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  • Edelman Trust Barometer 2020 | Ethik und Kompetenz

    Edelman Trust Barometer 2020 | Ethik und Kompetenz

    Deutschland-Auswertung Ethik und Kompetenz: Fehlanzeige. Deutsche Institutionen erfüllen Vertrauenskriterien nicht

    • Zwei zentrale Dimensionen von Vertrauen: Ethik und Kompetenz als neuer Maßstab
    • Deutsche sind pessimistisch: Keine der gesellschaftlichen Institutionen wird als ethisch und zugleich kompetent angesehen
    • Zukunftsängste: 73 % der deutschen Arbeitnehmer sorgen sich um ihren Job. Für jeden zweiten Deutschen geht der technologische Wandel zu schnell.

    Frankfurt, 27. Januar 2020 – Die Deutschen blicken pessimistisch in ihre Zukunft und nur knapp jeder Vierte erwartet, dass es ihm in den kommenden fünf Jahren ökonomisch besser geht (23 %). Sie stellen den Kapitalismus (55 %) und das bestehende System in Frage (61 %). Dazu kommt: Die Menschen hierzulande halten keine der vier Institutionen Regierung, Wirtschaft, Medien und NGOs für gleichzeitig kompetent und ethisch – und zweifeln damit an den beiden Hauptkriterien, die für die Entstehung von Vertrauen entscheidend sind.

    Das zeigt die Deutschland-Auswertung des 20. Edelman Trust Barometers. Darin hat Edelman über 34.000 Menschen in 28 Märkten – darunter 1.150 Menschen in Deutschland – zu ihrem Vertrauen befragt und untersucht, was Vertrauen ausmacht.

    „Die beiden zentralen Fragen lauten: Ist eine Institution gut, in dem was sie tut, ist sie also kompetent? Und: Wie ist es um das ethische Verhalten bestellt?“, erläutert Christiane Schulz, CEO Edelman Deutschland.

    Kompetenz und Ethik als Pfeiler für Vertrauen

    Die Ergebnisse zeigen: Die Wirtschaft schneidet aus Sicht der Deutschen noch am besten im Bereich Kompetenz ab (5 Punkte auf einer Kompetenzskala von -50 bis +50 Punkten). Trotz dieses niedrigen Werts liegt die Wirtschaft aber mit einem 55- Punkte-Abstand klar vor der Regierung, die auf dem letzten Platz mit minus 50 Kompetenz-Punkten landet.

    Beim Vertrauenspfeiler Ethik zeigt sich ein anderes Bild. Wirtschaft (-14 Punkte) und Regierung (-18 Punkte) landen beide klar im unethischen Bereich. „Die Ergebnisse zeichnen ein deutliches Bild: Unternehmen müssen besser werden. Nicht in ihrer Wertschöpfung, ihrer Wertsteigerung und als Innovationstreiber, sondern in ihrem ethischen Verhalten, also in Aspekten wie Fairness, Glaubwürdigkeit und ihrem Einsatz für die Zukunft unserer Gesellschaft“, sagt Christiane Schulz.

    Deutsche fordern stärkere Zusammenarbeit der Institutionen

    Das spiegelt sich auch in einem weiteren Trend wider. 92 % der Deutschen geben an, dass Stakeholder (Kunden, Mitarbeiter und lokales Umfeld) wichtiger für den langfristigen Unternehmenserfolg sind als Shareholder. „Der klassische Shareholder-Ansatz hat ausgedient. Unternehmen müssen künftig stärker den Interessen ihrer Kunden, Mitarbeiter und ihrem regionalen Umfeld gerecht werden“, sagt Christiane Schulz.

    Aber es gibt auch gute Nachrichten, denn jede Institution hat durchaus die Chance, in Ethik und Kompetenz zuzulegen und Vertrauen zu gewinnen. Vor allem, indem sie gemeinsam agieren, um die zentralen gesellschaftlichen Probleme zu lösen. Nur jeder dritte Deutsche (33 %) schätzt die aktuelle Zusammenarbeit von Unternehmen mit der Regierung als positiv ein – hier gibt es also noch Nachholbedarf. „Das heißt nicht, dass Unternehmen politisch werden müssen. Vielmehr müssen sie zur Lösung der gesellschaftlichen Probleme beitragen“, sagt Christiane Schulz.

    Angst vor Arbeitsplatzverlust

    Eine Frage, die die Deutschen besonders bewegt, ist der technologische Wandel. Die Hälfte der Deutschen (50 %) gibt an, der technologische Wandel schreite mit zu hoher Geschwindigkeit voran. 75 % der Menschen hierzulande meinen, dass die Regierung neue Technologien zu wenig versteht, um diese wirksam zu regulieren. Fast drei von vier deutschen Arbeitnehmern (73 %) haben Sorge, ihren Job zu verlieren. Grund dafür sind unter anderem die Automatisierung oder für die Zukunft fehlende Fähigkeiten.

    „Eine klare Forderung der Deutschen: Unternehmen müssen in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren“, sagt Christiane Schulz. 64 % der Befragten sehen Unternehmen in der Pflicht, Mitarbeiter mit dem Blick auf Automatisierung und Innovation weiterzubilden. 75 % der deutschen Arbeitnehmer geben an, dass sich besonders CEOs dafür einsetzen sollten.

    Über das Edelman Trust Barometer
    Das Edelman Trust Barometer ist eine jährliche Studie zu Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Wirtschaft und Medien, die in diesem Jahr zum 20. Mal durchgeführt wurde. Die Umfrage wurde von der Marktforschungsfirma Edelman Intelligence entwickelt, die Datenerhebung erfolgte mithilfe von 30-minütigen Online-Interviews. Der Erhebungszeitraum lag zwischen dem 19. Oktober und 18. November 2019. Für das Edelman Trust Barometer 2020 wurden in 28 Märkten über 34.000 Menschen befragt, darunter 6.200 aus der informierten Öffentlichkeit (Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren mit einem Hochschulabschluss, einem überdurchschnittlichen Haushaltseinkommen innerhalb der Top 25 % sowie mit intensivem Medien- und Informationskonsum). Weitere Informationen unter www.edelman.de/research/2020-edelman-trust-barometer

    Über Edelman
    Edelman ist eine globale Kommunikationsagentur, die Unternehmen und Organisationen dabei unterstützt, ihre Marken und deren Reputation zu entwickeln, zu fördern und zu schützen. In Deutschland liefern rund 300 Experten mit Büros in Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt am Main Kommunikationsstrategien, die es unseren Kunden ermöglichen, zu führen, mit Überzeugung zu handeln und das nachhaltige Vertrauen ihrer Zielgruppen und Stakeholder zu gewinnen. Weitere Informationen unter www.edelman.de

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  • Edelman Trust Barometer 2020 | Vertrauen in Schieflage

    Edelman Trust Barometer 2020 | Vertrauen in Schieflage

    Global Check: Vertrauen in Schieflage – Trotz leichter Erholung schauen die Deutschen pessimistisch in die Zukunft

    • Negative Zukunftsaussichten: Mehrheit der Menschen stellt kapitalistisches System in Frage
    • Vertrauenskluft weltweit auf Hochstand: Großer Unterschied zwischen informierter und breiter Öffentlichkeit
    • Trotzdem leicht positiver Gesamt-Trend: Das Vertrauen in die Institutionen steigt in Deutschland (+ zwei Indexpunkte) und weltweit (+ ein Indexpunkt)

    Frankfurt, 21. Januar 2020 – Das Vertrauen der Bevölkerung in die gesellschaftlichen Institutionen befindet sich aktuell in Schieflage: Zwar wächst das Vertrauen sowohl global als auch in Deutschland leicht, doch die Menschen schauen eher pessimistisch in die Zukunft. Hinzu kommt, dass die Kluft zwischen dem Vertrauen der informierten und jenem der breiten Öffentlichkeit stark auseinandergeht. Der Unterschied in Deutschland liegt im Jahr 2020 bei 20 Indexpunkten. Das zeigen die aktuellen Daten des 20. Edelman Trust Barometers. Darin hat Edelman über 34.000 Menschen in 28 Märkten zu ihrem Vertrauen befragt.

    Insgesamt vertrauen die Deutschen den Institutionen noch immer nicht („Distrust-Bereich“ bei Trust-Score unter 49 Prozent) und belegen im globalen Vertrauensranking nur Platz 19 von 28 Märkten. In Deutschland klettert das Vertrauen von 44 Indexpunkten im vergangenen Jahr auf 46 Indexpunkte 2020. Die vertrauenswürdigste Institution sind hierzulande die Medien (49 %, +5 %pkt.) vor Wirtschaft (48 %, +1 %pkt.), Regierung (45 %, +5 %pkt.) und NGOs (43 %, -1 %pkt.). Global liegt das Vertrauen in die vier Institutionen Regierung, Wirtschaft, Medien und NGOs bei 54 Indexpunkten und konnte damit 2020 um einen Indexpunkt zulegen.

    „Es ist zwar erfreulich, dass sich das Vertrauen der Gesamtbevölkerung in Deutschland leicht erholt hat. Im internationalen Vergleich sind 46 Indexpunkte dennoch kein guter Wert. Der Druck auf die Institutionen nimmt zu – vor allem, wenn man sich die Einstellung der Deutschen gegenüber der Zukunft anschaut. Unternehmen müssen das klare Signal als Motivation verstehen, weiter am Vertrauen zu arbeiten“, sagt Christiane Schulz, CEO von Edelman Deutschland.

    Menschen zweifeln am System

    Denn: Nur 23 % der Deutschen blicken optimistisch in ihre ökonomische Zukunft. Deutschland ist damit das drittpessimistischste Land nach Japan (15 %) und Frankreich (19 %). Und: Die Menschen zweifeln am System. Nur 12 % der deutschen Befragten (global 18 %) geben an, dass das aktuelle System für sie arbeitet, 55 % (global 56 %) finden, dass der Kapitalismus in seiner heutigen Form mehr schadet als hilft.

    „Die Menschen sind bei der Klimakrise, im technologischen Wandel und in politisch unruhigen Phasen weiter auf der Suche nach Antworten. Zuletzt verlangten sie dafür besonders den Einsatz der Unternehmen. Weil die Wirtschaft jedoch bislang keine ausreichenden Antworten gibt, stellen immer mehr Menschen das kapitalistische System selbst in Frage“, sagt Christiane Schulz.

    Große Kluft zwischen informierter und breiter Öffentlichkeit

    Das Trust Barometer 2020 zeigt zudem: Die Vertrauenskluft zwischen der informierten und der breiten Öffentlichkeit ist enorm – noch nie war in so vielen Märkten der Unterschied größer. Während das Vertrauen der informierten Öffentlichkeit global bei 65 Punkten liegt, ist das Vertrauen der breiten Öffentlichkeit 14 Punkte niedriger (51 Punkte). In Deutschland zeigt sich sogar ein massiver Unterschied von 20 Punkten (informierte Öffentlichkeit 64 Punkte vs. breite Öffentlichkeit 44 Punkte; siehe Grafik im Anhang).

    Institutionen müssen stärker zusammenarbeiten

    Fakt ist: Eine einzelne Institution kann das Vertrauensruder nicht herumreißen. Vielmehr ist Zusammenarbeit gefordert. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Unternehmen den Wandel nicht allein anführen können. Vielmehr sollten sie eine stärkere Rolle einnehmen und Katalysator für Veränderung sein. „Bewegungen wie das Greta-Phänomen, die sich mit ihren gesellschaftlichen Forderungen ganz klar auch an Unternehmen richten, wird es künftig häufiger geben. Aus meiner Sicht müssen Unternehmen immer mehr in der Lage sein, solche Anliegen und Bewegungen zu erkennen und sie in ihre Unternehmens- und Kommunikationsstrategien einbeziehen. Nur so können sie angemessen agieren“, sagt Christiane Schulz.

    Über das Edelman Trust Barometer
    Das Edelman Trust Barometer ist eine jährliche Studie zu Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Wirtschaft und Medien, die in diesem Jahr zum 20. Mal durchgeführt wurde. Die Umfrage wurde von der Marktforschungsfirma Edelman Intelligence entwickelt, die Datenerhebung erfolgte mithilfe von 30-minütigen Online-Interviews. Der Erhebungszeitraum lag zwischen dem 19. Oktober und 18. November 2019. Für das Edelman Trust Barometer 2020 wurden in 28 Märkten über 34.000 Menschen befragt, darunter 6.200 aus der informierten Öffentlichkeit (Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren mit einem Hochschulabschluss, einem überdurchschnittlichen Haushaltseinkommen innerhalb der Top 25 % sowie mit intensivem Medien- und Informationskonsum). Weitere Informationen unter https://www.edelman.de/research/2020-edelman-trust-barometer.

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