Geschehen rund um den Cyberangriff so gut wie möglich zu steuern.“

    Keine Krisenbewältigung ohne Eigeninitiative

    Unabhängig davon betreffen derartige Attacken in der Regel personenbezogene Daten, sodass die Meldefrist von 72 Stunden nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) unbedingt zu beachten ist. Das sei gerade dann herausfordernd, wenn die Angriffe wie üblich Freitag über Nacht starten, ergänzte Nino Tlapak. Abseits der gesetzlichen Vorgaben seien vertragliche Verpflichtungen und Obliegenheiten genauestens unter die Lupe zu nehmen. Das treffe nicht nur auf Cyberversicherungen zu, wie der Experte fortführte: „Wann muss ich die Versicherungsverantwortlichen über welchen Kanal informieren? Was habe ich mit meinen Kund:innen, Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen rund um die Geheimhaltung vereinbart? Gibt es dort Pönalen oder vergleichbare Vertragsstrafen? Eine saubere Vorbereitung und Dokumentation in der Präventionsphase wappnet Betroffene hierbei bestmöglich für den Krisenfall.“ Vince Lehmann schloss ab: „Versicherungen sind gewiss ein wichtiges Puzzleteil zur Krisenbewältigung. Am Ende des Tages helfen sie allerdings nur dabei, die Existenz der Betroffenen zu sichern und lösen nicht das eigentliche Problem. Wir als Kommunikator:innen müssen bereit sein, die Krise selbst zu meistern – durch gute Vorbereitung, zielgerichtete Lösungen, Bereitschaft und Willenskraft.“ Die gute Nachricht: Die Kommunikation bietet hierfür in jedem Fall vielfältige Lösungsansätze.

    Über #Neuland

    Gemeinsam knöpfen sich die PRVA Newcomers, Young LSA und die GPRA Young Professionals ab jetzt regelmäßig die Trendthemen der Branche in der Veranstaltungsreihe „Neuland“ vor. Denn: Was für manche noch immer ein Buch mit sieben Siegeln ist, wurde für sie schon längst ein zweites Zuhause. Werdet mit ihnen vom Digital Immigrant zum Digital Native! Auf unseren Social Media-Kanälen (LinkedIn) weisen wir regelmäßig auf die kommenden #Neuland-Veranstaltungen hin. Folgt uns und stay tuned!


    Veröffentlicht am 28.03.2024

  • Nachhaltigkeit in Agenturen: Reine Kommunikation? Strategische Beratung! – Teil 2

    Nachhaltigkeit in Agenturen: Reine Kommunikation? Strategische Beratung! – Teil 2

    Am Donnerstag haben wir mit unserer Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit am Kick-Off-Termin für das Jahr 2024 des Arbeitskreises Nachhaltigkeit der GPRA teilgenommen. Dort unter anderem auf der Agenda: Das im vergangenen Jahr veröffentlichte Positionspapier zum Thema Nachhaltigkeit der GPRA. Darüber haben wir mit Anja Eckert, Vice President Sustainability bei Weber Shandwick und Leiterin des Arbeitskreises Nachhaltigkeit der GPRA gesprochen. Den ersten Teil der Interviews findet Ihr hier.

    Anja: Nachhaltigkeit beschäftigt die Agenturwelt immer mehr – aus vielen Gründen: Veränderte Gesetzgebung, Erwartungen von Mitarbeitenden und weiteren Stakeholdern oder auch Compliance mit sich ändernder Gesetzgebung. Kund:innen und Mitarbeiter:innen fordern Fortschritte und innovatives Denken in diesem Bereich. Viele Agenturen beschäftigen die gleichen Themen in Bezug auf Nachhaltigkeit, beispielsweise DE&I, Fragen verantwortungsvoller Lieferketten, Reduzierung von Emissionen – Entscheidungen bezüglich eines eigenen Reportings. Durch Austausch können wir Synergien schaffen – das war der Grund für die Bildung des GPRA AK Nachhaltigkeit.

    Wir haben uns im Arbeitskreis im letzten Jahr intensiv ausgetauscht, welche Themen uns beschäftigen, wie wir zusammenarbeiten wollen – und wie wir uns zu Nachhaltigkeitsthemen positionieren.  Die Essenz dessen haben wir dann in einem Positionspapier verarbeitet – mit den drei Säulen „Handprint“, „Footprint“, „Brainprint“. Wichtig war uns auch, dass wir unsere eigene Verantwortung als Kommunikationsagenturen ernst nehmen.

    Erste Maßnahmen haben wir im letzten Jahr umgesetzt, zum Beispiel ein kollaboratives Glossar mit Begriffen rund um das Thema „Nachhaltigkeit“. Nachhaltigkeit ist komplex, oft kompliziert und bei viel zu vielen Abkürzungen kann schnell die Orientierung verloren gehen. Das Glossar soll helfen, Komplexität zu reduzieren und einen schnellen Überblick zu verschaffen. Das kann bei Gesprächen innerhalb von Agenturkolleg:innen helfen, aber auch im Austausch mit Kund:innen.

    Im Kickoff-Meeting 2024 letzte Woche haben wir unsere Positionen bestätigt und an einem konkreten Aktionsplan gearbeitet, wie wir die Handlungsfelder in diesem Jahr mit Leben füllen wollen. Das Thema Wissenstransfer wird auch in diesem Jahr eine wichtige Rolle spielen. Stay tuned 😊

    Anja: Eine Verbindlichkeit für die GPRA-Agenturen besteht nicht – aber, unterstützt vom Präsidium, wünschen wir uns Zustimmung und Commitment von möglichst vielen Agenturen. Dass andere Verbände Teile unseres Positionspapiers übernommen haben, freut uns und zeigt, dass wir einen guten Konsenz gefunden haben. Wir hoffen, dass sich viele GPRA-Agenturen wiederfinden und die Positionen als Impulse sehen. In dem Zusammenhang nochmal der Hinweis, dass wir uns über neue Teilnehmer:innen im Arbeitskreis freuen. Wir sind schon gewachsen – das ist toll und das gibt neue Perspektiven, Impulse, Austausch mit spannenden Menschen – also das, wofür Verbandsarbeit im Kern steht.

    Anja: Erstens: Die Agenturstruktur im Arbeitskreis ist sehr heterogen – und wir haben unterschiedlich ausdifferenzierte Fokusthemen und Angebote. Dennoch gibt es viele Gemeinsamkeiten.

    Zweitens: Offener Austausch, Diskussionen – sowohl in persönlichen als auch in digitalen Meetings – sind wertvoll.

    Drittens: Dranbleiben. Wir werden basierend auf den Handlungsfeldern im Positionspapier sukzessive wesentliche Themen anfassen und wo möglich und nötig bei uns selbst anfangen.

    Anja: Nachhaltigkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Viele Kommunikationsagenturen und Kommunikator:innen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Wir können sicherlich viel voneinander lernen und gemeinsam mehr bewegen. Das gilt auch verbandsübergreifend und/oder im Austausch mit anderen Stakeholder:innen. Erste Gespräche zu gemeinsamen Aktivitäten laufen bereits.  

    Anja: Seid konkret, kreativ und konstruktiv! Young Professionals sind häufig das Gewissen – das ist toll! Je konkreter Verbesserungsvorschläge sind, desto erfolgversprechender aus meiner Sicht. Gebt innovative Beispiele und überlegt, wo und wie ihr selbst einen Beitrag leisten könnt. Ein Beispiel wäre zu schauen, wo man selbst Ressourcen sparen kann. Wie kann ich meine Anreise emissionsarm gestalten, wie kann ich verantwortungsvoll mit Material umgehen, mit Energie etc. Ein weiteres Beispiel eher sozialer Art: Wie verhalte ich mich Kolleg:innen gegenüber, wo und wie kann ich mich sozial engagieren? Bei uns zum Beispiel gibt es viele Schulungen zu sozialer Nachhaltigkeit, zum Beispiel zu den Themen Mental Health, Diversity und Antidiskriminierung. Wenn euch dies in euren Agenturen fehlen sollte und sich noch niemand Gedanken darüber gemacht hat, ist das eure Chance, Impulse in diese Richtung zu setzen. Klar ist: Nachhaltigkeit ist nicht nur ein „Muss“, sondern bietet viele Chancen für Agenturen. Setzt euch aktiv und innovativ für die Interessen nächster Generationen ein!

    Lest hier das Positionspapier der GPRA zum Thema Nachhaltigkeit.


    Im Interview mit den GPRA Young Professionals:

    Anja Eckert-Ellerhold

    Vice President, Client Experience Sustainability, Clusterlead & Leiterin des Arbeitskreises Nachhaltigkeit der GPRA

    Weber Shandwick

    LinkedIN-Profil

    Veröffentlicht am 06.03.2024


    Die neuesten Beiträge der GPRA Young Professionals:

    Engagement Rates, Planspiel & Fake News: Das Jahrestreffen der Young Professionals in Frankfurt

    Mehr als griffige Werbeslogans: Authentisches Employer Branding als Schlüssel zu mehr Diversität und Inklusion?

    YP Podcast: Wie Transformation dank Kommunikation zum Erfolg wird

  • Engagement Rates, Planspiel & Fake News: Das Jahrestreffen der Young Professionals in Frankfurt

    Engagement Rates, Planspiel & Fake News: Das Jahrestreffen der Young Professionals in Frankfurt

    Ein Jahr voller Höhepunkte und Herausforderungen: Die Young Professionals blicken zurück auf 2023. Spannende Projekte, erfolgreiche Kooperationen und neue Gesichter – es war ein produktives Treffen in Frankfurt. Es beleuchtete Trends in der Medienarbeit, die geplante Jubiläumsfeier und den Kampf gegen Fake News.

    2023 war ein intensives, abwechslungsreiches und herausforderndes Jahr – da waren sich die Young Professionals einig. Intensiv, weil es an allen Ecken und Enden viel zu tun gab. Abwechslungsreich, weil sich einige Young Professionals verabschiedet haben, die Gruppe aber auch viele neue Gesichter begrüßen durfte. Und herausfordernd, weil auch junge Kommunikator:innen sich immer wieder Veränderungen stellen müssen. Um 2023 Revue passieren zu lassen und das neue Jahr zu planen, trafen sich die Young Professionals am 23. Februar in Frankfurt am Main in den Räumlichkeiten von FleishmanHillard.

    Die Sitzung begann traditionell mit den Berichten aus den Arbeitsgruppen. Die Social-Media-Gruppe konnte von einem starken Anstieg der Followerzahlen und einem guten Engagement auf LinkedIn berichten. Die Gruppe Studierendenarbeit erzählte von ihren Plänen für weitere Hochschulbesuche, um die GPRA und die Nachwuchsgruppe bei Studierenden bekannter zu machen. Zum Thema DACH-Networking berichteten die dort aktiven Mitglieder von zwei erfolgreichen Neuland-Veranstaltungen im Jahr 2023 zu den Themen Diversity & Inclusion und Thought Leadership sowie einem bald anstehenden Event am 5. März 2024. Auch die Podcast-Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Neun Folgen produzierten die Young Professionals für das „Kommunikationscafé“, für das sie im Oktober eine Kooperation mit dem PR-Magazin starteten. Die CMS-Gruppe, die sich mit Qualitätsstandards in Agenturen beschäftigt, veranstaltete eine spannende Interviewreihe zum Thema, während die Ethikgruppe mit einem Planspiel gemeinsam mit dem Deutschen Rat für Public Relations dieses wichtige Anliegen auf die Agenda setzen will.

    Interviewreihe geplant – Besuch von Yasmin Osman

    Im Jahr 2023 hat das Nachhaltigkeitsteam den Austausch mit dem entsprechenden Arbeitskreis der GPRA gesucht und eine Interviewreihe für den Blog auf der GPRA-Website veröffentlicht. Das Website-Team, das für die Inhalte des Blogs verantwortlich ist, platzierte einen bunten Strauß an Themen – unter anderem diesen Nachbericht.

    Besonders gefreut haben sich die Young Professionals über den Besuch von Yasmin Osman, Co-Leiterin des Teams Banken & Versicherungen bei der Wirtschaftszeitung Handelsblatt. Sie sprach über aktuelle Trends in der Medienarbeit, über ihre Prognosen und Wünsche für die nächsten Jahre und darüber, was sie an der Zusammenarbeit mit Agenturen schätzt – und was nicht. Eines sei verraten: Es ist immer gut, sich zu informieren, bevor man eine:n Journalist:in kontaktiert.

    Jubiläum im Sommer – ertragreiche Workshops

    Der Bericht des Präsidiums, vertreten durch Präsidentin Alexandra Groß (Fink & Fuchs) und Präsidiumsmitglied Jelena Mirkovic (komm.passion), fiel ebenfalls sehr positiv aus: Nachwuchs, Qualität und Ausbildung stünden im Vordergrund – und die Young Professionals seien das beste Beispiel dafür. Darüber hinaus richteten beide den Blick auf das 50-jährige Jubiläum der GPRA, das im Sommer gefeiert wird.

    In drei Workshop-Gruppen erarbeiteten die Young Professionals abschließend verschiedene Konzepte für die 50-Jahr-Feier und den Austausch mit verwandten Verbänden wie der DPRG oder dem djv zum Thema Fake News. Hier waren sich alle einig: Es muss etwas getan werden – und einige Quick Wins könnten sein, das Thema intensiv auf Social Media zu bearbeiten und für eine langfristige Positionierung für Qualität und Professionalität auch den Austausch mit Vertreter:innen aus dem Journalismus zu suchen. Nach der traditionellen Feedback-Runde stießen einige Mitglieder noch mit einem Prosecco an, bevor es zum „Feierabend“ zum Lasertag ging, um die noch übrige Energie gemeinsam loszuwerden.


    Veröffentlicht am 05.03.2024


    Weitere Beiträge der GPRA Young Professionals:

  • GPRA-Klasse by dapr zweimal in 2024

    GPRA-Klasse by dapr zweimal in 2024

    Die Deutsche Akademie für Public Relations (dapr) und die Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland (GPRA) bieten in diesem Jahr zwei GPRA-Klassen by dapr an. Trainees, Direkteinsteiger*innen und Junior-Berater*innen der GPRA-Agenturen lernen darin in zwei Modulen zentrale Beratungs-Skills und -Tools kennen, um sich zum/zur Trusted Advisor zu entwickeln. Die nächste GPRA-Klasse by dapr startet ab dem 13. Februar 2024 in Düsseldorf.

    „Aufgrund der positiven Rückmeldungen im vergangenen Jahr führen wir in 2024 zwei Durchgänge des exklusiv für GPRA-Trainees entwickelten Seminarangebotes im Düsseldorfer dapr-Seminarzentrum durch. Wir freuen uns, gemeinsam mit der GPRA die Ausbildung in der Kommunikationsberatung zu professionalisieren und Standards zu setzen“, sagt dapr-Geschäftsführer Nils Hille.

    An 2×3 Tagen erlernen die Teilnehmenden fundiertes und praxisorientiertes Beratungs-Know-how und trainieren den gezielten Einsatz von Skills, Tools und Methoden für eine vertrauensvolle Berater*innen-Persönlichkeit. Fokus liegt dabei unter anderem auf dem Reframing von Problemstellungen, dem Aufbau von Kundenbeziehungen und dem Aufsetzen von Feedbackstrukturen. Auf dem Weg zum/zur Trusted Advisor geben die dapr-Dozentinnen Carina Waldhoff und Renée Hansen ihr Wissen weiter. Ein besonderes Rahmenprogramm mit Zeit zum Netzwerken und einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch runden das Präsenzseminar ab.

    Weiterführende Informationen sowie die Buchungsmöglichkeit zu beiden Terminen der GPRA-Klasse by dapr finden sich auf www.dapr.de/dapr-gpra-klasse oder via Programm-Managerin Kerstin Wördehoff.

    Die Termine 2024 in der Übersicht:

    Februar/März (Düsseldorf)

    • Modul I: 13. – 15. Februar 2024
    • Modul II: 25. – 27. März 2024

    September/Oktober/November (Düsseldorf)

    • Modul I: 30. September – 2. Oktober 2024
    • Modul II: 4. – 6. November 2024

    Über die GPRA: Die GPRA ist seit 1974 der Verband der führenden PR- und Kommunikationsagenturen Deutschlands und hat ihren Sitz in Berlin. Mit strengen Aufnahmekriterien und hohen Anforderungen an ihre Mitglieder setzt sie Standards in der PR-Branche und fördert den Austausch zwischen den Mitgliedern und Meinungsbildnern. Die GPRA repräsentiert 37 Agenturen mit circa 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Marktanteil von fast 50 Prozent.


    Veröffentlicht am 12.01.2024

  • „CMS III ist mehr als ein Stempel auf dem Papier oder das Handbuch in der Schublade“

    „CMS III ist mehr als ein Stempel auf dem Papier oder das Handbuch in der Schublade“

    Über Qualität in der Beratung und den Wert von CMS III im Berufsalltag. Consultant und GPRA YPs-Mitglied Katrin Lefèvre berichtet im Interview über ihre Erfahrungen mit dem Gütesiegel CMS III bei der seit 2021 zertifizierten und frisch rezertifizierten Agentur Communication Consultants.

    Was verstehst du als Kommunikationsberaterin unter Qualität in der Beratung?

    Wenn ich an Qualität in der Beratung denke, dann steht für mich eine vertrauensvolle Beziehung mit meinen Kund:innen an erster Stelle. Schließlich ist sie die Basis unseres täglichen Geschäfts. Und fehlt sie, können selbst die besten Konzepte, Texte, Ideen und Strategien, die wir als Agentur erstellen, wertlos sein. Gelingt es mir als Beraterin, das Vertrauen meiner Kund:innen zu gewinnen, aufzubauen und zu pflegen, bin ich für sie weit mehr als die berühmte verlängerte Werkbank. Dann bin ich Problemlöserin, Wegbegleiterin – und ja, Vertrauensperson und erst wirklich die verlässliche Beraterin rund um das Thema Kommunikation.

    Wie hat dich deine Arbeit in der Agentur Communication Consultants in dieser Auffassung von Beratungsqualität geprägt?

    Der Kommunikationsberuf ist People Business. Und wie bei allen zwischenmenschlichen Interaktionen spielt auch in der Beziehung zwischen Kund:innen und Berater:innen das Bauchgefühl eine wichtige Rolle. Aber eben nicht nur. Bei Communication Consultants (CC) sind wir überzeugt, dass Vertrauensaufbau und -pflege gezielt geplant und angegangen werden können. Als Grundlage nutzen wir hierfür unseren CC-Beratungsansatz, der sich unter anderem am „The Trusted Advisor“-Ansatz von Maister, Green und Galford orientiert. Auf CC zugeschnitten beschreibt er, wie wir Beratung in der Agentur verstehen und leben. Das schafft ein einheitliches Verständnis bei allen Kolleg:innen – und hat auch mir persönlich schon häufiger geholfen, mein eigenes Verhalten und meine Beratung zu verstehen und zu hinterfragen.

    CMS III ist der Qualitätsstandard mit Gütesiegel für Agenturen. In welchen Bereichen in deinem Arbeitsalltag ist dies besonders spürbar?

    Zugegeben, auf den ersten Blick wirkt das Thema „Qualitätsstandard“ ziemlich abstrakt. Und in manchen Fällen ist es das vermutlich auch. So ist das eben bei Struktur- und Prozessthemen. Die dafür verantwortlichen Kolleg:innen wollten deshalb zeigen, dass CMS III mehr als ein Stempel auf dem Papier oder das Handbuch in der Schublade ist. Es geht uns alle etwas an. Das einheitliche Verständnis von Beratung ist ein gutes Beispiel. Noch anschaulicher wird’s aber, wenn es um die transparente Dokumentation von Wissen und Prozessen geht. Seit fast zweieinhalb Jahren ist deshalb unsere interne Wissensplattform „spaCCe“ (ja, bei CC lieben wir CC-Wortspiele😉) täglicher Begleiter für alle Kolleg:innen. Von der korrekten Ordnerstruktur über Kompetenzen und Kunden-Cases bis zum Traineeship-Fahrplan bündelt spaCCe das gesamte Agentur-Know-how übersichtlich, strukturiert und nachvollziehbar. Und unter dem Motto „Wenn CC wüsste, was CC weiß“ beteiligen sich dabei alle Kolleg:innen an der Aufbereitung und Pflege der jeweiligen Inhalte.

    Mittlerweile bist du selbst für Berufseinsteiger:innen verantwortlich. Gibt es Prozesse bei euch in der Agentur, die dich in dieser Arbeit besonders gut unterstützen?

    Auch hier spielt wieder das Thema Transparenz eine große Rolle. Als sogenannter Buddy bin ich unter anderem für das Onboarding neuer Trainees und Juniors verantwortlich. Sie an den CC-Agenturalltag heranzuführen, macht sehr viel Spaß – ist aber auch mit einer Verantwortung verbunden. Denn für Berufseinsteiger:innen sind die ersten Wochen entscheidend. Als Teil unseres internen Wissensmanagements hilft spaCCe mir, gemeinsam mit der neuen Kollegin oder dem neuen Kollegen wichtige Fragen zu beantworten und so den Einstieg bestmöglich zu gestalten. Es ist toll zu sehen, wie sich unser Onboarding-Prozess dadurch weiterentwickelt hat.

    Gibt es aus deiner Sicht Themen oder Strukturen, die Agenturen professionalisieren müssten, um den Qualitätsanspruch zu halten?

    Auf jeden Fall. Ein gutes Beispiel ist da in meinen Augen das Thema Nachhaltigkeit. Das voranzutreiben sowie glaubwürdig und transparent zu kommunizieren, spielt heute und in Zukunft nicht nur für unsere Kund:innen, sondern auch für uns als Agentur eine entscheidende Rolle. Schön, dass sich in der Branche aktuell einiges bewegt. Und noch schöner, dass hier die GPRA-Agenturen im Dialog sind. Denn der Erfahrungsaustausch mit den unterschiedlichen Kolleg:innen kann uns allen helfen, die Vorgaben schnell und passgenau in die Praxis zu übertragen.


    Veröffentlicht am 12.12.2023


  • Mehr als griffige Werbeslogans: Authentisches Employer Branding als Schlüssel zu mehr Diversität und Inklusion?

    Mehr als griffige Werbeslogans: Authentisches Employer Branding als Schlüssel zu mehr Diversität und Inklusion?

    Ob aus Sicht von Bewerber:innen, Unternehmen oder Services: Inklusion und Diversität prägen den Arbeitsmarkt maßgeblich. Unser Neuland-Event hat die Konzepte mithilfe von Expert:innen greifbar gemacht.

    Diversität und Inklusion sind aus der heutigen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Ganz im Gegenteil: Sie haben sich in den vergangenen Jahren zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Employer Brands entwickelt. Doch wie definieren sich die beiden Begriffe? Wie lassen sie sich am besten systematisch erfassen? Und welche Rolle spielt die Unternehmenskommunikation in diesem Kontext?

    Diese Fragen haben wir bei unserem Neuland-Event am Dienstag, 14. November, gleich aus drei Perspektiven beleuchtet: Die Speaker:innen Ueli Streit, Leiter Diversität und Inklusion bei Health & Medical Services AG, Johanna Kuhfeldt, Consultant bei Komm.passion, und Manisha Joshi, Business Director und Head of DEI bei Ketchum Publico, teilten ihre Erfahrungen und ihr Expertenwissen zu Inklusion und Diversität mit rund 50 Teilnehmer:innen.

    „Diversität ist eine Chance, und Inklusion bedeutet, sie zu nutzen“

    Zu Beginn des Events schafften die drei Expert:innen ein konkretes Verständnis für die Schlagworte des Abends. Johanna Kuhfeldt betonte: „Diversität und Inklusion sind weitaus mehr als eine Quote, die Unternehmen erfüllen müssen. Es geht darum, die eigene Unternehmenskultur im Hinblick auf Diversität zu begreifen und gemeinsame Wertvorstellungen zu etablieren, die Diversität erlebbar machen und Inklusion fördern.“ Ueli Streit erklärte den Zusammenhang zwischen den beiden Begriffen: „Diversität ist eine Chance für Unternehmen, und Inklusion bedeutet, sie zu nutzen – und zwar so, dass sich alle Mitarbeiter:innen mit jeglichen Diversitätsmerkmalen inkludiert fühlen.“ Manisha Joshi ergänzte, dass Inklusion einen Raum eröffne, in dem alle Menschen so sein können, wie sie möchten. Die Worte der Expert:innen machten schnell klar, dass die beiden Konzepte unmittelbar miteinander korrelieren und deshalb sowohl auf Unternehmens- als auch auf Agenturseite immer zusammengedacht werden müssen.

    Potenzial vollumfänglich ausschöpfen

    Dabei ist es essenziell, die Entwicklungen in den Bereichen Diversität und Inklusion am Arbeitsmarkt genau zu kennen. Manisha Joshi berichtete: „Diversität beschränkt sich längst nicht mehr auf das Empowerment von Frauen. Inzwischen gewinnen LGBTQ+-Rechte immer mehr an Bedeutung, auch außerhalb des Pride Months.“ Zudem werde Neurodiversität zunehmend wichtig, die beispielsweise Autismus, eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder Legasthenie umfasse – und damit circa 15 Prozent der Talente auf dem Arbeitsmarkt betreffe. Hier lohnt es sich, mehr auf diese Zielgruppe einzugehen, wie Manisha Joshi offenlegte: „Neurodiverse Menschen sehen oft die Arbeitswelt anders, da sie meist spezifische Fähigkeiten besitzen, die Unternehmen voranbringen können. Es zeigt sich wieder: Umso vielfältiger ein Team aufgestellt ist, desto erfolgreicher ist es. Das sehen auch wir in unserer täglichen Arbeit.“

    Neue Impulse für Unternehmen

    So viel zur Theorie. Doch wie lassen sich Diversität und Inklusion in Organisationen in der Praxis messen? Um die Konzepte für Entscheider:innen greifbarer zu machen, hat Ueli Streit vor etwa fünf Jahren das Pilotprojekt „Incluscope“ gestartet. Entstanden ist ein Tool, das einen genaueren Einblick in den Status Quo von Inklusion und Diversität in Unternehmen gewährt. Die Analyse basiert auf einer anonymen Befragung von Mitarbeiter:innen, die das individuelle „Inclusion-Klima“ anhand der vier Ebenen Chancengleichheit, Perspektivenvielfalt, Authentizität und Zugehörigkeit in Unternehmen erfasst. „Allein durch die Beantwortung der Fragen wird die Sensibilität der Mitarbeiter:innen für Inklusion und Diversität gefördert“, erläuterte Ueli Streit. „Zudem zeigt sich, dass ein hoher Inklusionsindex mit einer besseren körperlichen und mentalen Gesundheit einhergeht und sich dadurch positiv auf die Motivation und die Leistung der Mitarbeiter:innen auswirkt.“ Dennoch habe das Format aufgrund der Subjektivität und der Anzahl der Teilnehmer:innen seine Grenzen. Deswegen erfassen die Verantwortlichen ergänzend objektive Werte wie Absenzen- und Leistungsdaten.

    Authentizität zählt!

    Haben sich Unternehmen intern mit den Themen Diversität und Inklusion auseinandergesetzt, stellt sich automatisch die Frage nach einer zielführenden Kommunikation nach außen zur Anwerbung neuer Mitarbeiter:innen. Johanna Kuhfeldt riet davon ab, zu voreilig die Regenbogenflagge zu hissen: „Werte, die nicht fest in der DNA eines Unternehmens verankert sind, lassen sich nicht authentisch nach außen tragen. Unternehmen sollten zuerst hinterfragen: Welche Werte leben wir intern, und wie wollen wir diese nach außen kommunizieren? Was möchten wir mit der Kommunikation erreichen? Und welche Zielgruppe möchten wir erreichen?“ Manisha Joshi warnte davor, das Thema Diversität im deutschsprachigen Raum hervorzuheben, jedoch die Kommunikation in anderen Ländern aufgrund kultureller Hintergründe zu vermeiden. Weiterhin sei es zentral, dass Diversität und Inklusion auf allen Unternehmensebenen mitgetragen werden. „Das macht vielen Mitarbeiter:innen Angst, da es bedeutet, Privilegien zu teilen“, bemerkte die Expertin.

    Mut zur Veränderung

    Deswegen brauche es auf Seite von Berater:innen vor allem eins, um Unternehmen auf dem Weg zu authentischem Employer Branding zu begleiten: Mut. Manisha Joshi appellierte: „Traut euch, euch selbst und eure Kund:innen immer wieder herauszufordern und bestehende Strukturen zu hinterfragen.“ Zusätzlich seien Offenheit, Empathie und ein regelmäßiger Austausch zwischen verschiedenen Generationen zielführend, bekräftigte Johanna Kuhfeldt. Ueli Streit schloss ab: „Diversität und Inklusion sind langfristige Aufgaben mit großem Potenzial für den Arbeitsmarkt. Ich bin überzeugt davon, dass uns in beiden Bereichen in den kommenden Jahren einige Veränderungen erwarten, und dass Diversität und Inklusion sowohl unsere Wirtschaft als auch unsere Gesellschaft positiv beeinflussen werden.“

    Ihr wollt mehr zu diesem Thema erfahren? Hier findet ihr unsere Aufzeichnung der Session:


    Über #Neuland

    Gemeinsam knöpfen sich die PRVA Newcomers, Young LSA und die GPRA Young Professionals ab jetzt regelmäßig die Trendthemen der Branche in der Veranstaltungsreihe „Neuland“ vor. Denn: Was für manche noch immer ein Buch mit sieben Siegeln ist, wurde für sie schon längst ein zweites Zuhause. Werdet mit ihnen vom Digital Immigrant zum Digital Native! Auf unseren Social Media-Kanälen (LinkedIn) weisen wir regelmäßig auf die kommenden #Neuland-Veranstaltungen hin. Folgt uns und stay tuned!


    Veröffentlicht am 30.11.2023

  • DPRG und GPRA kooperieren beim Junior Award – Anmeldefrist bis 15.01.24 verlängert!

    DPRG und GPRA kooperieren beim Junior Award – Anmeldefrist bis 15.01.24 verlängert!

    Bewerbungsphase gestartet

    • Mit neuen Partnern und Sponsoren sowie einem angepassten inhaltlichen Konzept startet der Junior Award in die Bewerbungsphase für die Auszeichnung 2024
    • Studierende und Young Professionals treten in getrennten Kategorien an
    • Bewerbungen können noch bis 15.01.2024 eingereicht werden

    Berlin, 29.11.2023 – Der Junior Award, Teil des Internationalen Deutschen PR-Preises der DPRG, wird in der Ausgabe für 2024 erstmals gemeinsam mit der GPRA vergeben. Die Auszeichnung, die in den Kategorien Studierende und Young Professionals verliehen wird, dient der bundesweiten Förderung des PR-Nachwuchses. Prämiert werden Kommunikationskonzepte, die zu einer vorgegebenen Aufgabenstellung entwickelt wurden und einem gesellschaftlichen Nutzen dienen. Studierende und Young Professionals können ihre Konzepte entweder allein oder im Zweier-Team einreichen. Die gemeinsame Vergabe des Preises unterstreicht den Stellenwert der PR-Nachwuchsförderung in beiden Verbänden.

    Bewerbungen sind ab sofort möglich, Informationen zu den Bewerbungskriterien gibt es hier: https://pr-preis.de/nachwuchs.

    Die Jury setzt sich aus erfahrenen Kommunikator:innen und Vertreter:innen der Young Professionals der beiden Verbände zusammen: Betty Kiess (C&A Europe), Tina Kulow (SAP), Eugenia Lagemann (fischerAppelt), Clara Piroth (Markenzeichen), Lars Rosumek (E.ON), Alicia Altvatter (Weber Shandwick, GPRA Young Professionals) und Nina Höhler (Klenck & Hoursch, DPRG Young Professionals). Den Jury-Vorsitz hat Peter Szyszka (Hochschule Hannover) inne.

    Die Verleihung des Preises erfolgt mit Unterstützung von E.ON und TUI. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld von jeweils 1.000 Euro sowie einen Reisegutschein für zwei Personen. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Gala des Internationalen Deutschen PR-Preises am 16. Mai 2024 in Hannover.

    Nils Haupt, Präsident der DPRG: „Der Junior Award ist eine tolle Chance für Young Professionals und Studierende, um ihre kreativen Ideen und ihr kommunikatives Potenzial zu präsentieren. Dass wir mit der GPRA einen neuen Partner und mit TUI einen weiteren Sponsor neben E.ON gewinnen konnten, freut uns für unsere Branche und für die Teilnehmenden.“

    Alexandra Groß, Präsidentin der GPRA: „Die GPRA engagiert sich seit Jahren sehr stark für den Branchen-Nachwuchs. Die Zusammenarbeit mit der DPRG zur Weiterentwicklung des Kompetenz-Wettbewerbs ist uns ein wichtiges Anliegen. Neben der Auszeichnung der besten Konzeptarbeiten ist die Vernetzung mit der Branche ein weiterer Motivationsfaktor für die Teilnahme.“


    Veröffentlicht am 29.11.2023